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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-10-02 · Heft 40 (2.10.1854) · p. Seite 502

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 40 (2.10.1854)
Date
1854-10-02
Page
Seite 502 (sequence 2)
Language
German
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502 Anlehnend an den Satz: als den Sinn, in welchem unsere Wen über den Nutzen und Werth einer Grabrede sich aussprachen, gab. er unter einen kürzen Abriß von des Entseelten verdienstvollem Leben. Herr Commerzienrath Marr, der eine Höhe von 86 Lebensjahren erreichte, war 30 Jahre hindurch Vorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde. In dieser Sphäre suchte er mit unermüdetem Eifer das Wohl seiner Gemeinde zu befördern. Er war nicht nur einer der eifrigsten Gründer unserer schönen Synagoge, sondern vom Anfänge bis an's Ende seiner Amtsthätigkeit beflissen, unfern Gottesdienst durch Anstrebung zeitgemäßer Verbesserungen auf eine höhere Stufe zu bringen. Unter seiner Mitwirkung erfreute sich die hiesige Cultusgemeinde der Erlangung einer befondern Abtheilung im städtischen, allgemeinen Krankenhause, eine Einrichtung, die sich in ihren segensreichen Folgen von Tag zu Tag glänzender bewährt, und die der Entseelte mit der aufopferndsten Sorgfalt pflegte. Nicht minder war er bemüht, in die Cultusverwaltung amtliche Ordnung und Pünktlichkeit einzuführen, was ihm zur großen Freude gelang, da er bemüht war, die begabtesten und fähigsten Persönlichkeiten in den Kreis seiner Amtsführung zu bringen. Wie er mit Eifer strebte für die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten in Baiern, ist bekannt; wie er aber auch bemüht war, als Bürger der hiesigen Stadt nützlich zu sein, und er ganz besonders der Gründer des hiesigen städtischen Holzvereins wurde, wozu er auch ein nicht unbedeutendes Gründungscapital schenkte, davon zeugt die Auszeichnung, die ihm an seinem 80. Geburtstage zu Theil wurde, wo ihm Seine Majestät unser allverehrter König in Anerkennung seiner vielfachen Verdienste die goldene Civilverdienst-Medaille übersandte. Und als ihm bei dieser Gelegenheit seine dankbare Cultusgemeinde eine Summe Geldes zur Verfügung stellte, bestimmte er solche zu einer Armenstistung, die seinen Namen trägt.' Ist somit das fcnpi hier in seinem vollen Sinne in Erfüllung gegangen, so möge auch das &np“> nicht minder sich erfüllen, wenn nämlich ein solcher Geist in unserer Mitte fortwaltet und zu einem thatigen und nutzbringenden Leben allseitig anspornt. Die Bestattung selbst ging, wie der Entschlafene eS immer anstrebte, mit würdevollem Anstande vor sich. ES verdient besondere Anerkennung, wie die Männer unseres wackern Frommenvereins n'Äi r'hi nhnn auch in dieser schweren Zeit ihre Liebespflichten mit unverdrossener und ' aufopfernder Hingebung--ausüben. Ich schließe-meinen Bericht, indem ich' aus vollem Herzen dem geehrten Redner beistimme, der am Schluffe seiner schön durchgeführten „Würde der Lebenden und Würde der Tobten" betete: ES sei der Wille Gottes, daß das Hinscheiden unserer braven Freunde und Freundinnen, deren rasches Ableben wir im Stillen beweinen, eine Sühne, eine wahrhafte Sühne für uns sein mögH Amen! M, K. Dresden, 22. September. (Erklärung.) In einem Artikel „vom Rheins in Nr. 38 d. Bl. wird mir die Beschuldigung gemacht, in meiner „Skizzirung der Geschichte des religiösen Jugendunterrichts hei den Juden in der talmudischen Zeit" (Frankels Monatsschrift, Juliheft d. I.) die Arbeit Em. Hechts „über das jüdische Schulwesen" verschwiegen, dagegen ein anderes ' Geschichtswerk angeführt zu haben. Hierauf zur Antwort: Bei Ausarbeitung meines Aufsatzes schöpfte ich selbstständig aus den alten Quellen, ohne irgend eine neue Schrift oder Compilation, die etwa über diesen Gegenstand handelt, zu befragen. Grätz, Geschichte der Juden, ist hauptsächlich nur citirt, um eine dort aufgestellte Ansicht zu'bestreiten; vgl. Anm. S. 258 der gedachten Monatsschrift. j:;. ,, Betreffend die in jenem Artikel am Schluffe enthaltenen Schmähungen, so gereicht es mir nur zur Ehre, darin in Gemeinschaft mit Herrn vr. Frankel genannt und verläumdet zu werden. — Dies einfür allemal auf diese und-ahnliche Insinuationen, welche Jeder, der mich näher kennt, nach Gebühr zu würdigen wissen wird. vr. B. Beer. Preußen. Magdeburg, 22. September. Wenn es etwas peinlich ist, selbst sprechen zu müssen von freundlichen Ehrenbezeugungen, die Einem geworden, so erleichtert uns andererseits dies die Pflicht der Dankbarkeit, so wie das Bewußtsein, daß es am Ende nicht sowohl die Personen sind, welche sich hier begegnen, als die gemeinsame' heilige Sache, in deren eifriger Förderung man sich begegnet. Und so spreche ich denn den herzlichsten Dank nach Schwerin in Meck len-

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