Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 49 (28.11.1859)
- Date
- 1859-11-28
- Page
- Seite 704 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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_ jflr 1 .'s! 5 J(?#i [\ l Juden Oesterreichs haben ein Vaterland und lieben es, und^-stlbst die^tief emP^Wd^en KränkungM und ZWW. setzM^nR^^fi^ als Hupeü^ü^eplerden hÄten,?kHnLm D HM>M ^Äde^öKe»1^^pMeN>^teEänWhW nisse niemals vergessen machen, daß sie vor Allem wohlgesinnte Oesterreicher sind. Ihre Verwendbarkeit im bürgerlichen Leben ist unbestritten, ,,und selbst ihre Gegner^ sprechen fiK ^n^ÄenNelld^aus Dre^tzistiIe ->B?fähii gung, - ihren Fleiß und ihre Mäßigkeit, ihren oipferfreudigen Familien - und Gemeinfinn, ihre Mildthätigkeit ohne" Unterschied des religiösen B ekenü knjfM -u Solche Eigenschaften haben vor Allem dazu beigetragen, ihre vielfachen Beziehungen zu ihren christlichen Mitbürgern durchgängig zu freundlichen zu machen, und ih- E^BeMise'von^Uchtung und VertrauenIw erwerben. / Sje.Haben aber,- auch - am ^meisten dahin. gewirkt ,, ihnen, auf den zugänglich -gemacht Gebieten-des Handels' und der Industrie eine' gemeinnützige Stellung '..zu.,verleihen. Gewiß aber nicht minder anerkennenswerth sind ihre LeistuygeNj auf-solchen Gebieten- - Pie. Hne.y'/durch--Mge'Lejt -verschlossen ivder i verkümmert blieben- .nndi es ^zum-Kheil noch sind: üm Landbau xpnd in dem landwirthschaftlichen Gewerben,- im Handwerke,- in der Kunst und in ..der Wissenschaft. Sechszehn.-. bis zwanzigtausend Juden dienen :im./sapfern.. SsterreichlschW-Keereviele, meldeten sich' beim jüngsten. Kriegsausbruch als.- Freiwilligemehr als Eine .glänzende Waffenthat: wirrde österreichischen- Kriegern des jüdische^ Bekenntnisses - ,nachgerühmt, so . wie mehr als .Ein Peispiel.der^ hingebendsten Berufstreue jüdischer Aerzte in der Zeit Nes ,Krieges,; -witz; in jener: verheeren der Epid emien, auf welche schwere. Zeiten allein: -ihre.Verwendung, 'von Seite des Staates beschrankt blieb. Die. Uebernahme aller Staatsbürgerpflichten in so vollem Maße läßt es wohl vpm Standpunkte, der Gerechtigkeit als unbestreitbar aynehmen, daß den jüdischen Staatsangehörigen auch der volle Anspruch auf alle Staatsbürgerrechte zusteht. Konnte auch, die bisherige unverdiente Zurücksetzung sie in dem richtigen Gefühle, ihrer gleichen Verpflichtung, nicht beirren, so würde gewiß, die Gewährung: der entsprechenden gleichen. Berechtigung ihren Gefühlen der Anhänglichkeit und Hingebung einen neuen Aufschwung verleihen.,. Beispiele hiesür liegen in,den Staaten vor, welche, wie Holland, Frankreich, . England,..mit, der -vollen. Emancipationvihrer;jüdischen Angehörigen vorangegangen find. Je starker, aber der. Factor ist, den ihre eigene Anzahl zu jener der Gesammtbevölkerung bildet, .und je eingreifendere. Leistungen pyn ihren geistigen wie materiellen Kräften nach den vorhandenen Vorlagen zu gewärtigen find, um so mehr scheint die /völlige Entfesselung derselben imHitepesse der^l^gkmeiV^EbE^rt - zu^tzgeAA.lEi^-HaM^kt^asser, derj^DeMr ^rechtig^E EeEdeD^aGksMiWit^treten bei jedem Rück- und Umblick um so stärker hervor. Zu Ende der josephinischen Periode — gerade vor 70 Jahren — als^an kaum Joanitt begonnen, die Juden zur HexsöMch^^eLstün^dep-DUÜkärM^HMmzuziehen, war doch bereits ihre Gleichberechtigung im Principe festgestellt, und noch mehr: sie war in zwei, der wichtigsten '' PMkkeäin^ LebM getretene> Im Jahre 1789 durften die Juden in Oesterreich Staatsgüter erwerben und bekleideten Regierungsämter. Und heute schreiben wir 1859, und die in so vielen Stücken vorgeschrittene. österreichische-Gesetzgebung zeigt hierin' den äüffällendflen;"fürdie jüdischm Ängehöngen kränkendsten Gegensatz. Are,Iber weist erst eine Umschau-' darauf hin! Während den Juden in Frank- ,Mch-/.HMand, Belgien und Sardinien alle StaaMellen offen stehen und sie nicht nur in diesen Ländern, sondern auch in den größern deutschen Staaten, wie Preußen und Bayern; selbst an ■ der /Legislation-des LaNdes^Theidmch- An-77-/bleibt den Juden Oesterreichs/ber GxünbbeM verwehrt, ist ihnen der Staatsdienst verkümmert und in Frage gestellt, / wird ihnen das Wohn - und, Äyfledlungsrecht'i ,jm Innern des Landes eingeschränkt, ihnen sogar der Zutritt zu manchen Lehr- und Bildungsanstälkeir erschwert,' oder gar verweigert, wurden endlich gegen sie veraltete Verordnungen hßraufbefchworen^ die//drn iflnstern Geist des Mittelalters athmen und. sich mit den Zuständen unserer heutigen Civilifätion nicht mehr vereinbaren lassen. Die schreiendsten MelstagdesunWsdMGier berührten mögen allerdings-, durch ein,^MesvJude^a^nt^o.pM.Jgde.ngeseh gehoben 'werden; vöst 'Ärund' aIs lassen sie'sich aber üür durch einen gnadenvollen Federstrich-beseitigen. Eines Wortes, v eines einzigen - Wortes, bedarf /es; um die Wiedergeburt, der österreichischen Juden nach dem Ausdruck ihrer,/Wünsche zu begründen. Und dieses Wort kann nicht anders lauten, als — GleichbereWgÜNg. . , / / Ein solches Wort ist "aber, schon / am 3 l. Decemher 1851 aus dem kaiserlichen Äunde erflossen: es dürfte sich heute'nur darum handeln/.,daß es. .zur Wahrheit werde, Gleiche Stellung vor demGesetzohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses, wie/es/das Patent, vom.. 31.,,December 1851 verhieß, kann nur in der Unabhängigkeit jedes Rechts von dem Glaubensbekenntnisse eine Bedeutung haben. Oesterreich, das nach dem Wahlspruche seines kaiserlichen Herrn in dep:Gefin.nM.g--vM/in:d>tr-.Eini-