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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-03-06 · Heft 10 (6.3.1866) · p. Seite 148

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 10 (6.3.1866)
Date
1866-03-06
Page
Seite 148 (sequence 6)
Language
German
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^WWWWWMMWWW «^WWWWWWWWWMWW^ .'.'148 Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus Württemberg, vom Federsee, 20. Febr. lPrivmth.) Ein Akt schöner Anerkennung, als Kundgebung der Dankbarkeit gegen einen scheidenden Zehrer hat vor einigen Tagen in Buchau stattgefunden, der es verdient, in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Der Unterlehrer Rödelsheimer an der israelitischen Volksschule in Buchau, der 30 Jahre an derselben wirkte, wurde auf'sein Ersuchen als Schullehrer nach Pflaumloch befördert; dessen Abschied von Buchau war ein kleines.Volksfest, insofern sich die ganze Gemeinde dabei betheiligte; aber auch allgemeines Bedauern gab sich unter allen Bewohnern Buchau's ohne Unterschied der Confession über das Scheiden des wackern, bescheidenen Volkslehrers kund. Herr Rabbiner Weinmann chat in Anerkennung der Verdienste des Scheidenden um Schule und Gotteshaus, eine Subscription eröffnet, die so reichljch aussiel, daß dem Scheidenden ein kostbarer silberner Pokal und 12 Karolin in .Gold bei der Abschiedsfeier als Andenken überreicht werden konnten, die der Herr Rabbiner mit einer passenden Ansprache dem scheidenden Lehrer im Namen .der Gemeinde behändigte. — Auch beim Sabbathgottesdienste würdigte der Rabbiner in einer schwungvollen Predigt das Wirken des Lehrers, der in den 30 Jahren seiner Thätigkeit als Erzieher ein ganzes Menschengeschlecht erzogen, und zeichnete die Wichtigkeit und .Würdigkeit des Lehramts. — Ueberhaupt hat Herr .Rabbiner Weinmann schon mehreremals sich als .Freund der Lehrer bewiesen, was ihm bei seinem weiteren Streben für angemessene Reform des gottesdienstlichen Cultus, durch Einführung von Orgel, Chorgesang und des neuen Stuttgarter Gebet- und Gesangbuches zur Ehre gereicht. Nicht minder verdient die Gemeinde Buchau den Dank aller Gutgesinnten dafür, daß.sie in ihrem scheidenden Lehrer den ganzen Stand der Volkslehrer ehrte. In Herrn. Gerstel, einem Jünger Sulzers, hat Buchau einen tüchtigen Cantor gefunden, der sowohl durch tüchtige musikalische Bildung, durch schöne Stimmmittel, wie durch Kenntniß der heiligen Sprache alle Eigenschaften eines Chasan und Chordirigenten in sich vereinigt. — Ein jüdisches Blatt, „Mainzer Israelit", läßt den Stifter der Cogitanten-Sekte einen getauften Juden sein. Herr Eduard Löwenthal ist Jude, Sohn des ersten Lehrers an der israelitischen Volksschule in Buchau und erhielt von seinen Eltern eine streng jüdische Erziehung; besonders war die erst kürzlich verstorbene Mutter ein echt frommes, jüdisches Herz und von väterlicher Seite wurde er in den Grundsätzen des Judenthums unterrichtet und erzogen. Herr Dr. Eduard Löwenthal ist nicht getauft. Preußen. MyslowiH, den 5. Februar. (Eingesandt.) Sie haben, verehrter Herr Redacteur, vor nicht langer Zeit (vgl. vor. Jahrg. der Allgem. Zeitung des Judenthums No. 45) die jüdischen Schulangelegenheiten in ausgedehnter Weise besprochen, und dadurch wiederum bewiesen, wie sehr Ihnen diese hochwichtige Angelegenheit am Herzen liegt. Gestatten Sie mir, auf einen in jener Nummer enthaltenen Aufsatz zurückzukommen. In der Breslauer Stadtverordneten-Versammlung ist die Frage zur Verhandlung gekommen, ob die neu zu errichtenden höheren Lehranstalten confessionslos gehalten werden sollen, oder nicht. Wahrscheinlich steht damit in Beziehung die zur selben Zeit erschienene Broschüre des Herrn Dr. F. Korn, über welche Sie in der gedachten Nummer Ihrer Zeitung gehandelt haben. Die Tendenz dieser Broschüre, die mir nicht zu Gesichte gekommen, habe ich durch die erwähnte Besprechung kennen gelernt, und ich war überrascht, einen Gedanken ausgesprochen zu sehen, der mich schon längst beschäftigte, und den zu veröffentlichen, ich mir vorgenommen. Es versteht sich unter solchen Umständen von selbst, daß ich mich in allen Punkten den Ausführungen des Herrn Dr. Korn anschließe. Auf diesem Wege könnte ein wesentliches, vielleicht das bedeutendste Stück, zur Verwirklichung des §.12 der Verfassung erreicht werden. Aber ich weiche doch in einer Hauptsache von Herrn Dr. Korn ab, und schließe mich vielmehr Ihrer Ansicht, verehrter Herr Redacteur, an: es dürfte nicht nur unter den jetzigen Verhältnissen, sondern, wie ich glaube, auf lange, lange Zeit hinaus eine Erreichung des Zieles durch Petitionen oder durch ähnliches Wirken nicht zu erhoffen sei. Ich halte mich vielmehr an das

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