Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 17 (23.4.1861)
- Date
- 1861-04-23
- Page
- Seite 239 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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weipx davon ab, daß sie .mach Mold Patan 3, 2.72'^n ist, <$$; -nicht,wie Succa jer. 4, 1. behauptet - wird, den, Propheten, ähre. Einsetzung verdanke? Wurde die Bachweide für heiliger gehalten, als Erub,' Netilat Jodaim,, uyd andern von. den Spätem gemachten Anordnungen? Die Hand aufs Herz! Hat ein moderner. Ch assid jemals darauf, geachtet, daß.man von Eiern, Nüssen, Gurken nicht solle zwei Stücke, genießen?; Und doch ist dies nach Pesachlna llO, Die Rabbinen hielten Ln der amoräischen, besonders periodischen Periode streng auf diese R.aba zählte, um sich in der Becherzahl beim Trinken nicht zu irren, die Balken der Zimmerdecke. Wenn Abai mit einem Becher fertig war, hielt ihm seine Pflegemutter Ln. jeder Hand einen Becher hin. Hatte Rabbi Nachman b. Jizchak zwei Becher getrunken, hielt ihm der Diener einen dritten Becher entgegen, Hatte er nur einen getrunken, so hielt der Diener in jeder Hand einen Becher.. Bes Manchen war die gepaarte Zahl .überhaupt schädlich. Ula sagte : Zehn Becher machen keine Paare. Nach Andern ist die Vierzahl schädlich. Wie dieses Alles der biblischen Symbolik . zuwiderläuft,, ist. aus der Construimng des heiligen. Zeltes ersichtlich.' S. Philippsons Bibelw. P. Teruma,ff./ Hat die die Sanction dieses Gesetzes erhalten' und gerettet? Nach Tanchuna 60 3 ist es eine sinaitische Halacha, daß auf Den, welcher etwas Religionsgesetzliches, ohne Erwähnung seines Urhebers berichte, die Worten sich beziehen dn bttn bs. Diese Forderung der Moral leitet ihre Heiligkeit nicht erst von der her, und in Mainz legt man aus diese id’h'n kein großes Gewicht. (Uns scheint hier eine Anspielung auf rivsbn gemacht worden zu sein.) Ueberhaupt ist auch in theoretischer Beziehung diese Materie noch eine terra incognita. Im Talmud lassen sich nur 55 72'dn auffinden. Maimuni läßt in seiner Vorrede zu Seraim viele aus, rechnet aber wieder andere zu. — Man streitet sich, ob die Hbfc die Männer der großen Synagoge rein ttaditiv oder auch n?-n imrmi gewirkt. haben. Da wäre aber erst eine Verständigung und 'ein Ekdresultat zu geben, wer die Wba waren *), *) Es sei mir hier gegönnt, meine, wie ich glaube, ganz neue Ansicht über die Männer der großen Synagoge mitzutheilen. Es entstand die Frage: Bestand wirklich jemals das Institut der rtbtf? Wann begann seine Wirksamkeit?' Worin bestand diese? Waren die ri'sK ein nur momentanes oder stehendes Forum? Wie viele Mitglieder zahlte dieses Institut? Woher die Benennung n'brr? und wann sie blüheten. LebteNj und Wirkten sie % B. zuerst nach dem h.asmonäischen -Kriege, so fällt ja der ganze' Lärm hinweg, dmn in; dieser Periode gestehet ja Herr Fischer-Hirsch zu, Naß die Thora vergffsey. und durch Conttoversen restituirt ward. Nach: unserer, dargelegten Ansicht, daß die Sanction der Gesetze nicht davon abhänge, ob sie seien, oder durch andere exegetische, hermeneutische und logische Operationen restitüirt wurden, konnte R. Akiba Nidda 45', 1. mit Recht sagen, die ganze Thora, auch die mündliche Lehre seiner Zeit, sei 72'bn. — Weder in den nacherilischen Büchern deS Kanons, noch in den Apokryphen, noch in Josephus wird der synagoga magna Erwähnung gethan. In Pea 2, 6-. wird eine Tradition bis auf die Propheten zurückgeführt; einen Ring in dieser Traditionskette bilden auch die Paare; die große Synagoge aber wird mit Stillschweigen übergangen. Ist etwa die Nachricht von einer synag. magna nichts als eine grundlose Sage? Den gelehrtesten Männern unserer Zeit wollte es nicht in den Sinn, daß ein Institut, von dem so oft und so viel gesprochen ward) der Geschichte nicht angehören sollte. — Ich will vor Allem hier zusammenstellen, was das Wichtigste ihrer Leistungen nach unserer talmudischen Literatur war. Nach Abot 1. hatten die Propheten den Männern der großen Synagoge die Thora überliefert, und Simon der Gerechte sei von dem Ueberreste derselben gewesen^ Drei Wahlsprüche werden von ihnen berichtet. Die Welt beruht nach ihnen auf den drei Säulen der Thora, des Cultus und der Wohlthätigkeit. Sie haben nach dem geschichtskündigen R. Jochanän die Segenssprüche, die Gebete, die Keduschot und Habdalot in Israel eingeführt. Berachot 33, 1. Was die Habdala betrifft, so wurde sie zuerst dem Gebete einverleibt, später bei günstigen Vermögensverhältnissen über einen Becher Wein angeordnet, und wieder später bei schlechten Vermögensumständen wieder bei dem Gebete belassen. Nach Megila 1. verlegten sie die Megilalectionen auf den 11., 12., 13. des Monates Adar. Ihnen wird die Bemerkung in den Mund gelegt, daß der Ausdruck ■’i-p*) eine unglückliche Vergangenheit bezeichnet. Meg. 10, 2. Sie sollen auch Ezechiel, die 12 Propheten, Daniel und Esther ausgeschrieben haben/ B. B. 15, 1. Nach Pes. 50, 2. fasteten sie 40 Tage, daß die Schreiber der Thorarollen, der Tefillin und Mesusot nicht zu Vermögen gelangen. Nach Sy nh^ 104, 2. haben sie die Zahl der Idioten und Könige festgesetzt, welche des künftigen Lebens verlustig wurden. Nach Schekalim jerusch.' 5, 1. sollen sie einer Meinung zufolge den Midrasch der Halachot und Agadot eingesührt haben. Nach Abot d. R. Natan 1. haben Mischli Kohelet und Schir Haschirim ihnen ihren Platz im Kanon zu verdanken. Haben die Männer der großen Synagoge die Thora von den letzten Propheten in Üeberlieferung bekommen, so konnten 17