Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-06-20 · Heft 26 (20.6.1859) · p. Seite 379

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 26 (20.6.1859)
Date
1859-06-20
Page
Seite 379 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3224737-3226147-3226174--17802-3246732
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

370 sortgerissenesFloß, und mitbesonders.glücklichgebrauch- | iter Kraft und Gewandtheit.gelMg .es/demselben> das 9 dem Versinken nabe Weib zu fassen und auf das Floß hedäufzuretten. — Es kostete aber auch Nicht wenig Mühe-und Anstrengung, in, dem wild tob enden Hochwalser das Floß zu landen, und konnte erst in der Nahe des DorfesKrplan den in höchster Ge- Wähvend dort eine bhutdMige Horde.die Jndenhärhser plündert und deren/HMgthümer,im .fahr sich Befindenden ein Rettungstau zugeworfen werden. — Dem muthigen jungen Mann, welcher beinahe ein Opfer seines RettungSeiferS geworden .wäre, ist das Bewußtsein, ein Menschenleben gerettet und eine Mutter ihren Kindern erhalten zu halben, Belohnung genug. Bemerken wir zugleich, daß dieser junge Mann einer Nation angehört, welcher man erst neuerdings an verschiedenen Orten das Verbrechen zUmuthete, daß sie zur Begehung ihrer religiösen Feste Ehristenblut benöthigen*), so haben wir den deutlichsten Beweis, wie sehr der Gott der Geschichte die ewig alten und doch von den Menschen noch immer nicht genug beachteten Gesetze der Verbrüderung und Humanität durch eclatante,. in die Augen fallende Gegensätze kund zu geben gewohnt ist. . men Gottes schgphet, kniet hier .an einem 'Strom-ufex ein -armes MD^nweib zy .den Füßen. eines .Mannes von, eben diesem todjgeheßten Stamme Md sendet, thranendey -Blickes heiße Gebete .für das.Heil ihres Leben s petters/ zu dem Gotte. .aller - Menschen emppr. -1 Jenes, prgan der süddeutschen Presse, welches zur Widerlegung des dem .Judeythuine .zugsMtheten Verbrechens chämM genug kehl anderes Motiv anzusühren weiß., als daß dem Juden sedep persönliche Muth und die Energie deS V e r h r e che ns abgehe (die Augsburger Allg. Ztg., s. No. 18. d. Bl.), .es wende seinen Blick hierher Ln dieses entlegene Karpatheythal,Ein Sohn dieses verdächtigten und gehöhnten Judenthums hat Energie und persönlichen Muth genug, um ein ihm unbekanntes Christenweib mit Gefahr seines Lebens vom Tode tzeS MtWkMS zu erretten. Fehlt auch dem Judenthume Gottlob die Energie des V e r b r e che n ö, so hat zur Ausübung edler Thaten eS demselben noch zu keiner Zeit an Makkabäer-Jünglingen gemangeltt Nicht nur Tempelherren, sondern auch einfache jüdische Jünglinge wissen ihr Leben daran zu setzen, um ein Menschenleben vom *) In meinem Geburtsorte, der achtbaren Jsraeliten- Gemeinde St. Nicolau, ereignete sich im September vorigen Jahres folgender Vorfall: Ein jüdischer -Bäckermeister schickte sein btt ihm in, Diensten sichendes .Christenmädchen auf einen entfernten Jahrmarkt Brot verkaufen. Als das Mädchen nach Verlauf einiger Tage nicht -wieder erschien, verbreitete stch plötzlich bei der Bevölkerung der Umgebung das Gerücht, die Juden hätten das Mädchen abgeschlachtet, derselben Blut abgezapft, und haben; Fuhrleute dasselbe mit seinen vielen Munden unter einem Brückengeländer gefunden. Als -die Aufregung täglich stieg und die Kunde auch zu den Behörden gelangte, wurde, der Bäcker, beijbem das Mädchen in Dienst gestanden, durch die k. k. Gensd'armerie des Nachts gefänglich eingezogen, und während des ganzen Hüttenfrstes in Gewahrsam gehalten. Erst als es stch herausstellte, daß das Bäckermädchen mit dem Erlöse des verkauften Brotes durchgegangen und in dem benachbarten Arraer Comitate in einen andern Drenst getreten sei, wurde der Gefangene entlassen. Sonderbarer Weise hat jedoch weder die vom Pöbel der Umgebung gemißhandelte Gemeinde, noch der auf einen bloßen Verdacht Eingezogene irgend eine G'enugthuung erhalten. Eben so wenig sind die verleumderischen Verbreiter des Gerüchtes zur Verantwortung gezogen worden. Corresp. (Ist? hiervon nicht auch der Mangel an Energie Seitens der Beschuldigten Ursache? . Redact.) Tode zu erretten. Mögen die ewig rollenden, laut schäumenden Wogen der Waag als beredte Zeugen des hier berichteten Vorfalles nicht nur den Bewohnern dieses Stromes, sondern Weithin in alle Lande die Verbrüderung her Menschheit und die endliche Versöhnung aller Confessionen Allen, die eS hören wollen, predigen Wd verkünden. Simon Bacher. Szobotist (Ober-Neutraer Comitat), 7. Juni. (Privatmitth.) Wir beklagen den Verlust des in der ganzen Umgegend hochgeachteten und geehrten Hrn. Rabbiners Israel Schauer, welcher am Sabbath "id-wh 's> in seinem 73. Lebensjahre verschieß nachdem ex noch am Vorabende zum Eingänge des SMaths die.SMagoge besuchte, -und Mit Noch ziemlich fester Stimme t 'o vortrug. 'Sonntag wurde seine -irdische Hülle zur Erde bestattet, wobki fünf Rabbinen der Umgegend und mehrere RMmatsverwosLr spr.ach.en^ so d.aß.die Trauer von 2-^ ^28 Uhr Abends dauerte. Er war eine Eelebrität talmudischett Wissens, und stellte ln diesem Facht viele SchMet aus. — Mit derBtarümgtmeinde zu Szobotist und mehreren Filialen, denen er 26**

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.