Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 52 (22.12.1856)
- Date
- 1856-12-22
- Page
- Seite 696 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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696 eine lange Zeit wegen jh.reS geringen Einkommens^ ganz brach gelegen —; ist«Seitens der königl. Regierung zu Postn ein Zuschuß -von 20 Thlr. jährlich bewilligt worden. — Die Gemeinde Deutschen, deren Schulßelleebenfalls sehr -lange Zeitunbesetzt war, hat nun endlich. iy-cher/Herso.n'' tz.es Dr. Victor einen Lehrer. acquirirt,. welcher nicht bloS als Rector geprüft ist, - sondern auch in Augsburg und München akademisch .gebildet sein. soll. —. Von der Stadtverordnetenversammlung zu Liffa ist den Lehrern in der dafigen'jüd. Schule (L an der Zahl) eine Gesammt-Zulage von 100 Thlr. x. o. bewilligt worden. — In Jnowraclaw wurden dagegen den 3 Lehrern der jüd. Schule im Ganzen nicht mehr als 40 Thlr. zugelegt. In der ßynagogen-Gemeinde des letztgenannten Ortes soll nun endlich definitiv zur Rabbinen- Wahl geschritten, diese, aber nicht durch sämmtliche Gemejndemitglieder> sondern '—.höherer Anordnung gemäfi .-- nur durch das- Repräsentanten- Collegium mit Hinzuziehung von 30 Vertrauensmännern bewerkstelligt werden. — In einer vereinigten Sitzung der Repräsentanten und des. Verwaltungsvorstandes der Gemeinde Gnesen ist neulich beschlossen worden, Rabbinat Und Canto,rat möglichst bald wieder zu besetzen, und zwar jedes mit einem Subjecte, welches in seinem Fache zeitgemäße Bildung , sich erworben hat. — Schwersenz thut mehr als irgend eine Gemeinde des Großherzogthums für den hebräischen Unterricht. Neben den 3 Lehrern' der dortigen Schule, welche sämmtlich auch Hebräisch lehren und dafür besondere Vergütigung. aus der Corporationskaffe erhalten, soll, jetzt noch rin. vierter Lehrer „blos für den hebräischen Unterricht" mit einem Gehalte von 200 Thlrn. angestellt werden. Mögen die reicheren Gemeinden, fich hieran ein Beispiel nehmen! — Da ich mit Posen angefangen, so gestatten Sie mir, mit diesem wieder zu. schließen. Der Kaufmann Moritz Mamroth daselbst, welcher seit 6 Jahren das Amt eines unbesoldeten Stadtraths. (Magistratsmitglieds) bekleidet, ist letzthin für dieses Amt auf neue 6 Jahre wieder gewählt worden. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 11. December. (Privatmitth.) Von - zuverlässiger Seite aus Szegedin gehet mir folgende Nachricht über die dortigen Gemeindeverhältniffe j$ü, die ich der Mttheilung werth halte. - Bekanntlich führte Herr Rabbiner Löw beim Antritte seiner Amtsthätigkeit in Szegedin auch das Directorat der Schule. Es gelang dann einer Parker, daß Herr Rabbiner Löw dieses Amtes enthoben wurde. ES haben-sich jedoch seitdem die Verhältnisse der Schule nicht, gebeffert. Das Bedauerlichste aber war, daß rder Vorstand der Gemeinde diese Umtriebe begünstigte.^ In letzter Zeit nun richtete der ansehnlichste und größte Theil der Gemeinde.eine Bittschrist an den Comitatsvorstand des Inhaltes, es werde der Gemeinde gestattet, nach eigener Wahl einen Vorstand einzusetzen. (Bekanntlich sind die jetzigen Vorsteher - der Gemeinden in Ungarn im Jahre 1849 von der Regierung eingesetzt.) Diese Bitte wurde genehmigtein neuer Vorstand wurde gewählt und Herr Rabbiner Löw ist wieder vollständig in seiner Amtsthätigkeit wie früher, ■ ■ ■ So unfreundlich diese Vorgänge im Allgemeinen sind und so sehr wir sie bedauern, so haben sie doch auch ihre Lichtseiten. Vor allem hüben manche Herren, die stets auf ihre Frömmigkeit pochen und bei der unbedeutendsten Angelegenheit nndw ' daS. Recht suchen, und nicht immer die löblichsten Mittel in Anwendung bringen, eine kleine Leetion bekommen. Mögen sie sie beachten! Ferner aber gehet daraus hervor, daß es nicht im Sinne der Regierung liegt, den jüdischen Gemeinden die Vorsteher aufzudringen, und wir können nur wünschen, daß dieses die Anregung gegeben habe, um überhaupt Neuwahlen anzuordnen und den Gemeinden das Recht wieder zu geben, das ibnen gebührt. Wir wissen es, daß ein großer, ja der größte Theil der Vorsteher aufs Neue von-den Gemeinden selbst wieder gewählt werden wird. Wir wollen jedoch vor allem das Recht der Gemeinden gewahrt wissen. In der Autonomie der Gemeinden liegt die Gewähr des Judenthums.; In den hiesigen Gemeindeverhältniffen hat sich in letzter Zeit wenig oder gar nichts ergeben, und ich erlaube mir daher bloS Ihnen einige Notizen zukommen zu lassen. r Das Wertheimersche Jahrbuch für 5617 ist jetzt in zweiter veränderter und verbesserter Auflage erschienen. Es freuet uns dieser Erfolg um so mehr, da dieses Unternehmen , welches dem Herausgeber .manche Mühen verschafft, mit ckeinetw andern ^Interesse verbunden ist, als die Interessen unseres Volkes