Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1866)
- Date
- 1866-08-14
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage z« No. 33 der Mg. Zeitg. des Zudenth. Das Institut zur Förderung der israelitischen Literatur. Wir haben dies Mal mit der gewohnten Ansprache an das verehrl. Publikum und der Veröffentlichung des Verzeichniffes unserer gegenwärtigen Herren Agenten gewartet, bis der kriegerische Sturm, der über Deutschland mit allen seinen zerstörenden Wirkungen dahingerast, vorübergegangen, und der beglückende Hauch des Friedens wieder über die schönen Fluren des Vaterlandes weht. t Jetzt nahet der Friede und ist vielleicht, wenn dieses Blatt in die Hände der Leser gelangt, bereits durch den Vollzug der nöthigen Förmlichkeiten gesichert. Wenn uns nun auch selbst währnd des Krieges von manchen einzelnen Orten die Zusicherung geworden, daß die Theilnahme unserer bisherigen Abonnenten auch in diesem Jahre sich nicht verringern werde: so konnten doch die Verheerungen, welche in der industriellen Welt schon die Kriegsdrohungen in erschreckendem Maße hervorbrachten und die nothwendigen Folgen des Krieges in den von ihm betroffenen Landstrichen uns fürchten machen, daß der Ausfall an Abonnenten so groß sein würde, daß es dem Institute unmöglich wäre, in diesem Jahre seine Leistungen in angemessenem Maße fortzusetzen. Die Schnelligkeit indeß, mit welcher der Krieg vorübergegangen, das frische, hoffnungsreiche Streben, das mit dem Frieden wiedererwacht, die schnell wiederkehrende Belebung des Verkehrs berechtigten uns zu der Hoffnung, daß, wie alle Arbeiten des Friedens, auch unser Institut schnell zu neuer Blüthe erstehen, und eine Unterbrechung seiner Thätigkeit nicht zu befürchten sei. Die jetzt bereits täglich sich mehrenden Anmeldungen benehmen hierüber den letzten Zweifel. Mit Zuversicht treten wir daher an das verehrl. Publikum, infonders an die Herren Agenten, und fordern sie zu reger Theilnahme und zu eifrigen Bemühungen für das Institut auf. Gerade weil bei den vielfachen Verlusten, welche die große Handels- und Creditkrise gebracht, und den Schäden, die der Krieg in den Landstrichen, welche er betroffen, angerichtet, doch der Ausfall einer Anzahl von Abonnenten unvermeidlich ist, gestatten wir uns, eine erhöhete Thätigkeit zur Erlangung von Mitgliedern zu beanspruchen, und glauben uns um so mehr hierzu berechtigt, als es hierbei einerseits kein persönliches Interesse gilt, andrerseits das Opfer für die gute Sache doch zu geringfügig ist, um nicht bei den stets offenen Herzen unserer Glaubensgenossen Eingang und Bereitwilligkeit zu finden. Der Schlußtermin des Abonnements ist wie gewöhnlich der 30. September. Die Zeit bis dahin ist daher lang genug um den desfallsigen Bemühungen Spielraum zu gewähren, aber auch kurz genug, um ein längeres Anstehen nicht zu gestatten. Mögen daher unsere Herren Agenten und Alle, die der jüdischen Literatur und unserm Institute insonders ihre Theilnahme schenken frisch und nachdrücklich die Hand an's Werk legen und uns recht bald mit der Anzeige eines glücklichen Erfolges erfreuen. Diesem entsprechend wird es unsere fortgesetzte Bemühung sein, durch .die Gediegenheit und den Umfang der den Abonnenten zu übergebenden Werke allen berechtigten Ansprüchen zu genügen. Für das zwölfte Jahr sind bis jetzt bestimmt: Die Geschichte der Juden in Portugal von Dr. M. Kayserling, welche des Interessanten und für alle Leser Ansprechenden Vieles enthält; der Divan G abirol's von Dr. A. Geiger, d. i. Lebensbeschreibung und metrische Uebersetzung aller noch vorhandenen Gedichte dieses großen Dichters. und Denkers; Jakob Tirado, ein historischer Roman aus. dem Ende des 16. Jahrhunderts, vom Verf. von „Sepphoris und Rom;" der 2. Bd. der Bibliothek griechischer und römischer Schriftsteller über Juden und Judenthum, enthaltend die sämmtlichen kleineren Schriften des Flavins Josephus. Die Abonnementsbedingungen bleiben dieselben. Der jährliche Abonnementspreis ist 2 Thlr. Eine weitere Verpflichtung besteht für Niemanden. Bis zum 1. Oktober müssen die Gelder in der Hand des Rendanten Herrn Banquiers Joseph Goldschmidt in Bonn und die alphabetarisch geordneten Listen in der Hand des mitunterzeichneten Rabbiners Dr. Ludw ig Philippson in Bonn sein. Mit dem 1. Oktober beginnt der Druck der Schriften, und da hiermit die Höhe