Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 14 (28.3.1859)
- Date
- 1859-03-28
- Page
- Seite 207 (sequence 11)
- Language
- German
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; Höft umugütigst ihm zu ertheilende Verhäl-' ' -? tüngsbefehle in Betreff einer Schul-Com- - .VMisst-Nis-zur -BeauffichÜgurig< des: ljüdifchen-. - Schul- und Unterrichtswesens:' •- -; ■ Laut der mir gütigst ertheiltin Eoneesfionen zur Errichtung einer Privatschule für jüdische Knaben, und zwar der ersten vom 7. Novemher 1846 in: Betreffeiner Mittelschule, und der zweiten vom 9. Mär 1818, welche meine Befugniß -erweitert, bin ich zur Befolgung des in Absicht der Privatschulen ergangenen Reglements vom 28. Mai 1812 und besonders der Anordnungen des Herrn Directors und Conststoriälrathes Dr. 'Bellermann Höchwürden, dessen. Special-Aufsicht meine Lehranstalt untergeordnet worden/angewiesen.- ' ' / Mährend somit meine Lehranstalt seit zehn Jahren sich einer bestimmten höher» Leitung und gesetzlichen.' Beaufsichtigung erfreut, welcher ich auch gewiß, immer pünktlich Folge geleistet, erscheint hier plötzlich eine neue Beaus-■: sich di gungs-C o mmissio n / gewählt von den Herren Aeltesten der Judenschaft hierselbst, welche ihren W.irküngskreis über die vorhandenen concessionirten Privat-Anstalten ohne Einschränkung ausdehnt, wozu sie durch eine Per-- fügung eines: hochpreisl. königl. Corisistorii ermächtigt zu sein behauptet. Diese Commission besteht setzt aus Herrn Bendemann, Rentier, Herrn Muhr, Kauf- - .. mann, Herrn vr. Jacobson, Banquier, vr. jur. Rübo, Secretär der Herren Aeltesten, vr. Arendt, # praktischem Arzte, Vr. Zunz, Privatlehrer, B. Auerbach, Privatlehrer, letztere Beide seit Kurzem bei der Gemeinde-Elementarschule angestellt. Sie macht es zu ihrem Geschäfte, einzeln und unter einander wechselnd die Schulen öfters zu besuchen; den Lehrvortrag und die Lehrmethode der Lehrer, die 8.0rtschritte.der Schüler, das Locale und die Unterrichts- und DrS'eiplinar-Mittel zu durchmustern und zu. Prüfen; endlich auch über das. Innere der Anstalten bald mündliche, bald schriftliche Berichte in dem Maße zu fordern, wie die Beilagen ausweisen, und welche ihre Forschungen weiter ausdehnen, als selbst eine Hochlöbl. Berlinische Schul-Commission je für nöthig erachtet hat. Nun steheich zwar keineswegs an,' den Herren Gemeinde-AeltesteN in der Voraussetzung ihrer löblichen Absicht über meine Anstalt alle erforderliche Auskunft zu ertheilen, habe dies, ihnen auch schriftlich angezeigt; allein sie dringen darauf, daß ich ohne weitere Legitimal ti oit". ihre Com M rfsi vn! a ls n di n e g e fetz li ch 'üb er / meine Schule angeordnete Behörde betrachte. . Da nun aber von Seiten einer Hochlöbl. Berlinischen - Schul-Commission mir eine bestimmte Beauffichtigungsbe- - .Hörde -vorgesetzt ist,. mir. aber keine höhern Orts erlassene! Verfügung - bekannt ist, welche die ältere;gesetzliche Einrichtung ab stellte, . und die Herren Aeltesten der Juden schaft. j zur Einsetzung ein er: jüdischen Schul-Commission, befugte,) ■ welche sich den höhern Beauffichtigungsbehördendoordiniren und jüdisches Schulwesen vom allgemeinen -trennen dürfte, so muß das Ansinnen der Herren Aeltesten, die kraft ihres Gemeinde-Amtes durch.aus kein Re cht haben., das Unterrichtswesen ^u. beaufsichtigen, sich aber dennoch weigern, ihr neu erworbenes Recht oder- AE gehörig zu beurkunden, den Gedanken erregen, daß hier ein Mißverständniß obwalte. - - Ich fürchte, also v o n m ein e m R echte etwas zu vergeben, wenn ich den Forderungen einer neuen Behörde als, solcher Genüge leiste, ohne von.deren Legit.imitat und dem Ums an g e i h r e r Befug n i ß. unterrichtet: zusein, und nehme daher für jetzt Anstand,, die gedachte Commis-, fion anzuerkennen, indem mir eine Anerkennung derselben —7 zumal sie . nicht momentan, sondern allein^ Anscheine nach permanent sein, also auch eine gewisse Autorität erstreben will; die bald durch Selbstständigkeit, entscheidenden .Einfluß gewinnen dürfte — eine Ueberschreitung der in Absicht meines höher» Vorstandes mir ertheilten Vorschriften zu sein scheint. Auch läugne ich nicht, daß mir aus dem dreijährigen Wechsel des. Gemeinde-Vorstandes Besorgnisse für die.Leitung des Schulwesens erwachsen. Denn bei der Wahl der neuen Aeltesten wird lediglich auf ihre Verm.ög en sumstä nd e und Rechtschaffenheit Rücksicht genommen, nicht aber - auf Kenntnisse und. .Erziehungsansichten, so daß den Privatschulen 'bei. unbeschränkter .Vollmacht der resp. Aeltesten in Betreff ihrer Leitung, und bei dem f ühlbar.en Mange l an erfahrenen, sachkundigen und. unparteiischen. S ch u l männern in u n sr e r Gent ei nd e, endlose Anfragen, Berichtforderungen,. Untersuchungen , Einreden, Verlegenheiten und Störungen, - wo nicht am Ende gar geheimer Jnquifitionsdruck erwachsen -könnten. ... / - Schon m den mir.vorgelegten Fragen zeigt sich, einige Verfänglichkeit.., Wie? Sollte der Schulmann, dessen Thätigkeit von bewiesener Fähigkeit, von Prüfung der ältern und neuern. Erscheinungen in der. pädagogischen Literatur und von mehrjährigen, fremden und eigenen Erfahrungen 14**