Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1865)
- Date
- 1865-01-03
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 d. i. circa 13"/o. -— Als Zeichen der Zeit sei erwähnt, daß - sich dieMehrzahl der Israeliten als Mag Haren einzeichnen ließen. •Oberlehrer I. Rosenmeher. Pesth, 15. December. (Privatmitth.) Der Magyar izraelita totcb der hohen Caution wegen, die die Negierung fordert, einstweilen nicht wieder erscheinen; dahingegen setzt der ungarisch-israelitische Verein seine Thätigkeit in diesem Winter mit erneuerter Kraft fort undsind denn auch bereits nicht unbedeutende Summen den öffentlichen Blättern zufolge zur Unterstützung israel. Schriftsteller seitens des Vereins festgesetzt worden. — Die Gedenkrede für den unvergeßlichen Jakob Kern wird in den Vereinslocalitäten dieser Tage der abgetretene Vorsteher der hiesigen Gemeinde, Di*, med. Hirschler, halten. R. , Oberungarn, im December. Herr Oberlehrer Isak Rosenmeher in S. A. Ujhelh, den Lesern dieser Blätter seit Jahren vortheilhaft bekannt, hat mit Hilfe des gelehrten Directors und akademischen Professors Josef Arvai in S. Patak eine biblische Geschichte für. israel. Schulen und Familien auf eigene Kosten unter dem Titel: „BiblischeLesestücke" lwnp ^p7ch in ungarischer Sprache der Oeffentlichkeit übergeben. Das Büchlein, 124 Seiten stark, ist in einem gemächlichen und herzgewinnenden Tone gehalten, recht entsprechend seinem Zwecke, um Liebe zu der in unserm Heimathslanve noch ziemlich vernachlässigten Kenntniß der biblischen Geschichte dem Herzen unserer Mädchen und Jungfrauen einzuflößen. Insbesondere glauben wir den Elementarschulen einen Liebesdienst zu erweisen, ihnen dieses Büchlein, das insbesondere für sie geschrieben, recht warm zu empfehlen. Nicht zu leugnen ist, daß manche Lesestücke des Merkchens zu abgebrochen gegeben sind; wir erwähnen Abraharn's Gehorsam (S.11), Moses Geburt (S. 28), doch läßt sich von dem aus pädagogischem Gebiete gewandten Verfasser, Hrn. Isak Rosenmeher, bei der zuversichtlich zu erwartenden zweiten Auflage hoffen, daß derartige Fehler ausgemärzt werden. Die Ausstattung des Büchleins ist eine lobenswerthe und wünschen wir demselben, da der Preis 30 Neukr. ein niedrig gestellter ist, die verdiente Verbreitung und freundliche Aufnahme in Schule und Familie. I. H. Löw,, Lehrer der hebr. Sprache. Frankreich. Paris, 15. December. Nach den „Arch.isr.“ ist nunmehr über den Bau zweier neuer Shnagogen definitiv Beschluß gefaßt; der Bau der einen in der kue de la victoire wird in allernächster Zeit in Angriff genommen; der Platz für die andere auf dem Place royale ist bereits bestimmt. Die Kosten werden eine Million Thaler übersteigen und zwischen der Stadt und den Subscribenten. getheilt. Die Eröffnung der beiden Tempel wird von jetzt über zwei Jahre geschehen. Man steht nun vor der Frage, welchen Ritus die beiden Tempel, den portugiesischen oder den deutschen, annehmen oder ob eine Fusion beider stattfinden und welche Cultusverbesserungen überhaupt eingeführt werden sollen« In diesen Tagen soll auch eine israel. Arbeitsschule in Paris eröffnet werden, wie dergleichen schon seit vielen Jahren in Mühlheim und Straßburg segensreich wirken. Man steht, die jüdische Bevölkerung von Paris geizt nicht nach dem Ruhme, den die Pariser sich so gern beilegen, „an der Spitze der Civilisation zu marschiren." — Die A. i. melden, daß Hr. P. Anspach zum Rath am Cassationshofe ernannt worden ist. Es ist dies das erste Mal, daß ein Jude in diesen höchsten Gerichtshof berufen worden, an welchem seit einigen Monaten ein anderer Jude, Hr. Bedarrides, als Generaladvocat fungirt. Daß das College de France zwei Juden, die Herren Munk und Derenburg, für die Professur des Hebräischen präsentirt hat, erregt allgemeine Befriedigung, da bis jetzt für diesen Lehrstuhl stets, nur ein Geistlicher oder ein Laie, der von seinem orthodoxen Sinne Beweis gegeben, bestimmt worden sei, es aber doch natürlich gefunden wird, daß für das hebräische Fach ein Israelit fungire. Wir möchten aber doch hinzufügen, daß in unserer Zeit erst Juden eine solche anderweitige wissenschaftliche Bildung erlangt haben, um. sie für einen solchen Lehrstuhl geeignet zu machen. Nehmen wir also diese Wahl noch mehr für ein Zeugniß, welche Stufe der Intelligenz unsere Glaubensgenossenschast erreicht hat. — Die A. i. hören, daß eine-Anzahl in der Schweiz domieilirter Israeliten den Plan gefaßt, eine Deputation an den Kaiser der Franzosen zu senden, um ihm für die Festigkeit zu danken, mit welcher er in der Angelegenheit des französischen, schweizerischen Handelsvertrages das Princip der Gleichberechtigung gewahrt hat. Auf die