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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-06-24 · Heft 26 (24.6.1879) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 26 (24.6.1879)
Date
1879-06-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Ein imMrtciischcs Organ für alles jüdische Jntcrcffe. ese Zeitung erscheint wöchentlich na l in 2 bi» 2*/, Bogen. Preis ,eljährig3Mark. Inserate werben :u Ps. tue die Petirzeile oder deren Raum berechnet. Postämter und Buchhandlungen nehmen DesteNungen an. Heraus gegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Wlippson in Bonn. Verlag von Baumgärlncr's Buchhandlung in Leipzig. Beilagen werden mit 12 Mark berechnet: In redaktionellen Anaelegenveltea > »ende man sich an I>r. r. P»tli»pson in Bonn; dinfichllich der Inserate an Hl. Alosse in Vcipzkg und deffeu Filialen in Berlin. Breslau re.! Jusrralk, nelcke diSVonnrrita-eingrhen, \ finden in der darauffolgenden Nummer Berücksichtigung. 3. Jahrgang. Leipzig, den 24. Juni 1879. Jfe 2K. Inhalt. Leitende Artikel: Die Ministerial-Berfügung an den Vorstand der Synagogen-Gemeinde zu Linz am Rhein. — Zeitungsichken: Deutschland: Berlin, Karlsruhe. Essen. Frankfurt am Main, Vom Rheine, Hamburg. Leipzig. — Oesterreicharn- Lemberg. Bonn, Aus Lemberg, Aus Mähren. — Rumänien: Bukarest. — Bulgarien: Widbin. — Amerika: San cisco. — Bonn: Notizen. Literarische Notizen. — Feuilleton: Autipessinnstische Denksprüche (Forts.). — Vermischtes: Haynau >ie jüdische Gemeinde zu Kecskemst. .feileneie GLtbixd. Bonn, 18. Juni. >ie Ministerial-vcrfiigung an -cn Vorst»»- der Äiinagogen-Gcmcinde z» Citi? am vhein. Wir haben in vor. Nr. die Ministerial-Verfügung, welche Vorstand der Synagogengemeinde zu Linz abschlägig eibet, mitgetheilt. Dieselbe hat nach mehrfachen Seiten eine größere Bedeutung, und können wir sie daher nicht eine nähere Besprechung lassen. Erinnern wir kurz an Tatsache. Die in zahlreichen katholischen Volksschulell einhrte „Biblische Geschichte des Alten und Neuen Testa-!es für katholische Volksschulen von l)r. Schuster" enthält r Anderem S. 7 den Passus: „Abel war ein Vorbild des seinen Brüdern, den Juden, unschuldig getödtcten Jesus; l war ein Vorbild der über die ganze Erde zerstreuten en." Solche, der Schuljugend beigebrachte und eingeschärfte stellungen wirken, wie man sich leicht denken kann, auf das halten der katholischen Jugend gegen ihre jüdischen Mitler und auch außerhalb und nach der Schule überaus jtheilig ein, nähren von Kindheit an Verachtung und Haß w die jüdischen Mitbürger, erhalten den confessionellen >er, stören den confessionellen Frieden. Der Vorstand der lagogen-Gemeinde zu Linz hielt es daher für seine Pflicht, beschwerdeführend an die K. Negierung zu Coblenz zu ton, wurde aber von derselben abschlägig öeschieden. Wir führen zur Vergleichung die Hauptstelle des Rescripts der K. Negierung, das wir bereits in Nr. 5 besprochen haben, hier nochmals an (vergl. Nr. 3, 4 und 5 d. I.): ,,Der weitere gegen den Gebrauch der angeführten „Biblischen Geschichte von Schuster" in christlichen Volksschulen gerichtete Antrag des Vorstandes muß als durchaus ungerechtfertigt zurückgewiesen werden. Die zur Begründung desselben angeführte Stelle dieses Buches: „Abel war ein Vorbild des von seinen Brüdern, den Juden, unschuldig getödtcten Jesus" beruht auf einer vollkommen berechtigten christlichen Geschichtsanschauung. Die dieser gegenüber von dem jüdischen Lehrer Mandel aufgestellte, welche der Vorstand sich aneignet, mag in jüdischen Kreisen als zutreffend angesehen sein, es muß aber als amnaßlich erscheinen, wenn sie, wie von dem p. Mandel geschieht, als die allein berechtigte bezeichnet und wenn weiter gefordert wird, daß sie für die Unterrichtsertheilung in christlichen Volksschulen maßgebend sein solle. Ebenso beruht die weiter von dem Vorstand angezogene Stelle des Schuster'schen Buches: „Kain war ein Vorbild der über die ganze Erde zerstreuten Juden" auf einer durchaus berechtigten christlichen Anschauung, und es kann deren Aeußerung in christlichen Volksschulen, auch wenn sie eine der jüdischen Anschauung entgegenstehende ist, nicht, wie der Vorstand behauptet, als die Verachtung Andersgläubiger, insbesondere der jetzigen Juden, lehrend und den confessionellen Frieden störendangesehen werden." Der Vorstand wandte sich hierauf an das Unterrichts- Ministerium mit dem Gesuche, anzuordnen, daß in den zukünftigen Auflagen des Schuster'schen Schulbuches der Paffus

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