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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-08-15 · Heft 34 (15.8.1859) · p. Seite 493

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 34 (15.8.1859)
Date
1859-08-15
Page
Seite 493 (sequence 9)
Language
German
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493 an > die - Vertreter' hebt - derselbe hervor , er hosse> um derärtigert Vorgängen^ vorzubeugen, ein Gesetz zu-erwirken, wie es in Rußland besteht; es ist nämlich bei Strafe verboten zu glauben, daß die Juden Christenblut gebrauchen. *) Dem Wahnsinne kann jedoch nur dadurch gesteuert werden, wenn die Verbrecher mit der ganzen Strenge des Gesetzes bestraft werden. Ein besseres Mittel wäre allerdings : die Bildung« Aber nnÄNNi wenn Männer, die die Liebe lehren solltendie sich allein als die Liebevollen gebehrden, den Haß predigen. Eine Sammlung, die hier für die Galatzer eingeleitet-wurde, beträgt/einschließlich der Gäben deS Hauses Rothschild, 5444 Fl. Eben so beträgt die Sammlung für die Abgebrannten in Brody, den Beitrag der Familie Rothschild mitgerechnet, 10,776 Fl. Im hiesigen jüdischen Spitale, worin sich die kranken und verwundeten Soldaten ohne Unterschied der Confesston befinden, sind jetzt 21 Verwundete und 16 Krankedarunter -2 Juden; 7 wurden bereits geheilt entlassen/ Es ist Platz für 50 Kranke. Mannigfache Besuche von hochgestellten Militärs und von dem Sanitätspersonale fanden1 bereits statt, und -sprachen sich sehr günstig aus. ' \ *) In der Türkei ist ein solcher Befehl schon einmal ergangen. Wir stellen dies hierher, wie es am jüngsten Herr vr. M. A. Levy in seiner gediegenen Monographie: „Don Joseph Nasi. Breslau, 1859", die so eben erschienen ist, .erzählt. Es war unter dem Sultan Soliman II. „Als die Juden von den Christen in Amafia angeklagt worden, daß sie einen ihrer Glaubensbrüder, der in das Haus eines Juden eingetreten und aus demselben nicht zurückgekehrt wäre ,- ermordet Hätten / um dessen Blut zum Osterfeste zu gebrauchen, wurden viele rechtliche und angesehene Männer, nachdem man ihnen -durch die Qualen der Folter Geständnisse erpreßt, gehängt oder verbrannt. Einige Tage nachher fand man den vermißten Christen, und es war nun klar, daß das ganze Complott nur zum Verderben der Juden angelegt worden. Sultan Soliman ließ eine strenge Untersuchung einleiten und die Schuldigen bestrafen. Wer aber hauptsächlich die Unschuld an den Tag brachte und mit Gefahr seines Lebens kühn beri. Richtern die Beweise für.dieselbe vortrug, war Mose Hamon. Jedoch begnügte er sich nicht mit der Erklärung, daß man unschuldig Blut vergossen habe, sondern er setzte es noch durch, daß vom Sultan der Befehl erging: „daß fortan keine Beschuldigung, die dahin zielte, als gebrauchten die Juden Blut, bei den Osterkuchen und dergleichen, von irgend einem Richter des Landes angenommen,, sondern vor das königliche Tribunal gebracht werden-sollte." —; i Bekanntlich hat der Statthalter Korporationen wie Einzelnen,. welche die Pflöge der Soldaten übernehmeneine Entschädigung von 16 Kr. täglich pr. Köpf bewilligt. Der Vorstand hat auf-diese Entschädigung zu Gunsten der Kranken verzichtet. Die Sammlung an Geld für das Spital beträgt jetzt 10,000 Fl. und sehr bedeutend sind die Beiträge an Wäsche rc. Ein christlicher Bäcker liefert-ein Mal in der Woche das Brot umsonst. Wahrhaft'befremdend ist es, daß dieses Beispiel vereinzelt dasteht. Während die Juden zu Allem und Jedem beitragen, und massenhafte Summen sogar der Votivkirche und für den Giebelbau der Stephanskirche gaben, findet sich nur Ein Christ, der zu diesem humanen Institute beiträgt. / :•? ' Die Wiener israelitische Gemeinde bewährt durch die angeführten Thatsachen aber aufs Neue ihren alten Ruhmdaß sie in hohem Maße wohlthätig ist.' ffreilich kann sie nicht Alles thun.- Wir bemerken dieses aus dem Grunde , weil die hiesige Gemeinde'so oft mit Bitten aus der Fremde bestürmt wird, die sie aber grundsätzlich abweisen mußwenn nicht Alles zersplittert werden soll. Während ich dieses schreibe, wird für die abgebrannten Gemeinden in Böhmen gesammelt.' —. Die Nachricht, daß Herr v. SalemSfeld bei Cavriano gefallen ist, bestätigt sich nicht. Derselbe lebt und ist in Folge feiner Verdienste avancirt und wurde derselbe auch mit einem Orden decorirt. Temetzvar, 30. Juni./ (Verspätet.) David Hirsch Oppenheimer, seit nahe 40 Jahren Oberrabbiner der hiesigen Gemeinde, deS Temeser Kreises und der Banater Militärgrenze — eine talmudische Größe, ein Mannvon welchem man eigentlich nicht recht wissen konnteob hohe Gelehrsamkeit öder Demuth und Bescheidenheit, ob Frömmigkeit — oder Toleranz im edelstenweitesten Sinne, ob seine große Erfahrung und Menschenkenntniß, oder jene arglose, bis ans Ende bewahrte und bewährte Kindlichkeit — ob Menschenliebe, Geduld und Resignation, oder Sanftmuth und Friedliebe den Gmndzug seines edelu Charakters und seiner ganzen Persönlichkeit ausmachte< — David Hirsch Oppenh eim er ist am>20. d. M. in Gott entschlafen. ' Noch war'sie feucht, die gewandte Feder, mit der er eben- 34

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