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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-02-04 · Heft 6 (4.2.1862) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 6 (4.2.1862)
Date
1862-02-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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88. Jahrgang. Allgemeine Ö*', JW 6. Zeitima des Äudcnthums ' Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von ' Rabbiner Sr. Ludwig Philrppson in Magdeburg. Leipzig, den 4. Februar 1862. Diese Zkitung erscheint wöchentlich einmal. Dienstags, in l'/r Bogen. Preis des Jahrgangs 2 Tlilr. 2V Ngr. Halbjährig 1 Thlr. 5 Ngr. Vierteljährig 17'/r Ngr. Bcilagegcbnhren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für ’/i Bogen 3 Thlr., für V« Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitnngs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Aetikel: Aufruf zur Errichtung des Lcssing-Standbildes in Berlin. — An die israelitischen Gemeinden und Lehrer in Preußen. — Wer soll in wichtigen cultuellen und rituellen Fragen entscheiden? — Wider den Chassidismus. If. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Preußen: Elbing. Berlin, Posen, Zirke a/W. Oesterreichischer Kaiserstaat: Raab, Ocdenburg, Wien, aus LDestgLlizien, Wien. Italien: Aus dem Venetianischcn. Frankreich: Paris. Rußland: Petersburg. Leitende Artikel. Magdeburg, 26. Januar. Aufruf zur Errichtung des Lesfing-Standbildes in Berlin. Jene hochgescgnete Epoche unserer Geistesbildung, die, mitLessing beginnend, sich in Schiller zu ihrer idealen Verklärung erhebt und in Goethe ihre Vollendung feiert, soll in der harmonischen Verbindung der Standbilder dieser drei Heroen jetzt hier ihre dauernde Verherrlichung finden: dem Standbilde Schillers, zu dem am Jubelfeste des geliebten Dichters die allgemeinste und innigste Verehrung den Grundstein legte, sollen die Standbilder Goethes und Lessings zur Seite treten, und, mit ihm, dem Vorplatze des Königlichen Schauspielhauses dieser deutschen Hauptstadt den reichsten und edelsten Schmuck verleihen. So ist es jetzt entschieden; und wie die freudigen Opfer des Dankes für Schiller längst gesammelt sind, und für Goethe in hoffentlich naher Frist gesammelt sein werden, so dürfen wir sie, der gnädigen Zustimnmng unseres Königs gewiß, nun auch für den Verfasser des „Laokoon" und der „Hamburgischen Dramaturgie", für den Schöpfer der „Minna von Barnhelm", der „Emilia Galotti" des „Nathan", vereinigen; — für ihn, der in Sprache und Kritik bahnbrechend und gestaltend v.oranging, daß Schiller und Goethe mit ihren Siegen folgen konnten, der unsere Kunst von den falschen Regeln des Auslandes entfesselte und ihr den verlorenen Adel der Natur zurückgab, dessen ganzes Lebendem rastloser Kampf für Wahrheit und Recht, für Licht und Schönheit war, der, nur auf sich und seine Pflicht gestützt, die Ueberzeugungen seines deutschen Herzens unüberwindlich vertheidigte und für immer unverlierbar machte. Die Zeitgenossen haben den Lohn dieses Kampfes nicht gespendet, und auch dem Vollendeten ist seither nur dort, wo er die Stätte seines unstörbaren Friedens fand, ein würdiges Denkmal gesetzt worden. Jetzt der Unvergänglichkeit seiner Verdienste den schuldigen Tribut der gemeinsamen Huldigung darzubringen, und sein Andenken, mit den theuersten Erinnerungen unseres nationalen Ruhmes vereinigt, in sichtlicher Erkennbarkeit den kommenden Geschlechtern zu überliefern,, ist das vaterländische Unternehmen, woran in wetteifernder Treue Theil zu nehmen wir Alle, die in Lessing den großen Schriftsteller und Charakter verehren, Alle, die sich in ihm,

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