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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-06-27 · Heft 27 (27.6.1859) · p. Seite 384

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 27 (27.6.1859)
Date
1859-06-27
Page
Seite 384 (sequence 2)
Language
German
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«fr. Ji ' .. . : , .M i If. SS abermalige Anleihe in 4 — 5 Monaten auch die preußi- DieMobilmachKW. ^lDHWtIA ÄMDaLAnHeH NsHDkkMß^ 4Miää %&& GMKM KM mann ohne Ausnahme Militär ist, der körperlich befähigt, greift die Mobilifirung der Landwehr tief in das bürgerliche Leben Hw:^Ker.KazlMnn^Mwaus^melwGe^vöshe. und Comptoirs >d er^Hä ndÄiFker aii^ feinÄ 'Werkstatt^/ der Lehrer aus seiner Schule, der Bauer vom Pfluge gerufen, der Familienvater scheidet von Weib und Kind; überall eine Störung der bürgerlichen VerhältNisse,O'pfer, deren Größe nicht zu messen, weil das Geschick vieler Einzelnen völlig umgewandelt wird. Es versteht sich von selbst/? daß alle-.diese Opfer, zu denen.sich natürlich Erhöhung der, Steuern und Abgaben gesellt,-allen Bürgern des Staates ohne Unterschied des Glaubens obliegen, und so ist auch wohl keine Jüdische Familie in. Preußen, die nicht einige ihrer Söhne aus ihrem Lebensberufe Herausreißen und der Wehrpflicht stellen muß. — So vernehmen wir auch aus O e st e r r e ich, daß -die Äuden desKaiserstaates freudig ihre Gaben auf s den Altar des 'Vaterlandes in großem Umfange niederlegen. Die Situation findet also die Juden in allen Ländern Europas auf dem Platze, den sie im Vaterlande ein^unehmen verpflichtet find, und jeder israelitische Geistliche -und Lehrer wird : den Bekennern seines Glaubens zürufen: Ihr österreichischen Israeliten, kämpfet für Oesterreich; Ihr französischen Juden, fechtet mit Leib und Seele für Frankreich; Ihr Preußen jüdischen Stammes-und Glaubens, opfert Gut und Blut für Preußen; Ihr russischen Hebräer, streitet für Euern Kaiser mit; all' Eurer Kraft —- denn Ihr seid zwar Alle eines Glaubens,-aber verschieden an Vaterland, und die Einheit jenes hebt die Verschiedenheit der Pflicht gegen dieses nicht auf! Zweitens. Verhält sich dies aber also, fetzen die Juden als Oesterreicher, Preußen, Franzosen u. s. w. unbedingt Gut und Vlüt für ihr Vaterland ein, kennen sie kein Verhältniß / das höher steht als das des Vaterlandes, keine Pflicht, die gebieterischer wäre, als die der Treue für daS Vaterland — so liegt es auch in dieser Situation, daß sie nunmehr in ihren bürgerlichen Rechten in keinerlei Weise gekränkt werden, daß der Staat, der'sie für ebenbürtig hält, um ihnen Leben und Habe abzüfordern, sie auch für ebenbürtig halten muß in ihren Rechten als Bürger und Unterthanen des Staates , daß/ wo die Gleichheit, das Höchste und Letzte für den Staat hinzugeben, so entschieden bethätigt wird, auch die Gleichheit in allen staatsbürgerlichen und bürgerlichen Verhältnissen zugestanden werden, muß. Vor der Energie und dem Um- MUß ^lhSMiMeiAalle RAelei, allesIDonKthM verschwmdM.U Man RnMes GenMertretern^beEudM nur mtächÄs Äi'Me^gnM ten Veranlassungen dies^sofort und unumwunden geltend zu machen. Versteht ein Staat, der hierin noch zurück seinen * eigenen Bppt^M V, so. .Hjrd. er .diec Gelegenheit 9 VahrndhüleÄ,^ vT' Juden Ästig gl^Äzustestem Es giebt keine Menschenclasse, die geneigter ist, in den höchsten Enthusiasmus, zu gerathen, und von diesem ergriffen, die größtem Opftp z'u bMgen, als die- Inden. Drittens. - In einer solchen Zeit der Aufregung, und wo. die, verschiedenartigsten Interessen, sowohl die allgemeinen als die privaten,. außerordentlich beregt..sind: da. pflegen die religiösen Angelegenheiten sofort in den Hintergrund zu treten und die Theilnahme zu verlieren. Es ist dies verkehrt. Denn gerade in den gewaltigen Schwankungen aller weltlichen Verhältnisse, wo Besitzstand und Leben gefährdet find, müßte man voraussetzen, daß das religiöse Bedürfniß um so eher erwache, und eine Zuflucht in den ewigen Frieden der Religion um so willkommener sei. Darum gebietet uns die Situation, unsre Glaubensgenossen aufzufordern, innerhalb der. großen europäischen Zerrüttungen die Religion nicht aus dem Herzen^und dem Auge zu lassen, und deren Interesse in Gemeinde, Schule, Synagoge und Literatur mit ungeschwächtem Eifer wahrzunehmen. Wir empfehlen, hierbeiinsonders zwei Anstalten. Die eine: das Institut zur Förderung der israelitischen Literatur. Wir haben allerdings von vielen Agenten schon die Zusicherung erhalten, daß ihre bisherigen Abonnenten zum größten Theile auch für das V. Jahr verbleiben werden. Aber es gilt mehr als den bloßen Bestand sichern, es gilt, die Theilnahme an demselben nicht vermindern zu lassen, es gilt sogar dieselbe wachsen zu machen. Bei allen Schwierigkeiten Per augenblicklichen Situation, der politischen wie finanziellen, ist das Opfer für den Abonnenten ein so geringes, und die Werke, die er dafür erhält, haben unter killen Umständen einen höheren Wedth und Preis, als daß wir nicht dreist behaupten könnten, daß es ei ne P fl i ch t sei , dem Institute treu zu bleiben. — Die zweite ist: die israelitische Bibelanstalt. Wie unsere Leser wissen, schreitet die Sammlung langsam, aber sicher fort. In diesem Augenblicke beträgt sie ca. 1500 Thaler-, so daß seit den 13 Wochen des Sammelns wöchentlich ca. 120 Thaler durchschnittlich einliefen. Würde die Sammlung so fortschreiten, so würden wir nach einem halben Jahre begin-

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