Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 31 (29.7.1862)
- Date
- 1862-07-29
- Page
- Seite 431 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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431 durch die öffentlichen Blätter die sonderbare Kunde, daß die Turkos, eingeborene Soldaten der französischen Armee von Algier, die Meinung hätten, die Mexikaner seien Juden, und deshalb verlangten, an dem Feldzuge von Mexiko Theil zu nehmen, um die Juden zu tödten und zu plündern und daß die französische Regierung diesem Verlangen Nachkommen würde. Man wird sich erinnern, daß es diese Turkos waren, welche, als sie durch Algier marschirten, um nach Italien zum italienischen Feldzuge übergesetzt zu werden, in genannter Stadt über die Juden herfielen und sie mißhandelten. Daß aber die französische Regierung, diesen Haß fördernd und benutzend, dem Verlangen dieser barbarischen Horde nachgeben sollte, ist. kaum glaublich. — In der Regentschaft Tripolis wurden in Ben-Gazhi einige Juden ergriffen, mißhandelt, eingekerkert und in Fesseln geworfen unter dem Vorwände, sie hätten die christliche Religion geschmäht. Der französische Viceconsul selbst, übrigens ein Eingeborener, stand an der Spitze dieses Verfahrens. Sobald der französische und englische Consul in Tripolis die Sache erfuhren, nahmen sie sich der unschuldig Mißhandelten an und der Beh gab Befehl, sie in Freiheit zu setzen.— Die „Ver. Isr.“ berichtet aus Tanger, daß in Alcazar, einer kleinen marokkanischen Stadt, als die Juden wegen einer Reparatur an der Hauptsynagoge die Thorarollen, Bänke u. dgl. nach der kleinen Synagoge geschafft, in den Nacht die Mauren emdrangen, die siebzehn Thorarollen sammt den Bänken verbrannten und alle Schmucksachen in Gold, Silber und Seide mit sich nahmen. Der französische und englische Consul in Tanger richteten eindringliche Mahnungen an die marokkanische Regierung und diese scheint sich der Untersuchung ernstlich anzunehmen, um die Thäter herauszubringen und zu einer Entschädigung zu nöthigen. Für alle diese Unbille kann es wenig entschädigen, daß der Prinz Muley-Abbas und der marokkanische Minister der auswärtigen Angelegenheiten bei einem Israeliten in Tanger gespeist haben. An zeige«. Inserat. Die Gemeinde Barby (bei Magdeburg) sucht zum sofortigen Antritt einen Cantor, Schächter und Religionslehrer mit einem jährlichen Gehalte von 120 Thlrn. nebst gänzlich freier Station, oder 220 Thlr. ohne freie Station nebst Nebenaccidenzien. — Bewerber haben sich portofrei beim Vorstand zu melden. Offene Stelle. Die Stelle des Isten Cantors in Gothenburg in Schweden ist sofort zu besetzen. Gewünscht wird ein im Manncsalter stehender unverheiratheter Mann, der eine schöne Stimme hat und musikalische Kenntnisse besitzt, um Kinder zum Chor heranzubilden, auch völlig in der hebräischen Sprache bewandert ist.— Gehalt ist 700 Thlr. preußisch Courant jährlich, und kann durch Privatunterricht, wozu viel Zeit übrig bleibt, erhöht werden. Sich qualificirende Bewerber belieben sofort ihre Gesuche, mit beglaubigten Zeugnissen versehen, an den Vorstand der mosaischen Gemeinde in Gothenburg, Königreich Schweden, per Post einzusenden. D er Vorst a n d. Lehrer-Vaeanz in Hamburg. An einer höheren israelitischen Bürgerschule sind zwei Lehrerstellen für den Unterricht im hebräischen, in der deutschen Sprache, Geographie und den übrigen Realien zum Isten Qetober a. c. zu esetzen. — Refleetirende, jedoch nur Solche, welche bereits als Lehrer fungirt haben, belieben ungesäumt sich unter portofreier Einsendung der Doeumente über ihre Befähigung an Herrn ll-r. Kor es, Holstenstraße Ro. 3, zu wenden. Ein jüdischer Lehrer, unverheirathet, Schochet und Vorbeter, kann bei einem jährlichen Gehalt von circa 100 Thlrn. incl. Nebeneinkommen und freier Station bei unserer Gemeinde^zum Isten November d. I. eintreten. Reflectamcn wollen sich entweder persönlich oder in frankirten Briefen unter Beifügung ihrer Zeugnisse beim Unterzeichneten Vorstande melden. Lenzen, den 15. Juli 1862; Der Synagogen - Vorstand. M. M. Samter. War an z. Die hiesige Synagogen-Gemeinde sucht zum 1. October er. einen Lehrer, der den höheren Unterricht an der diesigen Gemeindeschule crtheilen soll, auch befähigt sein muß, öffentliche Vorträge in der Synagoge zu halten. Als fester Gehalt sind Dreihundert Thaler festgesetzt und kann sich das Einkommen durch Privatunterricht erheblich vergrößern. Qualistcirte Bewerber wollen sich unter portofreier Einsendung ihrer Zeugnisse an den Vorsitzenden der Rcpräsentanten-Versammlung, Herrn S. E Jaeobus, bis zum 15. August er. melden. Schievelbein, den 10. Juli 1862. Der Vorstand.