Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 25 (19.6.1866)
- Date
- 1866-06-19
- Page
- Seite 400 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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dessen, was Beit von Seiten der Gemeinde — hauptsächlich seiner Gemeinde — geschaffen wissen wollte.*) Nun, bis auf den letzten Punkt hat Veit alle seine ' - Wünsche und Forderungen verwirklicht werden sehen und, was die Hauptsache ist, die Freude gehabt, zu eben die- ' ser Verwirklichung seinerseits immer das Wesentlichste r . beigetragen zu haben. Um noch zu zeigen, wie Veit für diE jüdische Lehre . überhaupt, — da, wo er ihre Rechte gedrückt sah — in die Schranken trat, citirt der Verfasser der Gedenkblätter noch die kräftigsten Stellen aus der Rede, welche Beit als Mitglied des preuß. Abgeordnetenhauses in ■; dessen Sitzung am 24. April 1860 bei Gelegenheit der .Verhandlung über die bekannte Petition Sutro's gehalten und die, wenn wir nicht irren, dazumal in diesen Blättern vollständig abgedruckt gewesen. , , Zum Schluffe dieses Aufsatzes erfahren wir endlich noch, daß, wenn die Gemeinde-Verwaltung in ihre neuen Geschäftsräume einzieht, das von Meisterhand ausgeführte Bild Veit's mit ihr einwandern werde, „schön und stattlich, wie die Räume, die ihn ausnehmen sollen, schön und stattlich, wie er selber gewesen." — Neben den , : Bildnissen von Moses Mendelssohn und David Friedländer ist nämlich auch das von Dr. Moritz Veit dazu " ' bestimmt, dem neuen Repräsentantensaale (im Mittelthurm der neuen Synagoge) Schmuck und Zierde zu verleihen. — - ' Aus den „Schulnachrichten", welche der eben bespro-!■ chenen Arbeit folgen, gestatten Sie uns schließlich noch, - einige Notizen mftzutheilen.. — Die „Jüdische Gemeinde- Knabenschule, welche, wie aus dem Vorhergehenden zu ersehen, unter, der Leitung des Hrn. Rector A. Horwitz nun schon das 15. Jahr besteht, zählt seit Ostern 1864 dreizehn Classen, in denen während, des letzten Semesters 632 Knaben von .17 Lehrern und 6 Lehramtsaspiranten unterrichtet wurden. Der Stufen giebt es acht, und die 13 Elasten entstanden daraus, daß 5 der ersteren (nämlich III bis VII) in zwei Cöten oder Parallelklassen getheilt werden mußten. Zu den Lehr- Disciplinen, deren Zahl sich im Ganzen (incl. Turnen) auf 15. beläuft, gehören von fremden Sprachen auch Latein und Französisch — und wird mit ersterem auf der 5. Stufe (Kl. IV), mit letzterem aber schon aus der *) Und warum hat der sel. Veit bei solchem Vorhaben niemals denen die Hand geboten, die Gleiches anstrebten? Redact. - 3. Stufe (Kl. VI) begonnen. In den specrfisch Mischen Disciplinen (Hebräisch und Religion resp. bibl. Geschichte) wird in allen (Aasten unterrichtet, und zwar in jeder 8 resp. 7 Stunden wöchentlich. Wo die Lehrkräfte nicht ausreichen, werden dieselben — natürlich aber nur in den unteren Elasten -—durch Lehramts- Aspiranten (ausgebildete Zöglinge des Berl. Seminars) ergänzt. Der Gesang-Unterricht wird in allen Elasten durch Herrn Musikdirector Lewandowski ertheilt. — Wie immer, so sind auch während der verflossenen 2 Schuljahre (der letzte Bericht war Ostern 1864 erschienen) Zöglinge aus der I. Elaste, der Gemeinde-Knabenschule in die Ober-, resp. Unter-Tertia von Gymnasien, wie Realschule eingetreten. — Aus der interessanten Rubrik „Chronik der Anstalt" heben wir hervor, daß innerhalb des letzten Schuljahres 2 Lehrer der Gemeinde-Knabenschule — und zwar Herr Musikdirector Lewandowski am 13. December 1865 und Herr Piek am 1. Februar 1866 — das 2 5jährige Dienst- Jubiläum begangen und bei dieser Gelegenheit entsprechende Ehrenbezeugungen von Seiten der Anstalt empfangen haben. Außerdem hat die Schule auch am 10. Februar 1866 an der 70. Geburtstagsfeier des Herrn Rabbinats-Assessors E. Rosen st ein — sowie schon am 10. August 1864 an der des Herrn vr. Leopold Zunz — in geziemender Weise sich betheiligt. — Das Bildniß des Letztgenannten, ein Kunstwerk vom Portraitmaler G. Hertz, ist am 16. Februar 186.6 der Anstalt übergeben und mit diesem Acte eine gewisse Schulfeierlichkeit verbunden worden. — Aus dem Capitel „Zuwendungen rc." ersehen wir endlich noch, daß im abgelaufenen Schuljahre von 12 verschiedenen Seiten ansehnliche Geschenke an Geld und Lehrmitteln der Anstalt zugewendet wurden. LouisWeyl. A « z e i g - n. Die hiesige israelitische Gemeinde sucht zum I. October dieses Jahres einen, vom Landesrabbinat zu approbireuden, unverheiratheten Religionslehrer, Vorbeter und Schächter. Jährlicher fester Gehalt 3^5 Thlr., außerdem sind die Nebeneinkünste auf 100 Thlr. zu schätzen. Qualisicirte Bewerber wollen sich unter portofreier Einreichung ihrer Zeugnisse baldigst bei uns melden. Bützow Mecklenburg-Schwerin), 5. Juni 1866. Der Vorstand der israel. Gemeinde.