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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-10-06 · Heft 41 (6.10.1856) · p. Seite 559

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 41 (6.10.1856)
Date
1856-10-06
Page
Seite 559 (sequence 9)
Language
German
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55$ hat gegen-den /verabscheuungswürdigen Angriff der Wiener Kirchenzeitung sich mit Nachdruck ausgesprochen/ Wir führen die /Oesterreichische-AeiLüng";«o» 21. September an und geben aus ihr'folgende Stelle wieder: Eine 'ausführliche Widerlegung der angeführten 'Behauptung verriethe nur einen verletzenden Zweifel an dem aufgeklärten Geist unserer Zeitgenossen^ Ein vor hundert Jahren erschienenes Buch von Eisenmenger / worauf sich der Dr. Phil, und Theol. Hr^ Sebastian Brunner-beruft/ ist wegen Unwissenheit und'Albernheit längst verurtheiltt Der Talmud , durch - welchen die Juden so lüstern nach Christenblut gemacht werden sollen, wird seit Jahrhunderten in Oesterreich und anderweitig mit Bewilligung amtlicher Censoren und Translatoren in Druck gelegt. Die Logik des Doctors der Philosophieist vielleicht bemitleidenswerther als seine theologische In-' tention. Weil der Verdacht verbrauchten ChristenbluteS, meint die „Kirchenzeitung", in verschiedenen Zeiten und Ländern angeregt wurde, müsse er auch begründet sein. Nach dieser Folgerung wäre z. B^ die Hexerei durchaus kein leerer Wahn, denn es giebt hunderte von gerichtlichen Acten, wornach alte Weiber als Heren erkannt und mit Haut und Haaren lebendig verbrannt wurden. Mit einer solchen Beweisführung "gelangt man sehr gut zu einer glanzenzenden Rechtfertigung deS Wahnwitzes, vindiclrtn man dem Aberglauben' sein gutes Recht und weint-gerechte Thränen aus dem Grabe der Inquisition/' '' -u ' '/DaS Judenthüm kann sich Glück wünschen/wenn es keiue bessern'Gegner'hat^ Seine Feinde sind'Wahn, Beschränktheit / Ausschließlichkeit, seine Vertheidiger nennen -sicht Aufklärung/- Erkenntniß/ Affoeiatiom - '?! ^Wir fühlenuns nicht speciell zur Vertretung einer - ConfessioN berufen, aber: t>er: Bildungsgrad und diewohlwollende Gesinnung der Bevölkerung Wiens wäee/verüntzlimpst/wenn'Wcheren'Mitte-das rothe Gespenst einer verschollenen Zeit -so -brNtal -üuftreten dürfte.- Die Stellung , welche - Oesterreich itt der- Civilisatiön einzunehmen strebt/wäre eockpromittirtz wenn- Wahn und-- Verdummung'unbeirrt die krachende Stimme erheben - könnten. Die Feindv Oesterrrtchshaben allrnchalben eine -ick Geiste und rw der Intention' - erhabene' Einrichtung auf-' religiösem'' Gebiete entstellt -Und gelästert/ -Sie WürdenHin - der öffentlichen MeinuW Recht behalten)-wenn sie .ditz-mA gefühM^Stellk '-Merä-Iettüngr/' die - stchnOrgkAM Kirche nennt, alsVerWirklichung der prophezeitenEvnsequenzeN, als deN Beginn eines in solchem Geiste re/ förckirteN Volksüttterrichts-darsiellen können/'' - „Die-Duiikelckänner-werden utis sticht auf ihren düftern Wegen begegnen/ aber 'an dasschöne Licht des - Tages sollen sie nicht ünbehelligt cherauskr'eten. Wagen sie es/- die' Erfindung Güttenbergs "als-Waffe zu - gebrauchen, so werden ' sie 'bald den' bleiernen Spitzkugeln erliegen," die schon härtere Köpfe' durchlöcherthaben/ - Gespenster' - -rumorten -Nur /’ so i lange man sie fürchtete/faßten'man-sie -entschlossen mL/kräftiger Hand, "so erwiesen sie-sich aWPhäntomewVer als verkappte Schelme."^'- ' - ' a w.u-m*, Wir glauben den Israeliten Oesterreichs 'einen Dienst zu leisten, wenn wir 'noch - einmal auf düs jetztvon - deck Herrn A d o l f P i ck und' dem -Herrn vr. Bd e Ni sch übernommene hiesige Wienerische Knabenerziehungsinstitut üufmerksack machen. Herr Pick ist ein sehr tüchtiger, wiffenschastlich ^'gebildeter Mann, Von sittlichem Ernst %nb mit großem Talent und Eifer gerade für pädagogische Thätigkeit begabt; und da er in religiöser Beziehung durchaus innerhalb des JudenthuckS steht/ so glauben wir, daß erim höchsten - Grade- - geeignet -ist/ M musterhaftes jüdisches - ErziehUngS - Und' Unterrichts/ Jnstitüt^ HW zustellen > 'und' ^' wdnri feiti; Unternehmest' größeres Erftlg haben ^sollte Mr/HebMg 'chev' Bildung der - hiesigen' Juden -wicht/'wnivefiMich^-behstW gest. -Herr Pick -Hat -seine StudieN--W der Präger ustv - - Wiener 'Un ivbrsität gemacht, - ist' ' durch längere- Zeit- Zögling-< des - hiesigen p'hhfikälischdn In/ stituts 'mit Ststats-Stipendium *gewffeNj - war- Wn -deck früheren DirecM^desselben - Mm - Assistenten'' brrüftn/ als' derselbe -siarv^ 'und iff dann'-seit-'mehreren-Jahren ÄssiMt an' derhiesigen 'k/l SÄrnWärte'-geM sen. - Doch - ist-' v on -Mer- - Ne-- Richtung seiner Stü/ dien ' weftmlich -auf-Vas Lehrfach' gerichtet/geweftsts -er hat dann auch die"StaäkSprüsüNll -'fsin-di^PMfeffur der höhern Realschulen abgelegt und hat mehrfachen Anträgen zur Uebernahme einer solchen Professur nu^ deshalb ^Nichte entsprHen „.Mjl^dieftlben mit Bedingungen verknüpft waren, welche seinem religiöftn -Gewissenwidersprachen:-—"rUeMWS/ hat tt sichauch - - eine- - -große ch raktische- Befähigung -- -ttlS Lchrer! und Erzieher -durch langsährige^Mtz^erfoW reiche ThätiMit^ftwoM pri-vätiO als' M-öffenMchM Instituten-'erworben/'-so" daß rr«iN debch^stW-Geu

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