Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1872)
- Date
- 1872-06-04
- Page
- Seite 460 (sequence 20)
- Language
- German
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i Zu dem sie sich geflüchtet, insgesammt - Verbrennen müssen. , - Mosterbruder. Allgerechter!j » Nathan. Als Ihr kamt, hatt' ich drei Tag' und Nacht' in Asch' Und Staub vor Gott gelegen, und geweint. — Geweint? Beiher mit Gotr wohl auch gerechtet, Gezürnt, getobt, mich und die' Welt verwünscht; Der Christenheit den unversöhnlichsten Haß zugeschworen —; Mosterbruder. Ach! Ich glaub's Euch wohlH Nathan. Doch nun kam die Vernunft allmälig wieder! Sie sprach mit sanfter Stimm': „und doch ist Gott! . Doch war auch Gottes Rathschluß das! Wohlan! ' ' Komm'! übe, was du längst begriffen hast; ..Was sicherlich zu üben schwerer nicht, Als zu begreifen ist, wenn du nur willst. Mteh' auf!" — Ich stand und rief zu Gott: ich will! Ich will! Das ist der einzige untrügliche Schlüssel zu dem großen Räthsel des Seins! Der kategorische Imperativ der Pflicht, vor dem alle faustischen himmelstürmenden Aspirationen, alle subtilen mephistophelischen Wenn und Aber in nichts verschwinden wie die Nehel vor den Strahlen der Sonne! Ich will! Das ist der wahre Höllenzwang: der Zwang, der die Hölle zwingt,/nicht sich zu öffnen, sondern' zu schließen. — Hörst du es, Faust, was die Geister singen: Weh! Weh! Du hast sie zerstört, Die schöne Welt! Willst du sie aufbauen? prächtiger wieder austzauen? Nur ein Mittel giebt's: nur eins! Es eifre Jeder seiner unbestochnen Von Vorurteilen freien Liebe-nach! Und wenn du dein Gehirn noch so sehr abmarterst über dem furchtbaren Problem des Menschendaseins, du findest keine andere Antwort als d;e eine: daß des Menschen höchste und einzige Aufgabe eben die ist: ein Mensch zu sein. So werden Faust und Nathan durch die Jahrtausende gehen. Millionen und aber Millionen werden mit Fausts gramesdüsteren Augen in das Dunkel des Menschenlebens starren, und von Nathans leuchtender Stirn die Antwort lesen. Denn das ist ja eben das Wunderbare dieser beiden Gedichte und ihre geheimnißvoll-offenbare Wahlverwandtschaft,/ daß. in b$tn einen der Grund der Menschheit.-so tief aufgewühlt ist, wie nirgend sonst, und in dem ändern das große Geheimniß so einfach klar gelöst ist, wie auch nirgend, sonst.. -„Faust" ist hie Tragödie des Weltschmerzes, „Nathan" ',Pas Hohelied der Versöhnung. „Faust!', ist das Chaos, „Nathan" der Jrisbogen , der sich —. ein Zeichen trostreichster Verheißungleuchtend über den Abgrund spannt." sStilprobe-H Der „Siebenbürger Israelit", ein in, Hermannstadt' neu erscheinendes Wochenblatt, steht bei: all seiner Eingeweihtheit in die weit ausgreifenden Pläne der bismarckschen Politik mit der deutschen Rechtschreibung und Wortfügung auf gespanntem Fuße. Wir geben, als ein Pröbchen• daS, was der „Israelit" Aber; die^ Zustände in Rumänien schreibt: „Die Nordd. Mg. Zig, . — heißt^ es — bringt die Nachricht, das die..schnelle. Rückkehr des Firsten Bismarks nach Berlin stehet in. Verbindung mit der schlechte Lage wie die Romania jetztbesteht, um etwas zu ordnen. Den laut Bericht der M. Hl. hat der Prinz Karl First von Romania den, Kaiser von Deitschland und den Firsten Bismark geschriben: das er ist wider fest beschlosen die Romania zu verlasen, den er kan schon nicht mehr ertragen was es dortew zugeht. Diese Nachricht hat den Firsten Bismark 'b,ie; Reise gestert, den eigentlich das Streben von Bismärk, das ein Prinz von den Familie Hohenzoller als regirender First nach Romania gehn soll, war nicht die Ursache, weil die preisische Kaser soll verdinen den Gehalt von diesen Prinzen, o nein! sein streben war nur das ein preisischer First soll in die Romania welche sie bei die estterreich-rusisch-tirkische Grenzen ist, als regirender sein und dadurch hat der First Bismarck — bis nun nicht zugelasn das Prinz Karl soll abtretten von dort. Nur aber laut di Lage wie jetzt die Romania befindet sich, Mord und Raub effentlich aus die Strafen, klein! wi groß, ist fest zu denken, das der First Karl wird nicht Bismarts Politik achten, und die romanische Thron verlasen zu misen, den es ist beser, das er „Eksfirst" ernach heisen soll, bevor das die Barbarn ihm , das'Leben nehmen oder wi den Kufen behandeln, mege „ der Allmechtiger dise Gedanken vom Firsten in Erfillung bringen, erzt van werden alle Thoren der , Rpmania aüfgiefnet werden und di Prifizeichung von di alle dortige' GeneralcoNsuläten ihren Brief, wird zu Stande kommen,' und damals wird der Graf Beist noch Arbeit, haben,' in sein Buch welchen über die Juven-Emancipirüng verfaßt hat, auch über die romanische Iuden-Emancipirung hm-, schreiben misen." Verlag von Baumgärtner'S Buchhandlung in Leipzig.— Druck vou I. B. Hirfchfeld. Verantwortlicher Redacteur Wav % Softe.