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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-12-22 · Heft 52 (22.12.1856) · p. Seite 698

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 52 (22.12.1856)
Date
1856-12-22
Page
Seite 698 (sequence 10)
Language
German
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008 WeschM welche hie pationaWschej unv nivellirende Richtung -er-(tote wix sie ' nennenmöchten) Friedländer'schen Periode/in Mnftrn Institutionen, im HauS, Schuleund Synagoge .-geschossen Hat,) wiederum von -Neuem, zu füllen. Wie My; diq- Mische - Schule? -ganz. Vesonders - dasjenige ^MrjEi^^daK^von--Mfs^Mjchtuuam meisten zu leiden hatte, sq ^stst auch ganz besonders sie es, die, .den Jrrthum, in den sie verfallen, erkennend, sich gegenwärtig beeilt/ dem -positiven Inhalt der jüdischen Religion wiederum vollständige Berechtigung einzuränmen undihn in feine alten, unveräußerlichen. Rechte .wieder' einzusetzen. Wenn-. ijene.: oberflächliche Zeitrichtung die: hebräische Sprache als einen entbehrlichen, unnützen Gast aus der jüdischen Schule verbannte? oder ihr' höchstens ausbloßer Gnade und Barmherzigkeit eine Stelle an der Thüre anwies*), so beeilten sich die Schulen unserer Tage, den Verbannten freudig? wieder zurückzurufen'und das verübte Unrecht durch -eine rücksichtsvollere Behandlung wieder gm zu machen; wohl einsehend) daß nur: dann der Herrliche Baum des Judenthums vor dem Verdorren gesichert ist, wenn ihm seine Säfte, die ihm zum großen Theil die hebräische Sprache zuführt, nicht entzogen werden, daß durch letztere das-Bestehen des Judenthums bedingt ist**). - — Noch ist aber das Unrecht der Friedländer'schen -Periode-nicht-vollständig gesühnt; noch ein durch'sie Vertriebener-muß vom dern jüdischen Schule zurückberufen werden,- bevor sie ihre Mission in dieser Beziehung als erfüllt, ansehen kann. Wir meinen das sogen. Rabbinische, das da weichen Mußte, wo diese Richtung ihr Panner aufgepflanzt hat. Zum Theil ist diese Pflicht von den Herren Landesrabbinern des Königreichs Hannover erfüllt,: die in ihrem Gesetze für die: jüdischen Schulen des Landes (das zur Zeiten diesem gesch. Blatte auszüglich mitgetheilt worden ist) das Rabbinische, wenn auch nicht als obligaten Unterrichtsgegenstand in den jüdischen Schulen einführten — denn das war ihnen aus manchen Gründen nicht möglich — so doch dessen Einführung als höchst wünschenswerth empfahlen. -Auch in manchen andern? Schulanstalten Deutchlands -— wir erinnern an die blühende höhere Schulanstalt der jüdischen Religionsgenoffenschast in Frankfurt am Main — widmet *) Man vergleiche einige Aufsätze über diesen Gegenstand. in der früher von Zunz redigirtey, schon lange eingegangenen Zeitschrift für Cultur und Wissenschaft des Ä-tnthums. '**) Wer witd hier picht unwillkürlich an die hellenistischen Juden und ihr' Schicksal - erinnert! i man diesem/Gegenstände - in :An«kennüNg!/feiner;-hohen Wichtigkeit) für: Judenthum mnd chüpisches,?LebkM M)ihm gebührende -Aufmerksamkeit. -Ehr; Zweifaches ^ahch: ,-dars hierbei nicht außer Acht' gelassen werden, t Ms wäre - thöricht:undhießez sein?Auge,Mt Geweiltverschließen, wenn wirbehauptensollten, daß demMehräischem und - -besonders dem rab.biniflhen -Idiom: noch- Dieselbe Ze'it)sgewidmsst werden könnte,? wie in jener Zeit, als das Studium?Hes Talmuds die ausschließliche- Beschäftigung: unserer - Väter war- Tempora Hmtantun :Die, Forderungen, die hettt zu Tage das praMsche Leben an uns stellt, sind zw gebieterischer Art, als daß wir ihnen die gebührende Berücksichtigung-versagen könnten. Daß unter: diesen Umständen dem Rabbinischen in den jüdischen Schulen ein/nur verhältnißmäßig - geringes Maß von ' Zeit - gewidmet: .werden kann, bedarf daher kaum der Erwähnung. Zum Zweiten bedarf das - Rabbinische, . um es wicht als, ein Mremdartiges, nicht in den Schul- und Lehrorganismus.-Paffendes dahin zu stellen, einer Behandlung, durch die es sich den übrigen Lehrobjeeten, als. ebenbürtig , würdig anschließt; daß wir es mit einem Worte sagen, es bedarf einer methodisch-didaktischen, wissenschaftlichen Behandlung. -Dieser Anforderung dürfen wir uns nicht entziehen, wenn wir den vielfach erwähnten LehrgegenstanV nicht bei unfern Schülern in Mißkredit bringen und > die größtmöglichen Erfolge bei karg zugemessener Zeit von mnserw Bestrebungen erzielen wollen*). Um jedoch dieser Anforderung genügen zu können, bedürfen wir eines Buches, -in dem der geeignete Lehrstoff aus den rabbinifchen Schriften, zusammengestellt und nach den Gesetzen derDidaktik geordnet ist. Ein solches Buch haben wir in dem genannten zu begrüßen. Der würdige Verfasser, der seine Tüchtigkeit nls. jüdisch-pädagogischer Schriftsteller schön auf)einem verwandten Gebiete bewährt hat, liefert -uns'hier ein Werkchen, das, nach dem im Vorhergehenden Gesagten, einem wesentlichen und, wie wir aus Erfahrung, wissen, einem dringend gefühlten Bedürfnisse abhilst; und für das ihm daher die jüdisch-pädagogische Welt zw Danke 'verpflichtet ist. Mit vielem Geschmacke wußte'er die interessantesten und zugleich anregendsten Stellenausden *) Wir erlauben uns hierbei über diesen Gegmstünd auf das-ausführliche. „Sendschreiben über, den ersten Unterricht stm Talmuds zu verweisen,- welches wir im Februar im zweiten Hefte unseres. „Predigt- und Schul-Mägazins" erste Ausgabe, Bd. I.. S. 49—63, geschrieben und das diesen' Gegenstand gründlich' bespricht. Redaktion der A. Z/d/ Jud/ '

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