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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-04-23 · Heft 17 (23.4.1872) · p. Seite 328

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 17 (23.4.1872)
Date
1872-04-23
Page
Seite 328 (sequence 6)
Language
German
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fei ' Erfahrung geschilpt hat, beantragt er. fügende Resolutionen: ■ .f: " Der Gemeindetag erklärt. I. Die Unterstützung der Armen ist von jeher eine der heiligsten Pflichten der Anden gewesen. Der Gemeindelag halt aber eine gleichmäßige-Organisation der Wohlthatigkect für notwendig. / Öti .erster Linie haben die jüdischen Armen,dasselbe Recht äüf staatliche und städtische Unterstützung, wie die christ- - stchSü; >; de,r . Gemeindebund hat - auf die Verwirklichung '^8 Rechts hinzuwirken. Doch sollen die Juden selbst noch weiter beitragen. uund vorzüglich die Quellen /,.W Pauperismus zu verstopfen suchen. - ES ist eine ....... , Ehrenpflicht für jede Bundesgemeinde, für ihre Armen '/selbst-, zn . sorgen; keine Bundes gemeinde darf -/Schnorrbriefe ertheilen. Reichen die Mittel der Einzelgemeinde nicht aus, so müssen-Bezirksarmen- //-verbände gebildet werden; sehen auch diese sich nicht im Stande, den Bedürfnissen der localen Armuth zu ge- '^'.-nüKn, so haben sie sich an die Bundescasse zu wendirectan die Armen selbst wird diese nie etwas Reisenden aus B ettel darf Übei- Äk-'HhupL,nichts mehr gegeben werden. Arme Bädev. ' Eisende müffen den kürzesten Weg nehmen, wofür die bettessenden Gemeinden zu sorgen haben. Es sollen jDMHnzcomi16's in den Städten an der russisch-polnischen ^WräM gebildet werden.,.-, .um die von dort kommenden EH^tlet,,soM.'.-ürüchzusenden. / (Es - .wurde hierbei- .angesdaßi Mittekgemejndött s in. / Deutschland.. jährlich für MÄMMawderbettler;;3000. Gulden und mehr .ausgeben.) P Hiß - Mittel, die > bisher - verzettelt worden sind, sollen der ''Äündescaffe oder den Armenverbäuden zugeführt werden. ''^Ilä-Ks sollen gleichmäßige Grundsätze für die Pen- ''.'sionirung der Gemeindebeamten festgesetzt werden. Zu- DKMckgekommeuen Aeineu Gemeinden, wie Gehalt und Pen- DDjlon'-her Beamten in ausreichender Weise nicht zu tragen //; vermögen, soll der Bund^zu Hülfe kommen. Auch hier in erster Reihe dahin gestrebt werden, daß Staat" 'und Stadt die jüdischen Gemeindebeamten wie die christlichen - besolden. Aber da der jüdische Haushalt mehr Mittel erfordert, als der christliche, so sollen Bezirks- . verbände zur weitern Aushülse gebildet werden, und im Nothfalle endlich die Bundescasse ergänzend eintreten. . Nach Annahme , dieser. Resolutionen durch die. Versammlung wurde die Vormittagssitzung um i% Ufyc geschloffen. Die Nach mittag ssitzung währttz. von fünf bis neup Uhr, und die Debatten waren noch lebhafter,-. als am .Vormsttgg, rühmend hervorheben (yrpsich;- .daß „ die Verhandlungen in 'strengster parlamentarischer,Mise -M und ohne jeden. Zwischenfall und, jede Störung' geführt 'M wurden. Es waren inzwischm Begrüßungsdepeschen, auß '' Buttenhausen und Augsburg eingelaufen und wurden verlesen. /. '•■^1 Die Versammlung .Übertrug nach kurzer Debatte dem Ausschuffe die Wahl der Fachkommissionen, bei welschen möglichst der- 'Grundsatz durchgeführt werden solh daß jede dieser Comckisfloney aus Mitgliedern; die sich an einem Orte befinden/ bestehen soll. rlr. Lehmanü beantragt, zwei Telegramme an die hochverdienten GlaÄ bensgen offen A. Crömieux und Sir Moses Most- W tefiore zu senden, und las deren Fassung vor. ES wird in denselben den genannten Herren die ConstitUi^- H rung des. Gemeindebundes angezeigt und die dankbare W Anerkennung ausgesprochen, welche der versammelte Ge- H meindetag für die Verdienste der beiden verehrten Mäü- | ner hegt. In dem Telegramm an Cr6mieux wurde Z zugleich der Wunsch ausgedrückt, dah die vorhandene | Mißstimmung zwischen den französischen und den deutschen Juden schwinden möge,' was unbeschadet des beiderseitigen 1 Patriotismus geschehen könne. Das Telegramm üü Crömieux wurde nach längerer Debatte ganz nach seinem Wortlaute genehmigt , das Telegramm an Montefiorb mit einergeringen Abänderung, durch welche die Verdienste 'deffelben „von Damaskus bis Rumänin uüb Persien" noch stärker betont wurden. Ä ’biefe beiden Telegramme.reihte — auf Ersuchen iei ÄorstandeS —. Dr. ^hilippson einige Wo^e ehrenden Gedächtnisses für den vor kurzem verstorbenen Ä vr. .Raphael Jakob Kosch. Er hob infDnberS1 f edle besonnene und milde Persönlichkeit des VerÄrtä/^ hervor, durch welche/er. eine unmittelbare Wirküüg^aMM aÜe Parteien übte. In zwei Momenten jeder Giittlß'y hewegurig wäre eine solche Persönlichkeit von höchs^y^ Wichtigkeit: im Momente ihres Ursprunges und m dem / ihrer Entscheidung. Wir ^uden hatten -das Glücks' habt, im ersten Moses Mendelssohn, im zweiten Riesig ' und Kosch zu haben. Kosch hat über die allgemeines j liberalen Ideen die specififch jüdischen nicht vergeffetz,,/j denen er mit ganzem Herzen anhing bis zum^Tod^./j Eine solche Erscheinung versöhnt uns wieder nut''/Äito/ ttcupigen Erfahrungen des LebenS. MeBersammlung drückt ihr Mitgefühl, durch ErW^ von dmiSstzen aus. .

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