Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 9 (21.2.1859)
- Date
- 1859-02-21
- Page
- Seite 123 (sequence 5)
- Language
- German
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123 MeHMMckvWGesskiW JDAMMrisch-Wstnischen-Dichter haHen -diese - ForMem nicht gekannt ' - >?; : : .? -de'm'''obekstä'chlichstin'/Fsrscher ferner! zeigt,' ist die^BestierkUiigk von Abnahme des^ Talents,' und Mangel anSinnfürEleganz derSPrache. ' : '7 - 'Fragen wir nach dem : Grund dieser Erscheinung, so dürste nns ' AMll1üng'"a.üf'^fölge«de' Momente vielleicht auf bte!=Shur führen.' : - ' Die Mischung von altclasfischen und christlichenVorstellungen,. 'welche in Dante's und Petra rca's Werken liegt/haben nicht erlaubt, viel von ihnen zu benutzen: '- Es sind diese- Dinge dem.Genius der hebräischen.Sprache feindlich -entgegen. Die Werke der alten-spanischen Dichterscheinen wenig bekannt, oder wenig benutzt geworden. Auch sehr' schwache Talente können^ wen'wsie! nur wissen, wo Gedanken - und ^Ausdrücke zu entnehmen sind, einen Schein von Selbstständigkeit sich-;geben. Alle Literaturgeschichte ist NUr die! Exposition! des Gesagten. ' 3ml 17leN Jahrhundert haben einige italienische jüdische' Stylisten angefangen," die Mythologie: in.ihren hebräischem Gedichten -zu /benutzen^ Es ist überflüssig, zu. bemerken, dlaß dieses -der größte Mißgriff war, und selbst ivenn die, Gedichte an und für sichbesser gewesen wären, so hätten sie dadurch allen ächten hebräischen Anstrich verloren.' -An an iä Coen hat dieses für Schönheiten gehalten und hat Anleitung zur Benutzung derselben gegeben. Es möge nun ein Wort über Moses Rieti folgen. Derselbe war ein großer Gelehrter. Er kannte die ganze Philosophie seiner Zeit, die Kabala, und war natürlich auch hebräisch gelehrt. Sein Buchist ein Beweis davon. 3m 3: Cap. hat er die Philosophie compendiöö versificirt. 3m 4.-ist^das 3sag0 ge («1372) von Poupyrius *) verfisicirt. 'Jch-5: find-die Kategorien gegeben. Es versteht sich von selbst, daß solche GegenständeNicht besonders geeignet sind für die der Poesie.**) Solche versificirte Compendien: der Philosophie sind bereits von spanischen Gelehrten lange vor Rieti geschrieben' worden. - " -Das -Gebet' Äi; yfe anfangend (S. 43.), ist *) Vgl. dessen Werkchen , Regio. 1822, S: 85. Es hat dieses Werkchen für den Literaturhisioriker^ntereffe. Es ist daraus zu ersehen, daß alle, historische Forschungj zu; dieser: Zeil gänzlich unbekannt war. **) Asverdient hier bemerkt zu werden, daß R a i mund L u ts. in^catalonischer Sprache die Logis versificirte.. Vgl.. A. Helferich: Raimund Lull und Me Anfänge der catülönischen Psesie. Berlin 1858. Eine Anzeige , dieses inieresfirtten^Werkes'chabeu wir' aneine Monatsschrift geschickt. - iw £ n.r; .~,K vielleicht dasbeste Stuck im ganzen Buche.' ES ist voll von metaphysiisch-philosophischen Gedanken, - kann sich aber nicht mit! den: Gebeten - der berühmten -spanischen Autoren messen.- Es ist kalt geschrieben und läßt auch den Leser kalt.' - Das Stück, worin die spätern Autoren genannt, werden :(©i 94—104.), ist für die Literaturgeschichte von Interesse. Dia Ordnungslofigkeit, in welcher dieselben gegen alle Chronologie vorgeführt werden, verringern den Werth desselben bedeutend. *) Daß man keine scharf ausgeprägte! Urtheile findet, ist dem Verfasser nicht vorzuwerfen,. selbst D.ante ist hierin.nicht sehr stark (vgl. Hölle IV. Parod. X.), und in' vielen. andern Stellen, die alleifthalbett zerstreut sind. Es ist. dieses ein. ganz besonderes Talent, und steht dieses mit der Poeste selbst in keiner Verbindung. Die äußere Form dieses Werkes ist — wie bei Dante — die Terzine. Rieti deutet auf Dante hin, ohne ihn zü nennen. S. -3. Strophe 2.: 7. nvirrd ••>3 - nrrpMi -bi heb - ' i r' ' \n’^3' in^bftb nmbio ■' ■ %£ („Ich sah bei einer christlichen Nation ein Buch/ dessen Inhalt Fiction ist, Und ich errichtete mit seiner Poeste einen Bund.") Unsers Wissens, war Rieti der Erste, welcher den Ausdruck,(Füße) in dem metrischen Sinne des Wortes brauchte. Jüdischen Lesern, die! nur mit den arabischen Benennungen bekannt waren, mochte dieser Ausdruck gänzlich unbekannt sein. (In den 'habia sL. 17;] haben wir die ganze hierhergehörige Strophe gegeben.) DeM Verfasser stand nicht viel Phantasie zu Gebote. Es' ist keine Zeile iu dem ganzen Buche von einem höhern Schwung getragen. Weder auf dem Gebiete der Beschreibung (descriptive Poesie), noch in dem Ausdruck der Gefühle ist eine höhere Anschauung zu verspüren. Die beste Zeile dann steht der mittelmäßigsten der spanischen Autoren nach.; Das Hebräische selbst ist nicht seht rein. Eö finden sich'eine Menge härter ungrämMatischer Wörter darin, so wie auch chaidcnsche unh talmüdifthe Cönstrüctidnen, deren Nothwendigkeit nicht einzusehen ist. - .-Mit äüen seinen Fehlern aber ist Rieti der bedeutendste Stylist seines Jahrhunderts. Seine Fehler find die seines Zeitalters/ dettn^Wlistis^eüÄchräseNlünt' er istc Sein Streben war größer als er. Das jüdische Italien kann im* *) Der Verfasser » des nbaph nbiabuJ hat dieses 6c* nutzt und erwähnt. v