Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 50 (7.12.1857)
- Date
- 1857-12-07
- Page
- Seite 692 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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«92 Festgeschenk für Israeliten! Durch alle Buchhandlungen kann bezogen werden, in Stuttgart durch I. Weiser Der Hausfreund in israelitische» Familien für die Jugend und Erwachsenen, erbaulichen, belehrenden und unterhaltenden Inhalts. 19 Bogen, eleg. broch. 10 Sgr. Ein köstliches Buch, voll des Schönen, Erhabenen und Ergötzlichen, ganz geeignet, mit seinen Betrachtungen. Erzählungen und Gedichten das Herz des Lesers zu erfreuen. Röbel in Mecklenburg, 30. November. Wenn vorzugsweise in unserer Zeit das Beispiel wahrhaft frommer, vom väterlichen Glauben begeisterter Männer ein so wichtiger, ja fast unentbehrlicher Hebel zur Erhaltung deS jüdisch-religiösen Lebens in der Gemeinde ist: so ist unverkennbar der Verlust solcher Männer um so beklagenswerther und schmerzlicher, da das Judenthum unserer Zeit leider! an solchen Männern keinen Ueberfluß hat. Auch die hiesige Gemeinde hat einen solchen harten Verlust durch das Hinscheiden eines theuern und treuen Mitgliedes erlitten und ich fühle mich gedrungen, dem Manne, den uns der unerbittliche Tod nach Gottes unersorschlichem Rathschlusse entrissen, in diesen so verbreiteten Blättern ein Denkmal der Liebe und Verehrung zu setzen. M. Z. Moritz, dritter Vorsteher der hiesigen Gemeinde, entschlummerte am 23. d. M. Morgens ^2 Uhr in einem Alter von 55 Jahren. Wer seine liebevolle Persönlichkeit, vorzüglich aber seine unermüdliche Thätigkeit im Wohlthun gekannt hat, der kann sich den Eindruck verstellen, den die am frühen Morgen verbreitete Schreckenskunde von seinem Hintritt auf die ganze Einwohnerschaft hervorbrachte. — Eine tiefe Trauer spiegelte sich auf allen Gesichtern ab, die dem Leichenzuge am 25. Nachmittags 2 Uhr folgten, dem sich auch die christlichen Honoratioren anschlossen. Unberechenbar ist der wohlthätige Einfluß, den der Verblichene durch sein frommes Beispiel auf lie Erhaltung des religiösen Sinnes inmitten unserer Gemeinde geübt hat. O, wie vielen Nothleidenden und Dürftigen reichte er Unterstützung, und auf welche zarte, schonende Weise! Er war ein Vater der Wittwen und Waisen. — M. I. Moritz hinterläßt seiner Familie einen Reichthum an irdischen Gütern; doch der größte Schatz ihres Erbtheils wird dauerhaft bleiben: sein unvergeßlicher Name und die Erinnerung an sein segenreiches Leben als Gatte, Vater, Bruder und Familienhaupt, als Jude, Bürger und als Mensch im edelsten Sinne des Worts. Von den Legaten des Verblichenen— sind bekannt: 20 Thlr. Gold an die christlichen und 50 Thlr. Gold an die jüdischen Ortsarmen am Tage der Beerdigung zu vertheilen. Außerdem 50 Thlr. Gold an die hiesige Synagoge als Geschenk. 400 Thlr. zum Unterhalt eines ewig brennenden Lichtes in der Synagoge T^n -w und 600 Thlr., wovon die Zinsen alljährlich am Jahrzeitstage unter die Armen vertheilt werden sollen. vnin« ■'nm D’nizr ma **töS3 man Möchte meine Seele den Tod dieses Edlen sterben! Möchte mein Ende dem seinen gleichen! 8. 8. KemerKungen. * 1) Auf mehrseitige Anfrage, ob wir Unterstützungsgelder für Jerusalem annehmen'? wiederholen wir unsre Erklärung, daß die Dortigen sich zu undankbar gegen uns benommen, und die Zustände zu unerquicklich sind, als daß wir jemals wieder etwas damit zu thun haben wollen. 2) Auf mehrfache.Anfrage, ob die Schriften „des Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur" in Rußland Eingang haben, haben wir zu bemerken, daß die Schriften des ersten und zweiten Jahres, nachdem sie die kaiserliche Censur in regelmäßigem Gange bestanden hatten, den Abonnenten ordnungsmäßig zukamen. Es ist allerdings zweckmäßiger, den Transport der Schriften über Riga und St. Petersburg zu dirigiren, weil das kaiserliche Censuramt in der Hauptstadt die einlaufenden Sachen schneller abfertigt. Es versteht sich aber, daß das Institut die Transportkosten nach Rußland nicht zu tragen vermag, weil es sonst nicht selten Geld zugeben müßte. Die Redaktion. Für die Abgebrannten zu Bojanowo von Herrn Rabbiner Dr. S. Kämpf in Prag 2 Thlr. Die Redaetion. Berichtigungen. Folgende mehrweniger sinnentstellende Druckfehler wolle Der aufmerksame Leser berichtigen: No. 42., S. 574, 1. Spalte, Z. 6 v. o. kommt anstatt „Interpretationen" das geeignetere Wort „Interpolationen"; No. 47., S. 638, 1. Spalte, Z. 11 v. o. anstatt „Dieses 36ste und 399 Seiten starke" sollte es heißen „DiesesXXXVI u. 399 Seiten starke"; No.. 48., S. 658, 2. Spalte, 1. Anmerkung muß das Wort „Thesaurus" zwischen D2nb und ■mtr gestrichen, dagegen in der dritten Zeile vorher nach ifcram gesetzt werden; S. 659, 1. Spalte, Z. 9 v. o. ist das Wort „sich" zu streichen. Jüdisches Volksdlatt Ro. «2. An die Abonnenten des „jüdischen Volksblattes." — Der Baalschem und der Großinquisitor. (Schluß.) — Briefe aus und nach der Heimath Vi. — Jüdische Sprüchwörter. — Anekdoten. NB. Durch alle Buchhandlungen und Postämter zu beziehen. Jährlich: 1 Thlr. Vierteljährig V* Thlr. Pkrlag von Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirsch feld, Derantwortlicher Redakteur: K. Rabe.