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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-03-18 · Heft 12 (18.3.1862) · p. Seite 44

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 12 (18.3.1862)
Date
1862-03-18
Page
Seite 44 (sequence 16)
Language
German
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44 Ein junges Mädchen, wohlgeLildet, in allen Haushaltungsarbeiten gewandt und tüchtig, Tochter einersehr achtbaren Familie, sucht in einer stillen , religiösen Familie eine Stelle, in der sie familiäre Behandlung genießt. Auskunft ertheilt Herr Kehrer zu Peckelsheim (Westphalen). . Hinterlafsene religiöse Gesänge von Israel öovy, (Israel Glogau.) Obercantor am israelitischen Tempel in Paris. (Gestorben im Jahre 1832.); Ein großer Band in 4°, 158 Seiten stark, mit dem Portrait von I. Lovy. Preis: 18 Francs, Pälte, Chez Jules Lovy, au lmreau du Mdnestrel, Journal de musique, 2 bis rue Virienne. (Wird franco erpedirt.) Bei den Buchhändlern Knöpslmacher in W i e n, Stadt No. 494 und Pasch eles rn Prag ist in Commission erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: ■>‘-rip?q Mebore ha-Tfillah. Ein Beitrag zur Erläuterung und Erklärung des jüdischen Gottesdienstes und dessen Gebräuche, nach den bewährtesten alten und neuen Quellen auf dem Gebiete der jüdischen Literatur verfaßt von Leopold Müller, Rabbiner in Platz bei Neuhaus. Der Preis ist 45 Nkr. Dieses Buch ist jeder jüdischen Familie anzuempfehlen, und eignet sich insbesondere für jüdische Cantoren. Erklärung. Um falschen Gerüchten entgegenzutrcten, sei hier folgende Berichtigung aus No. 67 der „Neuesten Nachrichten" abgedruckt. Pesth, 6. März. Geehrter Herr Redacteur!*) In No. 61 Ihres geschätzten Blattes berichtet Ihr Correspondent von hier, daß ich einen Cantor, der im hiesigen israelitischen Tempel zur Probe vorbeten sollte, handgreiflich beleidigt hätte und in Folge dessen auf Vorschlag des hochwürdigen Herrn Oberrabbiners Dr. Weisels auf zwei Monate von meinem Amte fuspendirt wäre. Aus dieser Mittheilung könnte die große Lesewelt der *) Es liegt uns eine schriftliche Erklärung des Herrn Oberrabbiners in Pesth vor, in welcher die Wahrheit der unten folgenden Darstellung bestätigt wird. Die Redaction derN.N. Auf Grund obiger Darstellung können wir nur wünschen, daß die Folgen einer leidenschaftlichen Auflegung, welche sich jedoch nicht am gottesdienstlichen Orte selbst geäußert, sich nicht weiter erstrecken, und dem sonst so verdienstlichen und pflichtgetreuen Wirken des Obercantors Friedmann kein Hinderniß mehr in den Weg gelegt wird. Die Redact. der Allg. Ztg. d. Judenth. „Neuesten Nachrichten" -zum Nachtheile meines Charakters glauben,, daß ich ohne etwaige Veranlassung^ejne7,gottesdienstliche Störung hervorgebracht und mir dadurch die Strafe der Cultus-Behörde zugezogen hätte. Allein Dem ist so, und ich bin es sowohl der Sache, als auch meinem Berufe und meiner Person schuldig, das Factum wahrheitsgetreu zu veröffentlichen, was hiermit geschieht. Ein Concurrent um die, zweite Cantorstelle am hiesigen Tempel war bestimmt, am 27. v. M. in der Mittagsstunde, das Jomkipur Koton vorzubeten, wovon aber durch , eine Versäumniß des Tempeldieners weder das hochw. Rabbinat, noch ich selbst in Kenntniß gesetzt war. Erst einige Stunden vorher, als ich an demselben Tage bei dem gewöhnlichen Morgengottesdienste privatim erschienen war, wurde mir mündlich gesagt, daß N. N. zu Mittag vorbeten wird. Da mir aber der Candidat als ein religiös und moralisch unverläßlicher Mensch bekannt war, der nach unserer religiösen Vorschrift zu diesem Amte nicht fähig ist, so fand ich in meinem Gewissen mich verpflichtet, den hochw. Herrn Oberrabbi und den löbl. Tempelvorstand darauf aufmerksam zu machen, was ich aber erst nach Beend i g u n g des Morgengottesdienstcs, nachdem der größte Theil der Tempelbesucher" diesen ' bereits verlassen hatte, gethan schabe, worauf der Herr Oberrabbi einen der Herren Tempelvorsteher um Sistirung des beabsichtigten Probevortragcs anging. Ich hatte also nichts Anderes im Auge, als eben die Wahrung der beruflichen Würde und des gottesdienstlichen Ortes. Somit wäre die Sache auch beigelegt gewesen,' und der Herr Oberrabbi entfernte sich. Als ich jedoch im Begriffe war, nach Hause zu gehen, kam ich mit dem betreffenden Candidaten in einer zur Garderobe des Tempels führenden Loge zusammen, wo ich ihn mit Entrüstung über seine Kühnheit zur Rede stellte, in Pesth candidiren zu wollen. Darauf hat er meinen amtlichen und persönlichen Charakter derart beschimpft, daß ich mich im gerechten Zorn zu handgreiflicher Abwehr hinreißen ließ. Es ist durchaus unwahrwas der Herr Berichterstatter mittheilt, daß der Herr Oberrabbiner den Vorschlag gemacht habe, mich auf zwei Monate vom Amte zu suspendiren, da ich von dem hiesigen hochw. Rabbiner- Collegium in meinen Functionen gar nicht behindert wurde. M. I. Friedmann, Obercantor. A nn o n c e. Die in diesem Blatte angezeigte exegetische und homiletische Büchersammlung ist verkauft. L-r. L. Philippson. "Jüdisches Volksblatt Ro. 11. Solidarität im Judenthume oder nicht? — Ein Versuch, den deutschen Juden einen Papst, einzusetzen. — Das alte und das neue Jerusalem. NB Durch alle Buchhandlungen und Postämter zu beziehen. Jährlich 1 Thlr. Vierteljährig lU Thlr. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld. " Verantwortlicher Redacteur: I. H. Luder.

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