Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 27 (2.7.1861)
- Date
- 1861-07-02
- Page
- Seite 392 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Anzeige. In circa 14 Tagen verläßt Lei uns die Presse und ist durch alle ^rchhandlungen zu beziehen: Stun-en der Andacht für Israeliten beiderlei Geschlechts. Zweite verbesserte Auflage S. W. Rosenfeld, Stadt- und Distrikts-Rabbiner. Zweiter Band. In gr. 8. auf schönem weißem Maschinen-Velin-Papier in Umschlag gebunden Preis Fl. 1. 24 Kr. oder 24 Ngr. Dinkelsbühl, im Juni 1861. Hr. Walthr'sche Buchhandlung. ie mit vielem Beifall ausgenommene Predigt: „Entweihet Israels Heiligthümer nicht", Confirmationsrede, gehalten am 2. Juni 1861 in der Hauptsynagoge zu Berlin von Dr. Julius Landsberger, ist, auf Vieler Verlangen gedruckt, durch jede Buchhandlung für 3 Sgr. zu beziehen v. W. I. Reiser in Berlin, 142 Friedrichsstraße. Ostrvwo. Am 1. Juni, am Sabbath der Neumondsverkündigung wurde unser hochverehrter Rabbiner, Aron Moses Stößel aus Neurausnitz in Mähren gebürtig, in seinem 64sten Lebensjahre durch einen plötzlichen Tod uns entrissen. Unbeschreiblich ist der Schmerz, welchen die rasch sich verbreitende Trauerkunde bei allen Einwohnern unserer Stadt hervorgerufen, und selbst in der ganzen Umgegend hat dieselbe ein allgemeines Bedauern hervorgerufen. Dies zeigte sich besonders bei dem am Montag den 3ten erfolgten Leichenbegängnisse, zu welchem viele Behörden, Professoren und alle Honoratioren von hier und sehr Viele aus den ziemlich weit entfernten Städten Krotoschin, Pleschen, Schildberg rc. sich einfanden. Wir unsrerseits, beriefen außer dem Sohne des Dahingeschiedenen, dem Herrn Professor Stößel aus Brünn, noch fünf Rabbiner, unter diesen Herr vr. Joel, Rabbiner in Krotoschin, um das Leichenbegängniß so würdig als es der Dahingeschiedene verdiente, zu begehen. Seit Menschengedenken hat man weder hier noch in der ganzen Umgegend ein so tief ergreifendes Leichenbegängniß gesehen. Als man den Sarg mit den sterblichen Ueberresten des Dahingeschiedenen in die Synagdge brachte, erscholl ein Schmerzensruf aus der Brust aller Anwesenden, wie der Kinder um ihren sterbenden Vater, und die Reden des Herrn Professor Stößel und des Herrn vr. Joel wurden fast bei jedem Satze durch das heftige Weinen aller Anwesenden unterbrochen. Auf Aufforderung der Gemeinde hat Herr Professor Stößel Donnerstag den 13ten d. noch einen Trauergottesdienst abgehalten, und wieder strömte aus der Umgegend Alles herbei, um dem Dahingeschiedenen die letzte Ehre zu erweisen. Aus Anerkennung für die Verdienste des Dahingeschiedenen hat unsere Gemeinde 800 Thlr. für die Hinterbliebene Wittwe und Waisen notirtEmd außerdem ^ine ziemliche Summe zur 'Bekleidung'u!^ Reisekosten für die Waisen, welche jetzt in ihr -früheres Vaterland zurückkehren. Der fromme Dahingeschiedene hat aber diese Anerkennung durch sein 12jähriges Wirken in der hiesigen Gemeinde im vollsten Maße verdient. Nicht nur durch seine zu allem Guten aneifernden Vorträge, sondern auch durch seinen liebreichen, herzinnigen Umgckng verstand er es, Alles ohne Unterschied des Alters, des Geschlechtes in der Religion für sich einzunehmen. Dabei war er trotz der rühmlichen Toleranz strenggläubig und eifrig für die Aufrechthaltung unserer alten geheiligten Satzungen. — Seinem eifrigen Bemühen und seiner unablässigen Ermahnung ist es zu verdanken, daß der hiesige Friedhof, der bis dahin ohne Umzäunung jeder Verwüstung ->iÄ ndivub Preis gegeben war, mit einer Mauer versehen wurde, und daß statt der alten von Holz vorhandenen Synagoge ein herrlicher zur Zierde der ganzen Stadt gereichender Tempel errichtet wurde, und so hat er sich, wie Herr Professor St. in seiner ersten Rede trefflich sagte, unvergängliche Monumente allhier gesetzt. Ja, er wandelte unter uns, wie Herr Prof. St. in seiner zweiten Rede es so meisterhaft durchführte, wie der Mond, Alles dunkel rings herum beleuchtend, jeden Keim des Guten hervorlockend und zur schönen Pflanze entwickelnd, bis es Gott in seinem unerforschlichen Rathschlusse gefallen, ihn in das Reich des ewigen Lichtes Hinüberzurüfen. Darum wird sein Andenken bei uns fortlcben, so lange dessen herrliche Monumente bestehen, und wird mit jeder Verjüngung des Mondes sich verjüngen und erneuern. i"D^ob Anzeige. Meinen Freunden und Correspondenten bringe ich hiermit zur Nachricht, daß ich von Baltimore nach Philadelphia gezogen bin und meine Adresse lautet Philadelphia, 4. Juni 1861. Dr. Ginhorn, 453 North 8th St. Philadelphia, Pa. Jüdisches Volksblatt No. 2«. Ein Abenteuer. — Abraham Errera in Venedig. — Notizen des Tages. NB. Durch alle Buchhandlungen und Postämter zu beziehen. Jährlich 1 Thlr. Vierteljährig '/. Thlr. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirfchfeld. Verantwortlicher Redacteur: K. Nabe.