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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-06-30 · Heft 27 (30.6.1874) · p. Seite 462

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 27 (30.6.1874)
Date
1874-06-30
Page
Seite 462 (sequence 14)
Language
German
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meinden". -Der Borttag botinsofern keinL neue Momente, aks die anzustrebenden Reformenwie : Kürzung des Gottesdienstes; durch Fortfall unzeitgemäßer Gebetstücke an Sabbath-/und,> Festtagen, einstimmiger Chorgesang der,Gemtzinde, Einschiebung , deutscherGebete, Vortrag-/der Haftarah. in der Landessprache- Haltung eines.deutschen Vortrages u. - dgl. m. schon längst in jeder, dem vernünftigen.Fortschritt huldigenden Gemeinde,angebahnt und Einführung gefunden. Reformiren des Cultus. bestehe nicht in Abschaffen von; sich überlebt habendem Gebräuchen, sondern . heiße, an Stelle,/des./-Veralteten- -B eff eres und Zw echen tsipre ch e n - der es -zu --setzen, wie mehrerseitS richtig bemerkt wurde. .Als Leiter -des Gottesdienstes habe der Lehrer für würdevolle, in Ton und Haltung angemessene -Vortragsweise der. Gebete rc. zu sorgen; doch sei -bei vorzunehmenden Verbesserungen zur/ größten Vorsicht zurathen, und habe der Lehrer als Cultusbeamter vor Allem ein sel b st stän diges, Vorgehen zu Meiden, wolle er sich vor Unliebsamkeiten schützen. Darin stimmte 7 die Versammlung ferner überein, daß, was in. größeren Gemeinden der Rabbinerin, kleineren der Lehrer sei---daß <von ihm als Träger des Cultus, Vieles, ja das Ganze abhange-,- und er in besonnener; Weise, gestützt auf historischen Boden, - -für-- - die geistige Hebung seiner Gemeinde alle Hebel ansetzen müffe, ^wodurch von -selbst ein solider Grund für einen verbesserten-- erbauenden Gottesdienst geschaffen werde. Damit - waren - die wesentlichsten Punkte der Tagesordnung erledigt. . Die noch übrige Zeit -wurde den freien Besprechungen gewidmet, worin^unter . Anverm die bekannte Lasker'sche Resolution zur Sprache --kam, -über deren weite Tragfähigkeit keine Meinungsverschiedenheit - obwaltetei Um, nicht Allbekanntes, zu wiederholenseinur bemerkt, daß ein besonderes -Vorgehen der Conferenz in dieser Angelegenheitnicht beliebt, sondern es Jedem dringend/zur Pflicht gemacht wurde, was auch .vom geehrten - Redacteur dieser geschätzten Zeitschrift mit besonderem Nachdruck betontworden sei,. sich - seiner Zeit mit dem Abgeordnetendes Kreises in Verbindung zu setzen, sei es mündlich oder schriftlich-; den Herren, die gemeinhin, wie an angeführten Beispielen illustrirtwart<, eine -horrende Unkenntniß jüdischer Gemeindeverhältnisse an den Tag legen, Aufklärung über die Sache zu -verschaffen. - — Betreffs der schwebenden Lesebuchfrage, gab Herr Blumenfeld die Zusage,, bei der. im Laufe dieses Sommers nothwendig werdenden neuen Auflage des Hansters - Hechtschen Lesebuchs für Mittelclaffen den Wünschen der Versammlung auf Abänderung - gewisser Theile sorgfältig Rechnung tragen zu wollen, und bitte er, diesbezügliche Vorschläge an ihn gelangen zu lasten. . Zum nächsten Conferenzorte bestimmte man Bochum, und folgende Gegenstände wurden auf die Tagesordnung gesetzt:: 1. Revision des Status.' 2. Das Gedächtnis und seine Ausbildung in Beziehung auf die verschiedenen Unterrichtsfächer, Referenten: Gossel und Oppenheimer. 3: Wie sollen' die Chebra-Vorträge beschaffen sein-/damit sie^erbaulich und belehrend wirken? Res.: Levor. - Nachdem; dem Morsitzenden für.seine umsichtige Leitung,^der, Dank-der Versammlung votirt worden, schloß derselbe nach:einem, klaren Resums über den. Gang der Verhandlungen, unter Ab-' stattung besten Dankes an die Gemeinde Schwerte für die gast-) -liche Aufnahme,- mit dem Wunsche auf ein frohes Wiedersehen und recht -zahlreiches ' Erscheinen , so Gott willin Bochum die Sitzung. ' ., /.Der-Nachmittag führte,-ein. Häuflein -der noch Gebliebenen, zur Diesterwegfeier auf dem Kaisersberg bei Herdeckewo-trotz, der drückenden^ Hitze Tausende von Lehrern sich .eingefunden hatten, um bas Andenken eines -großen Schulmannes, gebührend: zu.ehren und. zu feiern. Den.Verlauf dieses großartigen, Lehrerfestes zu? berichten, das gehört nicht hierher. Aber gewiß, werden, die empfangenem Anregungen und Eindrücke, der Genuß, Männer wie Rittershaus, den sinnigen Dichter des Wupperthales, der wuchtige Keulenschläge aus .die Häupter der. Finsterlinge,, dse einer gesunden- Bildung und vernunftgemäßen Erziehung, dih Gegner ver Schul-- und Lehrerwelt, in-, gebundener und/ ungebundener .Rede-? niedersausen ließ; ferner .den greisen Harkort-? den lapfern Verfechter der Volksrechte, den unerschrockenen Vorkämpfer^ für die allgemeine Volksschule,? für bessere Dotirung ihrer. Leiter von Angesicht zu, Angesicht'zu sehen, und sprechen zu hören, unvergeßliche Momente..bleiben. - , . : / Möge, so will ich meinen Bericht schließen, die- Zahl solcher .Männer immerfort sich mehren, das; gesprochene und geschriebene Wort an maßgebender Stelle? nicht bloß . Anerkennung findensondern auch, seine -Wirkung Ihuw-^— auch in das. Leben des geplagten jüdischen^ Lehrers.j wird dann ^die/ausgehende Sonneihre Hellen Sttahlen werfen, . die alleguälendem Zweifel und drohenden Wolkengebilde, die an seinem Himmel sich aufthürmen wollen, wie mit einem Zauberschtage verscheuchen werden. Das sei unsere - Hoffnung und '— ibäi by unser Wahlspruch! , . Oppenheimer. Vermischtes. In Algier verstarb ein junger Neger, der lange Zeit in einer israelitischen Familie Diener war. Sein Herr ließ ihn mitten unter, den israelitischen Gräbern beerdigen. Dies regte die,.untere Volksmasse sehr auf,, besonders die Frauen. Eine derselben wollte in der Nacht einen Geist gesehen haben, der ihr befahl, sofort die Vorsteher , der Gemeinde aufzusuchen.und sie aufzufordern, den. Leichnam zu entfernen, weil sich sonst ein Unglück ereignen. und die Urheber treffen würde. Die Verständigen kehrten, sich an diese Fabeleien , nicht, und. der^-Körper . des verstorbenen Negers verblieb an seinem Platze. -.Das./Consistorium aber entschied, daß die Leiche ausgegraben und. an einem, besonderen Orte bestattet werde. . , „ /

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