Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 29 (16.7.1861)
- Date
- 1861-07-16
- Page
- Seite 422 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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: Im. Verlage von Louis' Gerschel in Berlin, Oranienburger-Str. 27, ist erschienen:.: - - . . ruttfn rynn bsh iimv Die Festgebete der Israeliten. Tert und Üebersetzung mit erläuternden Anmerkungen. : Von 1/? Michael Sachs. Vierte Auflage. 9 Bde. Preis: Druckpapier 47s Thlr. n -; , Velinpapier 5r'/s Thlr. Das geehrte Publikum wird hierdurch auf eine neue Ausgabe des obigen Werkes aufmerksam gemachtdurch welche das einmal geweckte und nur immer stärker hervortretende Bedürfniß nach einer angemessenen Ucbertragung der jüdischen Festgebete zweckmäßig ^beftiedigt werden soll. In dem Mäße, in welchem die Bildung der-deutschen Jüdenheit gewachsen ist, haben sich auch ihre Anforderungen an die Mittel gesteigert^ welche maw ihr zumVerständniß der älten überlieferten Gebete darbietet. Es genügen ihr nicht mehr jene sowohl der Sprache, als auch noch öfter dem Sprächgeiste nach undeutschen und wegen ihrer Häufigen-Unverständlichkeit fast ungenießbaren Uebertragüngen, welche besonders bei den Festgeheten bisher Mich waren. Der gebildete Israelit will des ganzen ihm dargebotenen Gebetstoffes Meister werden; er will nicht bei emem gewissen Halbdunkel des Verständnisses stehen bleiben, sondern was er seinem Gott vorträgtz soll vorher mit den Empfindungen seines Herzens, mit der Klarheit -dels^verständigew Bewußtseins und mit seinem gemeuterten Geschmacke in volle Uebereinstimmung gebrächt sein. Und' vollends an den Festtagen möchte er sich nichts verloren gehen lassen von dem reichen poetischen Gehaltes der ihm da geboten wird, von den, eigenthümlichen Anschauungen, von den vielfachen, oft nur schwach angedeuteten Hinweisungen auf biblische und rabblnische Stellen, von der Menge geschrchtlicher Bezüge, die in den Festgebeten überall ihm begegnen. . Er möchte sich durch dies Alles im Strome seiner Andacht nicht gehemmt, sondern durch ein tieferes Verständniß mächtig emporgehoben und gefördert sehen. Solches Verlangen nun befriedigt nach allen Seiten das ,-Machsor des Herrn Dr. Michael Sachs". Es find darin alte Schwierigkeiten glücklich überwunden, welche dem Unternehmen einer Üebersetzung desselben m so großer. Zahl entgegentreten. Mit bewährter Meisterschaft ist sowohl der Ausdruck.-und die poetische Form, als auch der innerste Geist des Originals'vollkommen wiedergegeben, und doch ist auch wieder der deutsche Genius derart zu, seinem Rechte gekommen, daß man kaum glauben möchte.' eine Üebersetzung vor sich zu haben. Daher bietet dieses Buch zugleich die schönste Sämmlungj xelitziöser Lieder des jüdischen Mittelalters, ausZwelcher man auch außerhalb des Gotteshauses und abgesehen von den Zwecken kirchlicher Erha.uung, die reichste Belehrung, und. Anregung, sowie eine allgemeinere'Kenntniß dieser poetischen Gattung schöpfen kann. Die erläuternden Anmerkungen sind kurz, aber inhältreich und entsprechen dem Zwecke, , den Leser über alle einschlagenden Anspielungen und Andeutungen, zu orientiren. Endlich sind der correcte Text, die große Bequemlichkeit der Anordnung, die jedes Nachschlagen und Hin- und Herblättern überflüssig