Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 21 (21.5.1861)
- Date
- 1861-05-21
- Page
- Seite 301 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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301 - - .TeWerrMnr -April(Pripatmitth.). -Gegenüber^ den vielen mittelalterlichen .Kundgebungen in Ungarn sei hier mitgetheist,. wie-sich der vor einigen Wochen zum Bürgermeister..der Stadt Teschen .gewählte Herr Vr. juMuLr^HMany Demel in einer von ihm gehaltenen Wahlrede fürhie Landtag scandidatur der hiesigen Stadt über.die)Juden äußerte.- - 7; : Mn. her Gleichberechtigung der Konfessionen spre-; chentz-riesi ^-mst Wärme-und sichtlicher, Begeisterung: „HaF.ijeneS^evMugte,7Wn Jehyva. auserkvrne- Volk betrifft,. dieftm gegenüber vonLiberalismus zu sprechen-! finde ich , nicht: in der Ordnung. Dieses. Volk hat ein! doppeltes, Heiliges Recht! -Es hat ein Recht als der Träger deS Monotheismus, als der Träger der reinen Gottesidee, welche durch dasselbe in die Menschenwelt ■ gebracht wurde, es Hat ein Recht als — Volk!" Er wurde fast mit Stimmeneinhelligkeit zum Deputirten des schlesischen Landtages und von diesem^MSkiMmführer der - liberalen Partei in den Reichsrath erwählt, welche' Parket' an ihm eine starke Stütze haben wird. ,Mien Sie versichert," sagte er, seiner Ehrwürden dem hiesigm Herrn Kreisrabbiner S. Friedmann, dem et'vod'seiner- Abreise züm Landtage eine Abschiedsvistte adstättete,' 'die-Hand reichend, „ich werde meinem Pro-, graNune -treu MeibcM"- Und dieser Mann wird Wort halten, denM Charakterstärke- und Adel der Gesinnung sind Eigenschaften, welche^ ihn seit je auszeichneten. Sein durch und dürch gebildeter Geist, feine hinreißende Beredsamkeit, im Frankfurter Parlamente, in welches er im Jahre 1849 — gerade zu seinem 25. Geburtsjahre— von hier gewählt würde, politisch geschult,; berechtigen zu der- Annahme, daß er zu den hervorragendsten Mitgliedern des Reichsrathes zählen wird. \ Herr vr. Demel sieht aber finil,^ seiner Gesinnung^ nicht vereinzelt hier; er ist vielmehr ein achter Repräsentant des schlesischen - Volkes / . welches, jeder Jnto-j leranz und Erclusivität fremd,, erhaben über jedes Vor-' uHeil ust. Dieses zeigte sich auch ' b'ii 'M^jüngst^ stasigefuNdenen 'WrileiridechaMm In^ dm "meisten - Städten und Dörfern des teschner Kreises', W Judensind, wurden sie auch in den Gemeinderath gewählt, ja in einem Dorfe unweit Teschen ist der einzige dort wohnende Jude-:— Herr Bernard Glesinger,.ein-, Mann biederen Charackters-r-ftit 1849 Bürgermeister und wurde neuerdings wieder gewählt. 7 - . Für - die .Vorurtheilslosigkeit der hiesigen Pevölkerung; dürfte -auch folgendes » sprechen.. Am> 2.ch. nvv, war. aUt, Frau Charlotte Frichmann, geborne Hecht aus Goltsch-Jenikaujn Böhmen, Gattin unseres hochverehrten Herrn Kreisrabbiners, nach längerem Leiden in ein besseres: Sein übergegangen. Der irdischen Hülle der Verblichenen, . die sich durch viele Werke der Mildthatigkeit und Menschenliebe. ein bleibendes Denkmal in den Herzen-Vieler errichtet, folgten nicht nur Israeliten fast aus dem ganzen Kreise, sondern auch die andern Confcssionen gaben ihr in großer Menge das Ehrengeleite. - D,ie Spitzen der Gesellschaft, die kaiserlichen und städtischen Behörden, vertreten in den Personen des k. k. Bezirksvorstehers und Bezirkscommiffärs, des.oberwähnten Bürgermeisters, zweier k. k. Landesgerichtsräthe, mehrerer Professoren, der Gymnasien und Realschule und die vornehmsten Bürger und BürgersfräUen der Stadt, schloffen sich mit sichtlicher Rührung dem Leichenzuge an und begleiteten denselben , bis auf den eine weite Strecke außerhalb der Stadt gelegenen Friedhof. Ist auch diese allgemeine Theilnahme auf Rechnung der Liebe, deren die Verklärte in Folge ihrer Herzensgute hier genoß, zu schreiben, beweist dieses' ferner, wie es der Herr Kreistabbiner verstanden hat, sich seit seiner Berufung nach Teschen die Ächtung der Gesammtbevölkerung zu erwerben, so ist . sie doch auch geeignet, äüf das gegenseitige freundliche Verhaltniß der 3 Confessi'onen in hiesiger Stadt das schönste Licht zu werfen. ‘ I. Bandler, Hauptschullehrer. Agram, 10. Mai. Daß es mit der Gleichstellung der Juden in Ungarn noch gar nicht so ernst gemeint ist, ergiebt sich aus zwei amtlichen Licitations-Kundmachungen in der jüngsten Nummer der hiesigen Zeitung. In der elfteren, wo es sich um Jahrmarkt- Ausschank-Gefälle u. dgl. handelt, heißt eS unter den Bedingnissen Punkt 5: „Bleiben die Israeliten von dem Kaufgebot ausgeschlossen." Jn der zweiten Kundmachung handelt es sich um das Recht des Blutegelfangs; hier lautet-Punkt 4 der Bedingniffe: „Werden auch Israeliten zu-der Licitation zugelaffen." Die Schweiz. Ober - Endingen, im Mai. (Privatmrtth.) Der Kampf zwischen' der orthodören und der Fortschrittspartei hat'sich zü^ Gunsten'der letzteren entschieden. Matsache ist es, daß. trotz. allen Winkelzügen und Machinationen, mit denen7die Orthodoren fürihrenCanda- 21**