Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1860)
- Date
- 1860-07-03
- Page
- Seite 400 (sequence 2)
- Language
- German
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Ji V: 400 nt nen; es ist das Gegentheil, weder natürlich, noch beredt. Ein Mensch unter dem^Einfluß starker Gefühle oderHzi^ denWaftssn,^r vor; Allem,^vas ^eln^GMeMllt,HbertzW W kW»' Hörer hervor, und erringt manchmal ohne Kunst die Höchsten. Schonhntm der Rhetorik. Dre Sprache der Leidenschaft fließt leicht, aber ist gedrungen und einfach, das' gerade Gegentheil,Hr^^DortH^aW.^,WmGngeü^bten,. Redner gelinA das^zürveilen vollkommen',^aber dem''ge-' übten wird es jedenfalls noch viel besser gelingen; dieser,' beherrscht die Gefühle seiner Zuhörer, was auch immer der Zustand seiner eigenen sein mag. ^DärinbestM' der " Werth des Studiums: es befähigt den Menschen, jederzeit Das zu leisten^ was die Natur nur in seltenem Fallen lehrt. Für .die Fehler der gern, ins Bxeite.und.Lehr- Mfte. auseinander gehenden modernen Beredsamkeit giebt es jedenfalls kein besseres Eorrectiv als die fleißige Bettachtüng der' antiken. Muster, besonders jener züchtigen Schönheit der griechischen Composttion, und dazu bie, Mn^Mraris /schrjWcher/ PoBeMung:" ---- j; \ -üW KieftMnstcht^ ^ausgesprochen1860, wurde-schon 1823 j .von Loxd.Broughamvbekannt.,.;Der.Vater/ des berühmten\ Lord Macaulsch fragte Lord Brougham damals' um Rath! bei der, Vollendung der. Erziehung seines Sohnes. Lord• Mrougham richtete ein Schreiben, an jenen , worin er .in l ..Betreff-der Kunst, .sich zürn Redner heranzubilden, fol-j gende Rathschläge giebt: Vor Allem muß man sich die „■. Gewohnheit.aneignen , flie ß e n d z u sp x e ch e n. Dazu! muß Jeder. .auf seine .eigene Weise zu gelangen-trachten, dUNhier.spielen individuelle Neigungen und; Zufälljgkei--j , ten ehre, große Rolle. - Die Gabe, fließend, zu reden, ist! . die Grundlage^ans die. man.weiter bauen muß. Sie läßt ..stch, nur-inftüher Jugend; erlangen > theils .durch' Styl-- übunggn, .theils durchRedeübungen/ und zum The.il.durch! Theilnahme^ an Gesprächen in gesellschaftlichen Kreisen.! ..Der^näMe.Schritt ists,:aber.von dem. die Hauptsache ^ahhavgt..)!„Nrrd hier; zieht .es nur-.erne Regel/- um.-dieser) Sthl -depfließenden.Mede. in lautere -Beredsamkeitum-, zuformcn. Ich ermahne. Ihren Sohn -aufs Dringlichste, rWrMS Wd: Nacht -diegriechischen- -VorbilderzuMrge-' , genp-ärtigen.." Nachdem ep dies ^erfauer auseinanderge-: Mt, , namentlich die Vorzüge des. Demosthenes .hervorgehoben, schließter wörtlich: --- ..yi , „Den^ rhetorischen Schluß.- meiner imfOberhaus/ge-; Menen- Redk;. süp;-die Königin; (Caroline) hatte - ich aüs-j geechb^tet^machdttn M-brei -bis--vier Wochen-hinterein- ..anderden--DemostheyesMeleftn - und .reeitirt hätte; /ich i iß I i 1ü überarbeitete sie mindestens zwanzig Mal, dafür hatte sie allerdings eine^n ganz ungewöhnliche^, Heit übM-mein «isMDAft rmMMMErM WeAr-ran. dM HHuch-sFauHLMe Reden früher mederzuschreibm, bis sich die Ge)voWheit des Redeflusses eingestellt hat, Ihr Sohn auch dann, 'wenn er diese sich zu eigen gemacht hat, noch immer M r-M« V ganz 'klar: 'eL'P MiselsöhM einf RsHwerNM Arteit; es ist ohne.Pergleich schwerer, als aus dem Stegreif reden; aber es ist nothwendig, um ein vollkommener Redner zu werdety^edenftillß üöthÄdndig, um sich eine correcte Diction anzugewöhnen. Ja, ich gehe noch weiter, und be- - Haupte, daß, Einer bis an sein Lebensende die meisten seiner ..WneM Mestellelt.Mxt. .füEM-MsarbMn«Mlß. Es frägt sich, jetzt —- will Ihr . Sohn ein großer^ Redner werden, oder nicht?. Mit andern Morien, will' er dje . beinahe unumschränkte Gewalt erlangen, in einem freien Lande für die Menschheit Gutes zu wirken, oder will er dies nicht? Wofern, in ihm dieser Wille vorhanden ist, -Muß er/diesen Regeln folgen/ BroMgh-ä'm5^^»l Vor Kurzem (29. Februar dl I.) feierte man den 100jährigen Geburtstag des berühmten D j n t er ’j|;' +, ^ci dieser Gelegenheit beschrieh man im ostenDichen Msittern das Leben- .dieses nicht blos als Pädagogen, --sondern auch als rationellen Theologen und Predigers berühmten' Mannes. Da heißt es auch: „Nie betrat Dinter die Kanzel, ohne sich gründlich,v-rhereitehM Wen; M den ersten 8 Jahren seines Pfarramts ward jede Predigt, nach mehrtägiger reiflicher.-Ueberlegung, ^am DyMerstag oder Freitag wörtlich niedergeschrieben und wörtlich aufwendig gelernt." - -Ünh 'bad Ewär ''aü^' eiüer' Ä'orWnzell v* Daher hinweg; mit der thörichteniSchantz welchö öfter Redner- und Predigerjede Vorbereitüng läugnewüyd''sich den Schein . geben, laßt, als/ob ste/nür -ertempore? sprächen,! Es..' istwahr, es/ muß Ler-Prediger:sein^HM nicht mitauf - die Kanzel nehmen; ^r-darf ftrneh nicht durch ein nur mühsames Festhalten des Memörirten steif und befangeni -erscheinen;/ er/ mußsich überhaupt- -nicht^gäirz und gar an das niedergeschriebene Wort-fesseln; das Aus- - w endiggelernte -mußim Abhaltett ' d er - Predigt sich wie' von Neuem nni ftinem -Geiste^epröduciren 'und'glücklicher Weise iist -das; Gedächtnis eine? geistige ^Kraft,' die durch Uebung eine unbegrenzte- Stärke- -zu' errcichen'vermaA- 'jede Vernachlässigung-- aber furchtbar? rächt! ■,r;• \ | :< '• •:1 4 i