Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 44 (24.10.1859)
- Date
- 1859-10-24
- Page
- Seite 642 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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CorrefypitdKnz.!'■- -Mn! Jom Kippur tit Kiew. - :! - Da ich sobald Leinen.Fiaker,/-bemerkte--,-fing?ich.an:-zu Fuß nach dem Padol mich zu begeben^ Bald bei meine^ ersten -Eintritt/ inr.diestj salte, volkreiche,MaH .W mir W Iarre Leblosigkeit und, ödk-Menschtznleere .auf^ die auf den Stxaßen -che^Mttrr, / 'Jetzt - aber-; da - ich mich jim, Weichbilpe /dersechen;-befand,. pachte..ditzser /Umstand Zeinen - doppelt peinlichen Eindruck. auf,/,Wch >; und; ich fragte mich selbst^ wocher^es kymme-paß ma.y hier--jenes/ kräftig pul- Arenpa Lebey^/Wes-Hunte Durcheinander mnh gewuhliges Geräusch sMarschaus,- Odessas, -Wilnas,5-unP selbst Städte von mindeMi Hrdße'gänzlich verynßt?—-j Welchem Umstande ist's wohl./zuzuschreiben, daß man hier keinem jener wHgend.en; M^enschenströme; begegne^,-!dieZeinen so hohen BegMHoyf: dMj,commerciellen- Leben ^Wer Städte geben? — Hier starrt Einem eine öde Leere auf den Gaffen an, als wäre Alles ausgestorbeM Mur hier und da verliert sich ein einsamer Fiaker,' der etwa einen Studenten od'e'r Beämten'-fährt)uut iw Mest -M-nost»me^ AAgE Lebint ^ü bMgeM — Jlch glaube - nicht ganz Unrecht zu Hubert, wenn ich behaupte/ daß die Ausweisung - der Juden^ von hier beträchtlich zu dieser'Leblostgktit urid öden ' Stillt beigetrageüH Wer kennt nicht das rege) bewegliche Wesen)- dasunserem Volke -innewohnt? - Auf den Straßen größer Städte^MÜßte man es in seinem ganzen Umfantz^ Wen! /Wie die-fleißigen Bienen steht man-sie in jedem Winkelchen ' herümschwärMen; "hier giebt's 'Etwas zu feilschen, dort zu verkaufen. Daher'find 'nirgends die Preise der Lebensmittel so hoch^ als hier, — daher das schöne Lebensbild, dasnindereMtädte gewähren, während hier dem, Stradenwanderer. nichts als eine öde Wüste be- ^'//Wie 'ich' so diesen ^Gedanken^hrngege^en^. gemächlich meinen©Seg in’beri Straßen verfolgte, ^örte M(nu$ berm Namen rufen. —/Ueb'errascht, wer mich/wohl in dieser fremden, judenleeren Stadt/ rufen. wag, sah. ich mich um, ' und/bald sah/ ich aus.einer Seitengasie,. die rn den Kreschtschate<k mündet',' einen jungen.'Menschen auf mich züfahren, der bald unter tausend/Umarmungen mich willkommen hieß in der von meiner Heimath. weiten Fremde, — Es war ein Schulgenoffe meiner/ Kindheit aus W., den vor einigen Monaden seine Geschäfte'hierher geführt und der mich aus der Herreise in Nowogrodwolinsk besucht. hatte.- 2M ich -ihm -meine Lage geschildert/, nöthigte er wich, mit, ihm zurück nachMeinem Quartier ^u) fahren, dort, meine Effecten zu nehmen; und Mich mit ihm nach.seinem LoM.-auf dem Padol zu verfügen. —- Nach einer halben .Stunde- Fahrt--fuhren wir durch ein'großes Thor in einen Hof; uns begegneten, vieleGlaubensgenossen/ welche, die/,Gebetbücher .unter, dem Arme, mit ernster , - frommer .Geberde einer Stiege zuwandelten-, wo sich das, Betlocal befand, um das Minchageb.et zu verrichten.—7- Ich chatte den ganzen Tag- :fast.-nichts genossen, und doch stand mir ein großer Fasttag bevor.: Mein Freund-hieß schnell Suppe^ geben,, dieaber von solcher Beschaffenheit war, daß man gar kein Feinschmecker sein durste, um sie abscheulich und ungenießbar zu finden. Ganz natürlich! wie kann denn die miserable Küche einer mit solchem Geschäfte nicht vertrauten - jüdischen - dummen Frau Hunderte von Personen mit-nur einigermaßen ge^ meßbaren Speisen versorgen? — Und daß in diesem elenden, modernen. .Ghetto - viele Hunderte zusammengepfercht waren, davon üLerzeugteichmichgarbald.— Ich mußte mich mit - einigen Gläsern Thee; begnügen,. und /.da- .das Zimmet' wenigstens ungestörte Ruhe versprach, so . gab ich mich zufrieden. — - - Die Sonne senkte sich schon tief zum Horizont herniederals wir mehrere Stufen ansteigend, in. ein leer stehendes großes. Zimmer und von da in ein kleineres Gemach, welches mit Leuten von der arbeitenden Claffe besetzt war, gelangten; von. da führte eine große Thür in einen geräumigen Saal, der von einigen hundert Männern in Besitz genommen und von vielen Wachskerzen beleuchtet war.. Ich blieb, um freier athmen zu können, im Porgemach, von wo aus man durch zwei große Fenster an der. östlichen Seite das mächtige.Bett des Dniepersi gewahren .konnte, -der auf einer großen flachen.Landstrecke seine, mächtigen Schlangenwindungen bezeichnend, auf seinem breiten.--Rücken eine unzählige Menge; von Barken, Böten, Kähnen und andern Fahrzeugen trug. Eine großartige Landschaft, das Gepräge der fruchtbaren Ukraine tragend, und verklärt von den letzten Gluthen eines prächtiges! Ab.endroths, das sich in den Fluchen des Dniepers spiegelteentfaltete sich vor . meinen überraschten Blicken, und machte auf mich den eigenthümlichsten Eindruck. Unter mir ganz fremden Gesichtern stand ich vereinzelt und einsam am. Fenster in meinen Betmantel gehüllt, versunken in mannigfachen Gedanken, und bewegt von einem nicht zu beschreibenden wehmüthigen Gefühle. — : Ich .bewunderte die heroische Glaubenstreue meiner