macht, die Wohlfeilhert trotz der schönen Ausstattung und des Volumens Vorzüge, die dem Machsor in den weitesten Kreisen Aufnahme^zu bereiten verdienen. Ich ersuche daher Vorstände, Rabbiner, Prediger und Lehrer der resp. Gemeinden, durch Verwendung ihres Einflusses für die Anschaffung des Machsor in ihrem Bereiche gütigst wirken zu wollen. T>as ganze, aus 208 Bogen in gr. 8. bestehende. Werk umfaßt in seinen 9 Theilen: I. und ll. Band Rosch ha-Schanah, III. und IV. Band Jom Kippur, V. und VI- Band Sukkoth, VII. und VIII. Band Peßach, IX. Band Schabuoth,. und betragt deren Ladenpreis 4% Thlr., auf Velinpapier'Ms Thlr. - Dw Ausgaben für den polnischest und deutschen Ritus sind vollständig gesondert. - : Die erste/Mtheilung , - die Festgebete für Rosch ha - Schanah und Jom Kippur enthaltend, .wird einzeln zum Preise von 2 Thalern abgegeben. \ Das Machsor ist stets in den verschiedensten Prachtbänden, welche von der Verlagshandlung nur zum Herstellungspreise berechnet werden, vorräthig. Alle Buchhandlungen nehmen Bestellungen entgegen. Subfcribentensammler erhalten auf zehn Exemplare ein Freiexemplar, und wird denselben bei größeren Aufträgen nach Uebexeinkunft ein angemessener Rabatt bewilligt. In demselben Verlage ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Das Gebetbuch der Israeliten mit vollständigem, sorgfältig durchgesehenem Tert. ' Neu übersetzt und erläutert ■ von; Dr. Michael Sachs. 3. Auflage. Druckpapier 24 Sgr., Velinpapier l'/e Thlr. In den elegasttesten Einbänden mit und ohne Goldschnitt in Leinen, Leder und Sammet stets vorräthig.' Statt jeder-Anpreisung dürfte die Bemerkung genügen, daß der Siddur in Beziehung seiner äußeren Ausstattung, sowohl als in Rücksicht auf seine herrliche,' gemüth- und geistvolle deutsche Üebersetzung und Erläuterung ganz der Vollkommenheit des Sachs'schen Machsor entspricht. Der Uebersetzer hat wortgetreu mit seiner-klang- und poesiereichen Sprache die altehrwürdigen .Gebete Israels in Gemüth erwärmendem Tone wiedergegeben und sie der Andacht bedürftigen Seele vorgeführt, wie sie dem glühenden Herzen und der wohlgeübten Feder jener frommen Sänger der Vorzeit entströmten^ Vonvielen andern Vorzügen des Buches soll nur die wissenschaftlich werthvolle Uebertragung der Pirke Aboth hervorgehoben werden, die über viele schwierige Stellen ein neues Licht verbreitet, so. wie die meisterhaft gelungene Nachbildung der schönsten Semiroth. Die technische Einrichtung dieses Siddur'ist in Rücksicht auf das weibliche Geschlecht so getroffen, daß nicht nur ein Jnhaltsverzeichniß das Auffindeu-der Gebetstücke.sehr-erleichtert, sondern es sind auch die sich wiederholenden Stücke mit der Üebersetzung abermals an den. betreffenden Stellen abgedruckt und somit jede Notwendigkeit des Nachschlagens vermieden worden. Bemerkungen. Von Herrn Dr. L. in St. richtig angekommen. Ueber die Verwendung nach einiger Zeit. ' - Die Redaktion. Jüdisches Vocksvlatt Ro. 28. Widersprüche in talmudischen Sittensprüchen. Abraham Errera von Venedig. — Mythe über Anselm v- Rothschild. - 1^6. Durch alle Buchhandlungen und Postämterzu beziehen. Jährlich 1 Thlr. Vierteljährig '/« Thlr. . Verlag von Baumgärtners Buchhandlung-in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld. ' Verantwortlicher Redaeteur: K. Nabe.