Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 32 (6.8.1861)
- Date
- 1861-08-06
- Page
- Seite 465 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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465 meinen geschehen. — DiePetition wie die Denkschrift sollen nunmehr ausgearbeitet, durch den Druck vervielfältigt, jedem Mitglied« des Lehrervereins ein Exemplar zur Unterschrift zugeschickt und alsdann durch den Präses des Vorstandes dem Abgeordnetenhause eingereicht werden. AufWunsch des Hrn. B l u m e n fe fd wurde statt seiner in die Petitionscommisfion Hr. Steinw.eg (Hämm) gewählt. Nachdem noch der Vorsttzende-den -PenflonSvorsteher Hrn. W o l ff aus Osnabrück für die rege Theilnahme, die er der Conferenz fortwährend zuwende, die Anerkennung der Versammlung ausgesprochen, und von diesem darauf in Herzlicher Ansprache erwidert worden war, erging fich die Versammlung in ungebundener Unterhaltung über allgemeine Schul- und Gemeindeangelegenheiten, wobei manche höchst interessante Local- und Personalanekdote zur Sprache kam. - Die auf den folgenden Tag festgesetzte feierliche Grundsteinlegung des jüd. Waisenhauses zu Paderborn veranlaßte einen großen Theil der Lehrer, die ihre Theilnahme bei der Feierlichkeit zugesagt, schon heute abzureisen, so daß die Versammlung etwa um ein Drittel ihrer Theilnehmer geschwächt wurdet Am 21 fielt übernahm der inzwischen eingetroffene Präses, Blume n a u aus Bielefeld, den Vorfitz, und begrüßte zunächstNamenS der Versammlung den zeitigen Vertretender Haindorf'schen Anstalt, Hrn. Rittergutsbesitzer Löb von Caldenhoff, der während der Vormittagssitzung mit lebhaftem Interesse an der Versammlung Theil nahm. Ad III. der Tagesordnung: „Ueber den Unterricht i« Hebräischen" wurde zunächst über das Maß des Hebräischen in der Elementarschule gesprochen. In dem der Besprechung zu Grunde gelegten Plane des Hrn. L e e se r in Lübbecke fordert derselbe als M i nimumfür Kn aben, die aus der Schule entlassen werden: I) Uebersetzen des Pentateuchs (mit Ausschluß eiüiger für Kinder nicht geeigneter Stellen); 2) Uebersetzen der wichtigsten Gebete 3) Kenntniß der wichtigsten Regeln aUS'der Grammatik. — Nach eingehender, recht lebhafter Debatte erklärt die Versammlung sich mit dieser Forderung einverstanden und hält dieselbe für Knaben, welche die Schule während des schulpflichtigen Alters besuchen, für recht gut ausführbar. Die Versammlung verkannte nicht, daß die stiefmütterliche Behandlung des Hebräischen in vielen Schulen häufig ihren Grurck in der mangelhaften Vorbildung der Lehrer selbst habe, und es konnte nicht fehlen, daß Bemerkungen über den Zustand der h aind orf'schen Anstalt und über desfallsige Wünsche mit in die Debatte verflochten wurden. Herr Rittergutsbesitzer Lob glaubte einerseits,.daß ßrr. die Zukunft durch den von zwei auf drei Jahre verlängerten Cursus in der Anstalt bessere Garantien für den belegten Gegenstand geboten wären und klagte andererseits überdie so sehr mangelhaften Dörkenntnisse der aufzunehmenden Aspiranten im Hebräischen, die in manchen Fällen sich auf Null reducirten. — Um diesem Uebelstande zu begegnen, wurde von der Versammlung als ein-passendes Mittel erachtet , daß die Schulamtsaspiranten vor ihrer Aufnahme in die Anstalt einem oder dem andern tüchtigen Lehrer überwiesen würden, um in dessen Schule und VUrch Privatunterricht die Lücken, besonders im Hebräischen, auszufüllen. Es versteht sich von selbst, daß Alles, was in der Debatte .in Bezug auf die Haindorf'sche Anstalt vorkam, nur die Bedeutung von ausgesprochenen W ü n sch e n haben konnte, die indessen von Hrn. Löb mit Vergnügen entgegengenommen Mrden. Auch erfreuete derselbe die Versammlung durch das Versprechen, daß er der Pflege des Hebräischen in der Anstalt wie bisher unausgesetzt seine Aufmerkfamkeit zuwenden werde. 1; ■> .; Herr Blumenfeld übernahm -fürdie nächste Conferenz die Ausarbeitung eines Referats zur weitern Besprechung des Unterrichts tm Hebräischen in Bezug auf Lehrmittel, Methode u. s. w. Ebenso wurde für zweckmäßig erachtet,, daß vor der De-, batte über den sehr wichtigen Gegenstand „Unterricht in der bibl. Geschichte" bis zur nächsten Conferenz ein Referat ausgearbeitet. werde. Dasselbe übernahm Hr. W olfs (Osnabrück).;';;vr Zur Besprechung, resp. Begutachtung lagen der Conferenz verschiedene Schulbücher vor, die einzelnen Collegen zum Referate für die nächste Conferenz übergeben wurden. a) Hr. E i n st e i n übergab der Conferenz durch Vermitte- . .lung des Hrn. L e e ser in Lübbecke seine „hebr. Lese- . . fibel". Referent: Blumenfeld. b) Hr. Ludw. Stern durch Vermittelung des Hrn. ConfistorialoberrabbinersBodenheimer die ersten zwei Theile seines „Lehrbuchs für jüd. Schulen". Referent: Spier.- c) Hr. Buchh. Ist w a n n in Coesfeld durch Bl u m en au die in seinem Verlage erscheinenden drei Schriftchen des Hrn. T r e u über deutsche Sprache u. Geographie. Referent : Brauns ch w e i g. ä) Hr. Buchh. Eßmann aus Oeynhausen überreichte in Person den bei ihm in fünfter Auflage erschienenen „Leitfaden beim-Unterrichte in der G e sch ich t e d er Israeliten" u. s. w. von El kan. Referent: Blumenaü.^^<- -C 32**