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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-04-01 · Heft 14 (1.4.1879) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 14 (1.4.1879)
Date
1879-04-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine mm MM Ein uupartclischcs Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegebe» °°«! - Bonn.; hiusildrlich r>er Iaseral« m A. Rabbiner Dr. Ludwig Philipps-» tu Bonn. j .Inserate, wÄche1n»Dmuia»r«§e»ageh«a, finden ür der Laraussolgcnr«» Ä»»«er Verlag von Baumgartncr's Buchhandlungitt Leipzig. |_Berüüsichtignng.__ Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 biS 2'/, Bogen. Preis Bierreljährig 3 Mark. Inserate werden mir 20 Pf. für die PerirzeUe oder deren , Raum berechne!. Alle Postämter und Buckhandlungea nehme» Bestellungen an. Beilagen werden mit 1 Mark 50 Pf. pro Hundert berechnet. 43. Jahrgang. Leipzig, den 1. April 1879. 14. Inhalt. Leitende Artikel: Zu Peßach.— Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Gelsenkirchen. Hamburg, Altona. Hannover, Stuttgart, Frsiburg im Breisgau, Fürths — Oesterreich-Ungarn: Lemberg, Czernowitz, Wien, Teplitz, Wien. — Frankreich: Paris. — Großbritannien: London. — Rumänien: Bonn, Bukarest. — Rußland: Petersburg. — Amerika: Baltimore. — Bonn: Notizen. Literarische Notizen. — Feuilleton: Vermischtes: Die Wallfahrt nach Jerusalein. Drei CorcheMonen i« einer Familie. Schopenhauer.und Richard Wagner. . ÄllatDc (SttliUcf. Bonn, 26. März. Zu peßach. Wir legten jüngst aus unserer Büchersammlung eine Anzahl Predigten zusammen, die, seitdem die jüdische Kanzel sich in reiner Muttersprache vernehmen zu lassen begann, bis zur Gegenwart am Peßachfeste gehalten worden. Wir ersahen daraus, daß die Redner sich nicht begnügten, auf die einfache Geschichtserzählung hinzuwcisen, wie die heilige Schrift sie uns überliefert, sondern allesammt bemüht waren, an alle Momente der Vorgänge wie des Gesetzes anderweitige Belehrungen zu knüpfen. Der Eine hob die politische und sociale Befreiung Jsrael's als ein Vorbild dessen hervor, wohin die Völker allezeit gelangen sollten; der Andere erwog diese Befreiung mehr als das Werk der göttlichen Vorsehung und Gerechtigkeit, welche das Sclavcnthum nicht dulden, den Schwachen immer zu ihrem Rechte, den Unterdrückten zu ihrer Erlösung helfen will. Der Dritte hingegen legte das Gewicht auf die geistige Freiheit, auf die Erlösung des Geistes von Vielgötterei und Götzendienst, da dieser Auszug doch nur den Hinzug zum Sinai bedeutete. Der Vierte setzte auseinander, wie der Weg zur Freiheit, der materiellen wie der geistigen,! ein schwerer, mühevoller und prüfungsreicher sei, der durch die bitterste Knechtschaft, durch das Rothe Meer äußerster Be-! drängniß und Gchchr und durch die Wüste voll Entbehrungen! erst nach langer Wanderschaft zum vechePMM Lande der Freiheit und des gesicherten Besitzes führe, das doch erst mit Todesmuth erkämpft sein will. Aber auch hiermit waren wir noch nicht zu Ende. Ein anderer Redner begrüßte das Peßach vielmehr als Geburts- und Weihefest Jsrael's zum Religions- Volke, zum Träger und Verkünder des Monotheismus, des einzigen, unkörperlichen, allumfassenden Gottes, das mit diesem Tage seine große Sendung antrat, die es heute nach mehr als drei Jahrtausenden noch nicht beendet hat. Aus diesem Gesichtspunkte versenkten sich Viele in die einzelnen Vorgänge und besonders in die einzelnen Bestimmungen des Peßachgesetzes. Daß jedes Familienhaus zu einer priesterlichen Stätte, jeder Familienvater mit Men Gliedern seines Hauses zum priesterlichen Amte berufen sein und sich weihen sollte, verkündete die Gleichheit Aller innerhalb der Religion, welche in ihrem Wesen keine Priester und keine Laien kennt, sondern an jedes Individuum als solches und als Glied des Ganzen mit denselben Forderungen herantritt. Wenn es jedem Israeliten fteigestellt wurde, sich durch das Peßachlamm der israelitischen Religionsgemeinschaft anzuschließen, wenn die Wahl des Lammes drei Tage vor der Opferung geschehen sollte, so bedeutet dies nichts Anderes, als daß jede religiöse Handlung, jedes religiöse Bekenntniß aus der ft«« Ueber- . zeugung, aus eigenster Selbstbestimmung fließen müsse. Selbst das wurde nicht übersehen, daß das Sprengen des Blutes an -die Pfosten des Hauses mit Mop, dem Symbol der Reim-! gung, geschehen sollte, nach der im damaLgs« Marsch« noch!so tief lebenden Symbolik mahnend, -daß kerne religiöse Handr

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