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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-12-10 · Heft 50 (10.12.1872) · p. Seite 995

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 50 (10.12.1872)
Date
1872-12-10
Page
Seite 995 (sequence 13)
Language
German
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d^r^rdoxMen- WaeMsHew -Bevölkerung M Sprache kgWN./^ Wie man^ weiß, wird durch dieses Monopol den Iüden die-Möglichkeit benommen werden, das Vieh nach ihrem Ritus schlachten zu können, so daß sie entweder röhren' Traditionen 'untreu werden, ober dem Genuß des Mind- und Lammfleischesfürdie Monopolzeit in Jassy entsagen müssend Die Israeliten haben /'nun,'Angesichts eines solchen Dilemma's, vor der ÄKastön-der Primarie eine Petition überreicht, worin dieselbe aufmerksam gemacht wird,, daß in den veröffentlichten Stipulätiönen für - das Monopol ihrer Ausnahmsstellung'hinsichtlich des Fleischgenusses gar nicht Erwähnung geschieht, und ist dieselbe ersucht worden, spMngees noch Zeit ist, hieran zu denken, da sonst dieganzeisraelitische Bevölkerung der Gnade des Manopolinhabers anheimgegeben sein wird. -Letzteres ist einigermaßen unverständlich, da es in den von der Primarie/ gestellten Bedingungen ausdrücklich heißt: ,>Die Biehschlächter, die der Monopolinhaber' in seinen Diensten haben' wird, müssen Rumänen sein" (Fabier äo edar^s,' Art. 9, Al. 1); . der ^Unternehmer kann also beim besten Willen nicht helfen, und würden ihm die Israeliten noch so viel geben, so dürfte er doch keinem jüdischen Schächter zu schlachten gestatten. Ueber die erwähnte Petition entspinnt sich nun eine lebhafte Debatte / d. h. der Ausdruck „Debatte" ist eigentlich hier nicht statthaft, .da .alle Anwesenden ohne Ausnahme für die Zurückweisung des Ungeheuern Ansinnens Seitens der Juden waren. Ein Herr Mil er nenntdiese -Petition sogar, eine Impertinenz. Me lieben' Väter der Stadt Jassy ergehen sich in mehr odvr weniger theologischen Widerlegungen des jüdischen Glaubens, und nennen den Mosaismus veraltet, dem Zeitgeiste widersprechend. Auf Grund dieser Erwägungen wollen sie die Juden wider ihren Willen zu besseren Ansichten bekehren. Schließlich wird noch der Kniff angewendet, daß man sagt, man wolle sich nicht in die Cultusangelegenheiten Andersgläubiger mischen. . . Mlles Dies wäre unendlich komisch, wenn es nicht die traurige Folge hätte, daß nun so viele Tausende in die'Unmöglichkeit.'versetzt würden Fleisch zu essen. ' ..vDie Herren motiviren ihre Zurückweisung mit dem Communalgesetze, welches vorschreibt, daß man wohl die--Einwohner mit Fleisch versorgen müsse, aber keinerlei'Maßregeln rücksichtlich irgend eines Cultus genomwen' werden. können. Was verstehen die Herren unter Cultus?, doch die Ausübung religiöser Vorschriften, also auch ritueller Gesetze? Verhindert man direct oder indirect diese Ausübung, was wird.aus. dem Cültus, und was' aus der in der Constitution gäranürten Cultüsfreiheit?^ Glücklicherweise bilden die Pytentaten der jafsyer .Commune, nicht die chöchfte Instanz im Lande, und wir sind überzeugt, daß ein - gerechter Anspruch so vieler Tausende nicht' unberücksichtigt' an unserem Ministerium vorübergehen ' wird. Das heißt denn doch eine Sache zu weit treiben, wenn man Jemand, .dessen Religion man zu achten vorgiebt > die Nahrung entziehen will. Glauben die Herren-hierdurch die jassher Israeliten zum Fortgehen zu bewegen? Fürwahr ein radicales Mittel! Doch wenn die weisen Herren dort in -ihrem blinden Hasse die ruhige Ueberlegung verlieren, so ist dies doch glücklicherweise--bei dem Weitaus größten Theile' des Volkes nicht der Fall, und es giebt. noch eine, andere und höhere Behörde, welche ähnliche Beschlüsse, dahin legen kann, Wohin sie gehören. Rußland. Petersburg, im November. Der Minister der öffentlichen Aufklärung in Rußland hat nachgegeben, daß die christliche Schulen besuchenden Schüler mosaischer Religion am Sonnabend und an den sieben jüdischen Hauptfesten auf 'den Wunsch ihrer Aeltern vom Schulunterrichte entbunden werden dürfen. In der Circularverfügung des Curators des warschauer Lehrbezirks, in. welcher diese Ministerialentscheidung den Directoren der verschiedenen Lehranstalten zur Nachachtung mitgetheilt wird, sind die sieben jüdischen Hauptfeste namentlich aufgeführt. tlachtra g. Berlin, 4. Dec. (Privatm.) Am 10. und 11. d. wird hier eine Versammlung von Delegirten der deutschen. Localvereine der ^Hianvs isr. univ. stattfinden, um eine straffere Verbindung derselben durch einCentralcomits und eine besondere Organisation zu bewerkstelligen. Es liegen drei -Statutenentwürfe vor, über welche die Verhandlungen zu entscheiden haben.. Wir'werden darüber ausführlich berichten.'/ , - A

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