Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 19 (5.5.1856)
- Date
- 1856-05-05
- Page
- Seite 260 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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260 Zeichen deS-M- Nr-- 15--Ihrer Zeitung veröffentlichten Ministerialrescripts in Betreff deS polizeilichen Zwangs jüdischer. Kinder zur Theilnahme an dem confesstonellen Religionsunterrichte mit; nämlich 23624 W Ihre Bemerkungen -über daS Rescript finde ich indessen nicht ganz zutreffend. Denn die Klage, daß die Theilnahme an. dem christlichen. Religionsunterrichte selbst für jüdische Kinder vor dem Forum des Gesetzes genügen solle, trifft : nicht das. Rescript, sondern das Gesetz vom 23* Juli 1847. Und daß, obgleich die Gemeinden nach dem Gesetze zur.Einrichtung jüdischer Unterrichtsanstaltev gezwungen finddennoch es den Eltern wieder freisteben. solle , ihre, Kinder privatim in der Religion unterrichten: zu lassen: diesen Uebelstand theilen fiemit den städtischen Gemeinden. Auch für die allgemeinen-.Schulunterrichtsobjecte genügt der - legale Privatunterricht tro^ -der -bestehenden öffentlichen Schulen-: .? s (Nachbemerkung der Redactiön: für den allgemeinen Unterrichts aber nicht für den ReligionsuNftrrichtz! ,Eben^ Disti4n>-§. 62. der Gest vom 23. Juli 1847.-durchaus n i ch t i davon die Rede, daß der christliche Religionsunterricht die jüdischen Kinder vom Besuche des jüdischem Religionsunterrichtes befreit — sondern nur, da vorher die Schulpflichtigkeit der jüdischMKinder ausgesprochen worden,,mußte die Nichtperpffichtung zum christlichen Religionsunterrichte ausgesprochen werden.) - :; : i - / : . , D est erreich i sch er K a i se rstaat. Wien- 13., Aprile (Privatmitth.) Sie sitzen ruhig zu Hause und mögen vielleicht nicht wissen, wie Sie. hier iangegriffen werden-: .Sie werden sich vielleicht umschauen und suchen. Run, eS ist die ^Wiener. Kirchenzeitung"*). . Der Redacteur dieses Blattes liest mit solcher Aufmerksamkeit die „Zeitung des Judenthums^ und das „Volksblatt", daß es zu wünschen wäre, daß sämmtliche Juden oder mindestens die Rabbiner, Predige.r und Lehrer dieselben mit solcher Aufmerksamkeit läsen. .Daß die Kirchenzeitung nicht mit der Zeitung.des Judenthums und dem jüdischen Pplksblatte einverstanden; ist,, verstehet sich von selbst. Sie werden eben so wenig mit der Kirchenzeitung, ' n Wir kennen diese Zeitschrift'nicht -einmal demMamw-Mch- - v.hMu, -''r-ü -Redacti < wenn! Sie -fie lesen würden-' übereinstimmest. Der Ton aber, der in diesem Blatte angeschlagen wird, ist kein würdiger. Le style c?est ThommeV Wenn nun der Herr Redacteur, der an Sonn - und Feiertagen bte: Predigten für die am UniversitätSgymnasium studirende Jugend hält, eine solche Sprache im Allgemeinen führt, so glauben wirdürfte der Ton nicht der angemessenste sein. Wir halten überdies den katholischen Klerus in Oesterreich, für den das Blatt doch zunächst bestimmt ist, weit mehr gebildet, als daß er an einer Sprache, wo Rabbiner per,Mebb, Rebb" titulirt werden, und zwar manchmal Rabbiner, die Namen und Ruf auf dem Gebiete der Wissenschaft erlangt haben, Gefallen finden sollte. Wien, 24. April. (Privatmitth.) ES freuet mich herzlich, Ihnen Folgendes mittheilen zu können. Die Herren Mannheimer und Sulzer haben diesen Peßach eine dreißigjährige Amtswirksamkeit in der hiesigen Gemeinde zurückgelegt. In welcher Weise fie gewirkt, ist wohl unnöthig zu bemerken. Der Vorstand der Gemeinde hat diesen Moment benutzt und an die Herren besondere - Gratutations - und Anerkennungsschreiben geschickt, die eben so inhaltsreich als wahrhaft herzlich und schwunghaft geschrieben sind. Ich erlaube mir aus dem Schreiben an Mannheimer einen Passus herauszuheben, der beiläufig lautet: daß eS seinen Bestrebungen zu danken ist, wenn die hiesige Gemeinde noch Eine Herde bildet.— Zugleich aber erhielten die Jubilanten ein sehr werthvolleS Andenken. Ehre-der Gemeinde, die in solcher Weift die Verdienste ihrer Beamten würdigt; Ehre den Beamtendi,e sich solche Verdienste erworben haben. Wie seit Jahren bereits, veranstaltete der Vorstand des Handwerkervereins für beiläufig hundert Lehrlinge und mehrere Gesellen eine Seder; Herr Religionslehrer Breuer hielt die Ansprache und Herr Sulzer sang einige Lieder in Begleitung der Phisharmonika. Da haben Sie ein kleines Beispiel, wie man hier praktisch manche Fragen zu lösen versteht. — Zu gleicher Zeit fand in einer änderest Localität eine Sederfeier stattdie der Vorstand des ArmeninstituteS für - 80 bis 90 Arme, die die Wohlthat der inS Leben gerufenen Kostanstalt genießen - veranstaltete. Hier hielt die Ansprache Herr vr. Wolf und gab den Seder. Da wie dort versammelten fich die angesehensten Mitglieder der hiesigen CültuSgemeindet ES mußte ihnen