Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 52 (23.12.1873)
- Date
- 1873-12-23
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Zu beziehen durch alle “ " Zen Biblische Geschichte . fiir die Mittelklasse^ der israelitischer^ Volksschule^ bearbeitet von •T. “Weil^ p. Lehrer in Stuttgart, 16 Bogen in 8°. Preis bro(chirt 20 Sgr.'1 fl. 12 kr. Partiiiepreis für 25 Exemplare 15 Thlr. 26 fl. 15 kr. Das Bedürfnis« einer speeiell fiir die Verhältnisse der Mittelklassen in israelitischen Volksschulen bearbeiteten biblischen Geschichte wurde schon oft und von verschiedenen Seiten ausgesprochen. Der Verfasser hat sich die Aufgabe gestellt, diesem Bedürfnisse durch das vorliegende Buch nicht nur hinsichtlich der Auswahl und Anordnung des Stofles zu entsprechen, sondern dabei auch den weitergehenden Zwecken der biblischen Geschichte auf der fraglichen Unterrichts-Stufe nach Möglichkeit Bechinnig zu tragen; — und von bewährten Schulmännern -wurde in anerkennender Weise die Zweckmässigkeit der in Kode stehenden Schrift Iwreits ausgesprochen. fhiifigkcit winkt in der Hegel weder materieller Vortheil noch 1 „ewiger Nachruhm.“ ' Herr W. begründet in der Vorrede dieses Bcdiirfniss zunächst fiir die württembergischen Schulen, wo für die Mittclliixl (dierklasMMi die „Schul- und Hausbibel von Auerbach“ eingoltihrl sst. Die eigene langjährige Erfahrung, sowie die wiederholt in 1.obrer-\ orsnmmhuigen ausgesprochene Zusf inimnng der Gol legen bestärkten den Verf. in der Ansicht, dass das genannte Lehrbuch nicht für die Mittelklasse geeignet sei. Nun steht zwar Herr V. seit mehreren Jahren der praktischen Lehrthätigkeit lerne, um so mehr aber i.t es anzuerkennen, dass er seine wohlverdiente Müsse und seine reichen, pädagogischen Erfahrungen noch für die Schule nutzbringend zu machen sucht. W ie von einem erfahrenen Schulmanne nicht anders zu erwarten war, i.t dann Herr AY. vmi den einzig richtigen Grundsätzen ausgegangen. Sachlich kommt es bei einem Huche liir die Mittelklassen besonders darauf au, dass nicht zu viel und'nicht, zu wenig gegeben ist, denn zu viel verwirrt, zu wenig ist ungenügend. Wir finden also alle biblische Erzähl ungen und mit so viel Ausführlichkeit behandelt, als zum völligen A «‘r-iändniss derselben und ihres Zusammenhanges unter einander notbwendig ist. Schwierigere I'artbien, z. B. die Geschichte der Könige 'nach der B «nebstbei luug, sind zusammengefasst und kürzer behandelt. In einem Anhänge ist ( ein Auszug aus den geschieht liehen 1 heilen der Apokryphen ’ gegeben. — \om „gesetzlichen“ Inhalte der 5 Bücher Moses sind die wichtigsten moralischen Sätze aufgenommen und eine gedrängte Erklärung der Arten und Bedeutung der Opfer gci geben, letztere ist gewiss nicht überflüssig, da in den späteren; Erzählungen und gelegentlich auch in den angeführten Sprüchen «ft von Opfern die ltcde ist. — Formell ist die Bibelsprache I fast überall, an einigen Stellen vielleicht zu sehr, wörtlich beibehalten. Da das Bibelübersclzen sich immer mehr auf ein Minimum reducirt und das Bibellesen (deutsch) auf zahlreiche Hindernisse stösst, so ist diese Form der Erzählung gewiss die richtigste. Im Ganzen stellt das Büchlein etwa auf gleicher Stute mit dem bekannten des verst. Prof. Lovy in Breslau, das aber in Süddeutschland last gar nicht gekannt zu sein scheint. Es Hesse sich vielleicht streiten über einzelne Ausdrücke, die allzu populär erscheinen möchten — dabei bedenke man aber, dass das Buch hauptsächlich für Volksschulen geschrieben ist! i Die Jahreszahlen Beziehen «>V.L ..Mmnar nicht, auf einzelne i Ereignisse, sondern auf die in den Uchorsehriften angegebenen Perioden. Bei einer zweiten Auflage dürfte c> '-ärh viel leicht Der Herr Bezirksrabbiner Di\ Hoch stadt er äussert sich in der „Allgemeinen Zeitung des Judcnthums“ unter Anderem: Dagegen dürfte die rubricirte neueste Erscheinung auf diesem Gebiete dem angedeuteten pädagogischen Zwecke am Besten entsprechen, indem Wells biblische Geschichte, abgesehen von ihrem billigeren Preise und der splendiden Ausstattung, folgende Vorzüge besitzt: 1. Dieselbe lässt sich in ihren ersten 52 Erzählungen auch Seitens des Lehrers der unteren Gasse für seine Vorbereitungzum mündlichen Vorfrage biblischer Erzählungen aus dcnrl’eutateuche benutzen, denn auf andere Weise sollen die Geschichtsauszüge in dieser, <' Inhalt des blos Gelesenen selten begreifenden Clause mAit mitgetlieilt werden. 2. Sie gibt dem I.ebrer durch die in Anmerkungen stehenden passenden Bibelsprüche, welche die aus dev Erzählungen rcsulti runden moralischen und religiösen Lehren, wozu ein einzelner Bibelspruch in der l el> er« eh ritt selten ausreichen würde, kernhaft andeuten, die beste Anleitung zur Nutzanwendung des Erzählten und Gelesenen, ohne dass jene Sprüche ihm schahloncnartig in den Mund gelegt würden. 3. Der Ton, in welchem erzählt wird, ist der kindlichen Fassungskraft angemessen, und folgt der biblischen Sprechweise, wodurch diese Schrift zugleich auf den Gebrauch der „kleinen Bibel“ in der oberen Gasse zweckmässig vorbereitet. Ucberdies sind bei den Ilauptepochcu der bibl:sehen Geschichte die Zeiten der Ereignisse in runden Zahlen angegeben und zwar nach der chronologischen Tabelle der biblischen Geschichte von Zunz, welche übrigens nicht überall zuverlässig ist. Wenn ich oben von den ersten 52 Erzählungen dieser biblischen Geschichte ans dem I’entatcuche sprach, während sie doch Ins zu Mosis Tode 53 Erzählungen enthält, so that ich dies deshalb, weil die 4-1. Erzählung, die eine specielle Belehrung über den ehemaligen Opferdienst gibt, in einer solchen Jugcndschrifi. weder pädagogisch zulässig, no:h für das praktische Lehen fruchtbar zu sein scheint. Sieht sich ja der Verfasser selbst bemüssigt, hinter dieser seiner Mittheilung Bibelsprüche anzufiihren, welche den äusscrlichen Opferdienst geradezu paralysiren. Doch soll diese Bemerkung dem guten Werke keinen Ah- 1 brach thun: cs ist vielmehr den jüdischen fb*r unteren . ._juuLIL-säc._dv.r: Sj-hulingmul. s.>\vie dm<er .-«dl, 74454