Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 36 (30.8.1858)
- Date
- 1858-08-30
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3224737-3226093-3226130--17137-3246032- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Beilage zu No. 36. der Allgemeinen Zeitung des Judenthums Pensions-Anstalt. Meine Pensions-Anstalt, die ich Ostern 1858 eröffnet habe, hat den Zweck, Söhnen sowohl als Töchtern auswärtiger Eltern die Möglichkeit zu gewähren, die hiesigen Schulen, namentlich Gymnasium, Realschule, höhere Töchterschule zu besuchen und ihnen eine sorgfältige körperliche und geistige Erziehung angedeihen zu lassen. Es unterliegt keinem Zweifel mehr und ist auch von einsichtsvollen und erfahrenen Schulmännern anerkannt, daß, selbst abgesehen von dem sehr großen Kostenunterschiede, eine öffentliche, von einer einsichtsvollen Behörde überwachte, mit einer großen Anzahl tüchtiger in ihren resp. Lehrfächern bewährter Lehrer besetzte Schule eine bessere Bildungsanstalt sei, als ein Privatinstitut, zumal, so lange letzteres an Lehrkräften und Schülerzahl nicht den Umfang gewonnen, um von dem Uebel der Einseitigkeit frei zu sein, und vorzüglich für Schüler eines Alters, in welchem ihr zukünftiger Beruf noch nicht bestimmt ist. Soll aber die Schule von größtmöglichstem Nutzen und Gedeihen sein, so darf es den Schülern nicht an der häuslichen Ueberwachung, Anleitung und Hülfe fehlen. Aber nicht blos hierin, sondern auch und vorzüglich hinsichtlich der Erziehung soll meine Pensions-Anstalt das elterliche Haus ersetzen. Meine Pensionäre werden zu meiner Familie gehören und dieselbe Liebe und sorgfältige Pflege wie im Elternhause finden, mit dem einzigen Unterschiede, daß meine ganze Zeit und Aufmerksamkeit dieser großen Aufgabe gewidmet sein sollen, während im Elternhause Berufsgeschäfte den Vater, häusliche Pflichten die Mutter sehr oft abhalten, der sorgfältigen Erziehung ihrer Kinder sich zu widmen. Meine Pensionäre werden resp. die drei besten Schulen Schwerins: Gymnasium, Realschule und Caspar'sche Töchterschule besuchen, deren Lehrpläne bekannt sind, aber auch auf Verlangen eingeschickt werden. — An Sabbath - und Festtagen besuchen sie das Gotteshaus. — Auf Verlangen wird ihnen von mir Privatunterricht in allen Realien, vorzugsweise im Rechnen, Schönschreiben und der Buchführung ertheilt. Für den Unterricht in fremden Sprachen (in so weit derselbe noch privatim, außer dem in