Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 49 (30.11.1857)
- Date
- 1857-11-30
- Page
- Seite 678 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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678 Festgeschenk zu Chanukka. SitDVN, Novellenbuch von vr. Ludwig Philippson. Erster Band, dritte Auflage. Preis 1 Thlr. 10 Ngr. (Für Abonnenten des Instituts 25 Ngr.) I. Wttllerstein in Leipzig. Berichtigung. Hoppstädten, im November. Auf S. 64. meines Lesebuches für Mittelklassen muß die Stelle: Der Bauer zieht Ochsen, Kühe und Schweine, „deren Fleisch wir essen", lauten: „deren Fleisch gegessen wird", was bei der großen Verbreitung, die mein Buch gefunden, öffentlich zu bemerken ich mich besonders gedrungen fühle. Der Druck meines Buches geschah nach einer neuen Auflage der Haester'schen Schrift, die mir nicht Vorgelegen. Uebrigens sind es nur die angemerkten zwei Stellen, die zu beanstanden; im Uebrigen ist der Druck correcr. Emanuel Hecht. Bemerkung. Herrn Rabb. vr. T. in M.: Worüber Sie beunruhigt waren, das betraf Sie auch nicht im Geringsten. Vesten Gruß. Die Redaetiorr. Nekrologs Sobernheim, 19. November. Wie Cöln in diesem Jahre den Hintritt eines Mannes beweinte, dessen edles Streben für alles Gute und Schöne allgemein ge- und erkannt war, ich meine des Herrn Jsaac Kaufmann, der es wohl verdiente, in diesem Blatte, welches man mit Recht unsere Chronik nennen kann, rühmlichst erwähnt zu werden rrmrb pns ^25, und dem nur Herr Klein, wofür er sich gewiß den Dank Vieler erworben, ein Denkmal in seinem diesjährigen Kalender gesetzt — so haben auch wir die irdische Hülle eines Biedermannes zur Erde bestattet, der, allgemein geachtet und geliebt, nun der Gegenstand der Trauer, ich darf sagen, der ganzen Stadt und Umgegend ist. Es starb nämlich dieser Tuge nach einem langen und schmerzlichen Leiden der Herr Ferdinand Wolss, Teilhaber des Geschäftes unter der Firma Gebrüder Jacob Wolfs, Förderer alles Guten; ohne erst von anderer Seite dazu ermuntert und angespomt zu werden, spendete er reichlich die Gaben der Milde, und glaubte dennoch, nie genug gethan zu haben; seine angenehmsten Besuche waren, trotz seiner angesehenen Stellung, die, welche er den armen, leidenden Familien machte, und wohlthuend war es für mich und gewiß für jeden Menschenfreund, wenn ich ihn Sabbaths mit diesen Lorten an ihrer Thüre sitzen und sich eifrig und angenehm mit ihnen unterhalten sah, und gewiß ist es, daß er ihnen nicht nur eine materielle, sondern auch eine geistige Stütze war, denn diese seine Handlungsart war Ausfluß eines nicht nur weltlich, sondern auch religiös gebildeten, und besonders in den jüdischen Schriften sehr bewanderten Geistes, so zwar, daß er einen hebräischen Brief und sogar ein Gedicht in hebräischer Sprache abzufaffen verstand. Einen solchen Leichenzug von Juden und Christen aus der Nähe und Ferne hat unsere Stadt noch nie gesehen; selten aber auch sind die Menschen, die, so wie er, ihr Wohl und ihr Interesse bei Seite setzend, sich ausschließlich der leidenden Menschheit weihen. Um nur ein kleines Beispiel zu geben: als diese Zeitung in diesem Jahre das Unglück der Familie des Lehrers Levisohn aus Fulda meldete, da wurde, ohne daß ich etwas vorzutrageu nöthig hatte, mir von obiger Firma eine reichliche Gabe ins Haus geschickt; allein das schien noch nicht genug zu sein, ich mußte bei dem Herrn Redacteur dieses Blattes anfragen, (was auch geschehen, wie der Herr vr. Philippson gern bezeugen wird) was man vielleicht für diese Familie noch mehr ihrerseits thun könnte, und gewiß bin ich, hätte man ein größeres als ein Geldopfer verlangt, es wäre gebracht worden. Trotz seiner Gewandtheit in Musik und fremden Sprachen und Wissenschaften war doch die jüdische Lectüre seine liebste Beschäftigung, und waren es besonders die Werke des Herrn Vr. Philippson und dessen Zeitung, die er mit besonderem Eifer, mit besonderer Lust durchsah, so daß er kaum die Zeit erwarten konnte, bis das Blatt wöchentlich ankam; selbst ein interessanter Humorist, vermochte ein Witz im Volksblatte ihn Tage hindurch zu erheitern und so, Herr Redacteur, haben Sie, ohne es zu wissen, einen Freund und Gönner in dem Verstorbenen besessen, und so haben Sie, ebne es zu wissen, diese Freundschaft durch die verschaffte Erheiterung erwidert. Daß ich den Satz: ve mortuis nil nisi hene nicht unterschreibe, das wissen Alle, die mich genauer kennen; ich könnte nicht aufhören, wollte ich die Tugenden des Verstorbenen auszäblen. Der Herr des Himmels und der Erde hat sie eingeschrieben in das Buch des Lebens die Wohlthaten, die er geübt, und die Gesinnungen, die er durch seine letzte Verfügung noch an den Tag gelegt, Er wird dafür seine Seele einschließen in den Bund des Lebens. Amen. Sit terra ei levis. Alexander Cahn. Jüdisches Volksblatt Ro. KI. Der Baalschem und der Großinquisitor. — Gruß an den Vollmond. — Jüdische Sprüchwörtcr. — Euriosum. — Aphorismen. NB. Durch alle Buchhandlungen und Postämter zu beziehen. Jährlich: 1 Thlr. Vierteljährig V» Thlr. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld. Verantwortlicher Rcdacteur: K. Nabe.