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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-10-05 · Heft 41 (5.10.1857) · p. Seite 566

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 41 (5.10.1857)
Date
1857-10-05
Page
Seite 566 (sequence 14)
Language
German
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566 Sfrnttf-' nnon Chants religieux des israilites. Dritter und letzter Band. Von S. Raumbourg, Lantor am (5vilsiftoii.il.Tciupe! ä" Paris. Dieser Band enthalt nebst 40 Original - Eompositioncn des Herausgebers und einem neuen, vollständigen Cyclus für Sabbath, auch den 100. Psalm von F. Halevy und den 150. von N. Alkan. wie die Ritualgesänge für Ehanuka, Purim und Tische beab. Ferner lst hier eine große Auswahl von Hochzeits- und Casualgesängen. Die meisten Stücke sind mit Orgel- oder Clavierbegleitung (ad libitum). Großes Partitur-Format, 132 Seiten. Preis 25 Frcs. netto. Zu haben beim Herausgeber, Paris, ine Vendorne 13., mit einem Mandat per Post._ Jpg* Im Verlage der Herzog!. Hofbuchhandlung von Brückner 8 Renner i» Meiningen ist so eben auch das 1. Heft des III. Bandes der „liturgischen Zeitschrift" von H. Ehrlich erschienen und enthält nebst einem praktischen Stufen gange über israel. Ehorbildung — sowohl für kleine als große Gemeinden berechnet — eine große Auswahl von Melodien und Recitative für Vi löbiü. Preis per Heft blos 7 lk Sgr. In der Hieterlcll’schen Buchhandlung in Göttingen ist erschienen: Ewald, H., Geschichte des Volkes Israel bis Christus. Bil. V. Auch unter dem Titel: Geschichte Christus Und Seiner Zeit. 2te Ausgabe, gr. 8. gell. 2 Thlr. Die Bande 1—4 der Geschichte kosten 10 Thlr. 15 Ngr. Für die sieben Löwysohn'schen Waisen in Fulda find ferner eingegangen von: Herrn Rudolf Milchspeiser, Bäckermstr. in Austerlitz 1 G. B. R.; Buchhändler Schön in Baja 2 G. B. N.; von £. U. Z in Berlin 2 Thlr.; Lehrer Hosch in Neiße aus der Gemeindekasse 3 Thlr. — zusammen: 1356 Thlr. 27 V2 Sgr. Gemünden auf dem Hunsrücken, den 23. September 1857. Auch Gemünden müssen wir leider! denjenigen Orten zuzählen, welche ihren Tribut den furchtbaren Feuersbrünsten, die in diesem Jahre so schrecklich wütheten, abgeben mußten. Gestern Morgen um 8 Uhr erklangen dumpf und schreckenerregend die Stnrmglockeu. Es war durch eine Unvorsichtigkeit Feuer auSgcdrochen, welches sich, von den Fittigen eines heftig wehenden Windes getragen, mit rasender Schnelligkeit über die Wohnungen unserer unglücklichen Einwohner verbreitete-, derart, daß bald über 30 Gebäude in lichten Flammen standen. Weniger den von allen Seiten herbei eilenden Löschmannschaften als der gnädigen Hülfe Gottes, die gegen Abend dem brausenden Sturme Einhalt gebot, haben wir es zu verdanken, daß der ganze Ort jetzt nicht ein Schutthaufen ist. Unter den verbrannten Gebäuden befinden sich leider auch die religiösen Anstalten unserer schwer betroffenen Gemeinde; Synagoge, Schulgebäude und eine erst kürzlich ganz neu eingerichtete nipn-Anstalt fielen dem entfeffelten Elemente zur Beute. Nichts konnte von allen jenen Gegenständen, die sich gewöhnlich in Synagoge und Schule befinden, gerettet werden, als die und diese nur mit der aufopferndsten Lebensgefahr einiger israelitischen Gemeindemitglieder. O, Gott! Wie sehr erinnern solche Schicksalsschläge die Sterblichen an die Vergänglichkeit alles Irdischen! Vorgestern hörten wir noch vereint die mahnenden Töne des Schosar in den heiligen Räumen unserer Synagoge und jetzt irrt sie herum die Gemeinde Jisraels und weiß kein Plätzchen zu finden, wo sie sich am nahenden hochheiligen Dv versammeln soll, um sich vor dem Könige der Welten ä’nnmaTa'? zu sein. Rührend war es, wie sich die Gemeindemitglieder in dem Hause des Herrn Jacob Löb, wo die geretteten D“ncö hingebracht wurden, versammelten, um die mtr^S zu beten. Stumm und mit thränenden Augen drückte man sich die Hände, dem Beschützer Jisraels im Herzen dankend, daß kein Menschenleben zu beklagen war, und selbst Diejenigen, die den weichern Gefühlen nur selten zugänglich sind, konnten sich des gewaltsam hervorbrechenden Weinens nicht mehr enthalten, als man die heilige srvin hso aus einem Tische entrollte und den Abschnitt des Tages, diesen Schwanengesang unseres größten Propheten vorlas: „Der Herr des Himmels wird die Nachkommen Jakobs nimmer verlassen." Brüder in Jisrael? Die Noth ist bei uns groß; helfet wo und wie Ihr könnt, damit wir wieder eine Synagoge und Schule bekommen! Jede Gabe, sei sie auch noch so klein, wird mit dem größten Danke enlgegengenommen, und mögen Diejenigen, die mildthätigen Herzens find, ihre Spenden entweder an die wohllöbl. Redaction dieses geschätzten Blattes, oder an den Unterzeichneten richten. Marx Löb, Vorsteher. Die Unterzeichnete Redaction kann sich dieser Bitte um so mehr anschließen, als die Synagogen - und Schulgebäude zwar versichert waren, aber so gering abgeschätzt worden, daß die Gemeinde mindestens zweimal so viel zum Neubau braucht, und, da sie meist aus unbemittelten, wenn auch sich ernährenden Mitgliedern besteht, diese Summe unmöglich erschwingen kann. Die Redaction der A. Z. d. I. Jüdisches Volksblatt R». 53. Hieronymus Freund, der jüdische Patriot. (Schluß.) — Briefe nach und aus der Heimath. IV. — Studien auf einem Fried- Hofe, — Unterhaltungs-Pillen. Literarische Anzeigen. MB. Durch alle Buchhandlungen und Postämter zu beziehen. Jährlich: 1 Thlr. Vierteljährig lU Thlr. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld. Verantwortlicher Redacteur: K. Rabe.

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