Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-01-28 · Heft 5 (28.1.1862) · p. Seite 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 5 (28.1.1862)
Date
1862-01-28
Page
Seite 14 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3226310-3226316--20064-3249109
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

14 ist dies der. Verein der Talmud Thora, dem der Verblichene zwanzig Jahre würdig Vorstand, um das heilige Erbe der Väter, die jüdische Lehre unter die Kinder armer Eltern zu verbreiten, dieselben sittlich-fromm und scientivisch heranzubilden und der Nachwelt Männer der That und der Lehre zu schaffen. ... Auch Solchen, die sich den böhern Studien und namentlich dem Prediger- und Rabbinersache widmeten, gewährte der Verewigte bedeutende Unterstützung aus eigener Kaffe. Commerzienrath Moritz Friedländer verstand es, wie selten Einer, den Juden mit dem Menschen und den Menschen mit dem Juden zu identificiren und in dieser doppelten Eigenschaft sich bei seiner Nation und über diese hinaus Achtung und Liebe in reichlichstem Mäße zu erwerben. Es gelang diesem Manne, aus dem Tempel der Tugend in den Tempel Honor eingeführt zu.werden; denn die Fülle der Anerkennung, die ihm allseitig gezollt wurde, war eigenes Verdienst, und gründete sich zunächst auf Bescheidenheit und ungewöhnliche Mensä)ensreundlichkeit, kraft deren er für Ordnung und Bestand, sür Eintracht und Frieden, für Glaube und Sitte und alles Gute und Heilsame innerhalb seiner Gemeinde, deren Führer er dreißig Jahre war, sich lebhaft interessirte, was ihm Jedermann nachrühmt. Schade nur, daß ein so theures Leben so ftüh, noch nicht sechszig Jahre alt, von dannen scheiden mußte. Am Grabe sprach der Ortsrabbiner ergreifende Worte, die die Größe des Verlustes den Betreffenden zum Bewußtsein brachten und aus denen endlich auch ein Strahl des Trostes Hervorschimmerte, die Hoffnung nämlich, daß der Sohn des Verstorbenen, Herr Dr. jur. Otto Friedländer, die untergegangene Sonne ersetzen und mit den ererbten Tugenden seines Vaters frisch zu leuchten anfangen wird, was wir in der Thal zu erwarten berechtigt sind. Beuthen (Oberschlesien), im Januar 1862. Der Vorstand des Vereins der Talmud Thora. ie hiesige israelitische Religionsgemeinde, welche die mosaischen Glaubensgenosftn aus den Orten Rodheim, Petterweil, Ob er-Rosbach und Holzhausen umfaßt, mußte bisher in einem alten, halbverfallenen Privathause ihren Gottesdienst halten; sieht sich aber nun dringend aufgefordert, diese traurige Stätte zu verlassen und eine eigene Synagoge in Rodheim zu erbauen. Die Kosten hierfür sind vorläufig zu. circa 3000 Gulden angenommen. Allein obgleich diese Summe nicht sehr hoch ist, so ist unsere Gemeinde, die nur aus 22, größtentheils unbemittelten und armen Familien besteht, doch nicht im Stande, diese Kosten aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Bereits hat die Gemeinde eine Summe zusannnengelegt, die ihre schwachen Kräfte stark in Anspruch genommen, aber bei Weitem nicht hinreicht, um den erforderlichen Baufonds zu gründen, so daß wir niemals das schöne Ziel, den Gott unserer Väter in einem passenden Tempel verehren zu können,, erreichen werden, wenn nicht der ^Herr fromme Herzen erweckt, die ein Scherflein zur Erbauung seiner Gemeintopfern. Wir wagen es darum, alle mildthätigen Herzen um eine gütige Beisteuer zur Erbauung unserer neuen Synagoge hiermit zu bitten und würden uns>zugleich freuen, ein Verzeichniß aller frommen Geber, zu erhalten, welches wir zum ehrenden Gedächtniß aufzubewahren beschlossen haben. . , Der Herr wird Alle, die das fromme Werk unterstützen, segnen in Gnadei Rodheim,-Kreis Vilbel, Großherzogthum Hessen, den 18. November 1861. Der israelitische Vorstand: Abraham Kassel. Joseph Sterrr. Demerkurrgen. Herrn K. M. in A.: Angekommen. — Herrn vr. AV. in W.: Von hier ist. Alles richtig abgegangen, es, muß also an der Postbeförderung liegen. Die Redaktion. Druckfehler. In dem Leitartikel ln No. 3 ist S. 27 Sp. 1 Z. 7 v. o. statt „zurufenden Menschheit" zu lesen: „zureifenden Menschheit". Erklärung. Seit einiger Zeit mehr als je werden Von Privatpersonen Gesuche um Geldunterstützungen aus den verschiedensten und . fernsten Gegenden an mich gerichtet. Ich besitze leider nicht die Mittel, denselben persönlich zu genügen. .Noch weniger aber Lin ich im Stande, durch die „Allgemeine Ztg. des Judenthums" Sammlungen für Privatzwecke zu veranstalten, weil dies. weder obrigkeitlich gestattet ist, noch der Zweck einer Zeitschrift es erlaubt, und am wenigsten eine Grenzlinie darin gefunden würde. ' ' ■ Magd eburg, den 1. Januar * 1862. " ttr. Ludwig Philippfon. Alle Briefe, Beiträge und Inserate, Vie „Allgemeine Zeitung des Jndenthums" betreffend, erwarten franco. .J.\ Expedition der Allgem. Ztg. des ZlldenthllNtS. Leipzig, (Baumgartners Buchhandlung.) Jüdisches Volksblatt No. 4. Plaudereien. — Die Zeugen der Liebe. — Wie weit sind wir noch von wahrhafter Toleranz entfernt! — Anekdote. jNB. Durch alte Buchhandlungen und Postämter zu beziehen^ Jährlich 1 Thtr. Vierteljährig 'A Thlr. " Verlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld. ' Verantwortlicher Ncdacteur: K. Nabe.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.