Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 51 (12.12.1859)
- Date
- 1859-12-12
- Page
- Seite 732 (sequence 2)
- Language
- German
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■?■**. . T , 732 ' 1 fl! 0 Thronbesteigung Alexanders II. ein Systemwechsel im großen Czaarenreiche, mit deuMe^ierungsübern^hMe des MM. Regenten eine Beräntzerstnss de^ MHt^H^r^HrEndenz, mit hem Frieden von Villafrän keh?di eA bsicht k. Staatsregierung, Reformen vorzunehmen, eingetreten/als auch überall die Judenfrage zum Vorschein kam, und ne- . \[ 11 'li |i'.* v &^ Eine zweideutige Rolle spielt hierbei immer die „Augsburgex.,Aügemejste Zeitung". Sie will Ith Henen Organen der ^k^rEdurchl^nAR^^d $tr so weni^>iWfi?DffenNu^ÄchM mk 'Wo^^^echen, welches uns gewahrt werden müßte. Immer unter dem Scheine einer unparteiischen Würdigung bringt sie bald ben den wichtigsten und unerläßlichsten Momenten Entscheidung verlangt -, Sehdn w'Usa bßlbst Ms Degeübild in Anhalt-Dessau und Bern bürg keine Verfaffungsveränderung vor fich gehen, ohne daß man nolenrr vülens auch die Juden dabei hin und her zerrt-, ihnen bald MechyMeht/ bald Rechte nimmt. 6ar tel est notre xlsisir. Um so interessanter und wichtiger ist es , in solchen Augenblicken auch das Gebühren der Presse hinsichtlich unserer Frage zu beobachten.r Denn so" wie 'M' letztere zum Vorschein kommt, seheü wir die Organe der Reäc- , tiön ihren Köcher aus ihrer ganzen Rüst - und Rumpelkammer mit vergiftetes Pfeilen füllen, Um sie gegen iM abzuschießen. In der That sind es immer nur noch die alten, so oft abgestumpften Geschosse, . die sie in Bereitschaft haben, und nur auf ,,-dfm,-Schleifsteine., ihres,Hasses einmal' wieder scharfen und spitzen.. Aber was khHnm.jste dafür, daß sich eben'da weder Revolvers, noch, gezogene Kanonen, noch Znndnadelgewehre erfinden lassen; an, ihnen liegt es nichts daß ste gegen uns keine andern Was» fen als die Haudegen, Morgensterne und Bogenpfeile des Mittelalters zu verwenden haben. Sie thun das Ihrige, indem sie, ' ohne 'zu. prahlen und.zu zielen,'mitvo.sten Han-, best ihre abgenutzten Wurfspieße aus uns abschleudern. Jndeß müssm wir gerecht snn. Es ist zwischen, der Presse, an der Spree und an Ser Donau doch ein bedeutendes Unterschied. An der Spree und Leine eristiren große Journale/ ivelchtvon Judenhaß üherstießen und in blinder Ä3utl) Alles aufbieten, Um ihre Leser gegen die Juden aufzuhetzen. Die „Kreuzzeitung" und die „Neue Hannöversche Zeitung'^ mit ihren" kleineren Satelliten, z. Bs dem „Preuß. Volks-, blatt", haben in der jüngsten Zeit wieder mehr Verleumdung und Verdächtigung gegen uns in ihren Spalten zum^ Vorschein gebracht als seit langer Zeit. Suchen diese aber. Gesinnungsgenossen an der Donau auf, so staden sie keine ebenbürtigen, sondern müssen zu kleinen Tages- und Wochenblättchen herabsteigen, die man gerädezss zur Hefe, der Presse auch in jeder ändern Beziehung zählen kann. Die . großen Blätter Wiens und des Kaiserstaates überhaupt, auch' die officiöse Presse nicht ausgenommen, habest der freisinnigen Lösung unserer'Frage in löblicher'. Ilehereinstimmung das Wort geredet. "’I“, hiex, bald dort ^in giftiges stlloxt gegen uns an, ein Wort MssZuWiküütsung uD Sex VerhohüÄlA^rän^t alle möglichen Argumente gegen uns in einen Satz zusammen, und, ohne gegen uns zu agitiren, öffnet sie der Reaction mit MP.fsM . Hierbei stößt es ihr nun zu, daß sie sich in .ihre eigene Falle fängt. Die „Allg. Ztg." tritt überall nachdrücklich gegen das Nationalitätsprincip im ' moderäeü Slaatsleben auf; sie zeigt mit Vorliebe für-die " Statifirk ' Mß itt gewissen Ländernän eineVeruDWrgung der Nationalität gar nicht gedacht. werden könne, weil .die Geschichte alldort die mannigfaltigsten Stämme so durch einander geschüttelt hat, daß die Obmacht des einen sofort die Ausschließung des andern mit sich bringt, während dieser mit Recht-Gleichberechtigung fordern kann. Gut; wir theilen in vielen Punkten ihre«Ansicht.: er! mit, welchem Rechte,.wirft-nun ,W Mllg^iZtg^s-day wo j von dem- Rechteder .Juden die Rede ist, diesen'Mgegen, sie seien eine Nations eiNe-Maöe für sich? SchlW sie - sich, -hiermit nicht selbst ins 'Geffchp ' Wässeäus der Hand? Cntwedet' das Michl d'e^/Bür-; gets' wird mit dem Zollstoch per, Nachonalitjät.gemessen,! und dann fragt es sich,, welchem Mess-Ms jsde-Rätion! kommen solle; oder aber die Rationalität..hat im Staate; so wenig Rechtsgeltung, wü die J.ndivjdualttät jedes Einj zelnen, und dep S'läal keMt leine'Raüonäl^' sondern nur Bürger, und wie soll ..dann für die.Juden ^dies.vorgeworfene Nationalität ein Hemmniß sein? Die „Ällg. Ztg." weiß sehr wohl, was sie thut; da ihr gegen uns kein Argument mehr., übrig geblieben,.-da sie »peder sdie-Reli- -Kon^ noch die Unfähigkeit Vorschutzen kann,>,da sie Wem f sonstigen Standpunkt nach eigen konfessionellen Unterschied- Micht betonen darf, so flüchtet sie sich hinter Nation: und;;Race , weil dies immer noch einen, Klang hat, ohneden ÄZiderspruch zu achten, in welchen sie--dadurch n.'tt-Mrer, eigenen besten Wehr geräth. ... Jndeß ist' es ja der Midersprpch,...dem.unsx'^.Hegnex überhaupt[t am wenigsten fürchten. Wir lasen -nflilichss einen Aufsatz, .in der „Leipziger Zeitung".,,, wo ausführllich über die österreichischen .Finanzen -verhandelt.wuxde. .. -Der Verfasser gab zu, daß vom, finanziellen, und xnqtio-. ^nätökonomischen Standpunkte die Emancipatipn depJupern