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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-09-18 · Heft 38 (18.9.1866) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 38 (18.9.1866)
Date
1866-09-18
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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30. Jahrgang. Allgemeine Jlf 38* MW Zeitung des Zudenthums. um unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegrben von Rabbiner Vr. Ludwig Philippfon in Bonn. •;.P Leipzig, den 18* September 1866. i jichr^g ’ill erscheint wöchentlich einmal, Dienstag«, in I Vr bis 2 Bogen.^ Preis de-^JahrfM^S ^Thlr. Ip.,"Inserat« prüden Mt ^'^Ngr. flkt die WÜtzeile oder deretr Ranm berechnet. ^Alle^Buchhandlungen,^ nehm^ü Bestellungen an; ‘bet Haupt-L »itiön für beide Lchtere hilt stch das Ztönizl. Sachs. 'Haupt-ZeitüngS-Bureau hier unterzogen. ßalblührig I^lr.^,5 M. I n h a l t. V^ßteude Artikel r Was haben wir zu thun? — Die Annexionen. — Literarischer Wochenbericht. AffitungSnlrchrichtenr Deutschland: Bonn, Berlin, Rakel, Berlin, Hamburg. O est e rr e i ch i s ch e r Ka i se r st a a t|: Wien. Leitende Artikel. Bonn, 2. September. Vas haben wir zu thml? Deutschland rmd Preußen sind in eine neue Zeit eintzrtreten. Der deutsche Bund, durch den Bundestag odvtöeteu, ist aufgelöst. Wir haben ihn als Deutsche Nicht zu betrauern, wir haben ihn als Juden nicht zu beklagen. Selbst die schwankende Verheißung, die uns im 16. Artikel der Bundesakte gemacht worden, ist niemals in Erfüllung gegangen, hat die Fürsorge des Bundestags niemals zu empfinden gehabt. Die nördlichen Staaten Deutschlands treten zu einem neuen Bunde unter Führung Preußens und mit Berufung eines deutschen Parlaments aus den verbundenen Staaten zusammen. Preußen hat mehrere norddeutsche Staaten sich rinverleibt und ist mit deren Organisation in ihrer Vereinigung mit Preußen beschäftigt. Preußen bewirkt überall gleicher Zeit die Beseitigung der inneren Cönstikte, die seit 1862 auf dem Boden seiner Verfassung bestanden, rund geht diesem Ziele rasch uno m günstigster Weise entgegen. Jtt dem neuen norddeutschen Bunde gipbteS^ Staaten, in welchen die Juden noch vielen Beschränkung gen unterworfen sind. Wir nennen hier Mecklenburgs Sachsen, Meiningen. In Preußen sind die Judest noch; immer von vielen öffentlichen Aemtern ausgeschlossen. . Welcher Zeitpunkt wäre demnach angemessener, die nend-! liche Ausgleichung aller dieser Beschwerdepunkte zu , langen, oder wenigstens anzustreben, als der Beginn ■ dieser neuen geschichtlichen Epoche für Deutschland und Preußen, als eine Zeit, wo sich das schöpferische %hen in unserm großen Vaterlande von Neuem bethätigt, eine Umgestaltung der Verhältnisse in vaterländischem Geiste bereitet, und somit für die Zukunft eine neue Aerg eröffnet? Jetzt, wo man daran geht, die politischen Voxs schiedenheiten und Spaltungen zwischen den einzeliM . deutschen Gauen zuvörderst für Norddeutfchland apSdem-v. Wege zu räumen und Einheit in und vor dem Gesetz-. herzustellen, ist es ein um so dringenderes Bedürfuiß, auch die völlige Gleichstellung der Juden in und vor dem ■ Gesetze zu verlangen* Der Zeitpunkt ist aber um so geeigneter, als der gewaltige Kampf, der vorangegangen, der blutige Krieg, der sich eben entschieden hat, abermalauch die deutschen Bürger jüdischen Glaubens zu völlig gleicher Betheiligung, Hingebung und Dpferwilligkeit berufen, und diesem Berufe mit ganzer Seele folgend, bewährt hat. Noch ist das Blut nicht verraucht auf den Schlachtfeldern, welches in völlig gleichem Antheil Christen und Juden in Sieg und Niederlage entströmte; in den Gräbern ruhen die Gefallenen ohne Unterschied -beö Glaubens mit einander; in den Lazarethen liegen die Ä W W W

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