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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-02-13 · Heft 7 (13.2.1854) · p. Seite 79

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 7 (13.2.1854)
Date
1854-02-13
Page
Seite 79 (sequence 3)
Language
German
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79 der ehrwürdigsten Mitglieder der jüdischen Gemeinde, Herr Nathan Löwenthal, mit seiner Frau das Fest der goldnen Hochzeit gefeiert. Auf Veranlassung und Anordnung deS dasigen Rabbiners, Herrn S. Feldblum, ist der genannte Tag — zu Ehren des allgemein geachteten Jubelpaares — auch Seitens der israelitischen Gemeinde durch einen besondern öffentlichen Gottesdienst würdig gefeiert worden. Derselbe hat des Morgens nach dem Schach'rith-Gebete in der Synagoge stattgefunden und darin bestanden, daß von Cantor und Gemeinde drei paffende Psalmen responstrt, vom Schüler-Chor einige feierliche Gesänge auSgeführt und vom Rabbiner erst ein (eigens verfaßtes) hebräisches Gebet und zum Schluffe noch eine Festrede in deutscher Sprache vorgetragen wurden. Später haben sich verschiedene Deputationen in der Behausung des Jubelpaares versammelt und diesem Glückwünsche und kostbare Geschenke dargebracht, bei welcher Gelegenheit Herr Rabbiner Feldblum wiederum eine Ansprache an das greise Ehepaar und deren Gäste gehalten. Erwähnt muß noch werden, daß an dem gedachten Tage Seitens des Jubelpaares Geld und Brod unter sämmtliche Arme der Stadt in sehr reichlichem Maße vertheilt worden. — Von dem Herrn Rabbiner Feldblum müssen wir aber noch anerkennend bemerken, wie derselbe sich auch noch dadurch vor Vielen seiner College« im Großherzogthum auSzeichnet, daß er jederzeit an dem Schulwesen in seiner Gemeinde das wärmste Interesse nimmt und nicht nur in der dortigen jüdischen Elementarschule den Religionsunterricht selbst ertheilt, und alljährlich die Confirmanden vorbereitet, sondern auch seit neuerer Zeit den erwachsenen Knaben noch besonders allwöchentlich einige Stunden im Hebräischen giebt, in welchen er mit ihnen die Psalmen übersetzt und diese gründlich erklärt. . In Grätz soll die Simultanschule in ConfessionS sch ulen ausgelöst werden. Geschieht dies, so wird die jüdische Gemeinde, die nicht unbedeutend ist, ihrerseits eine mindestens dreiclasstge Unterrichtsanstalt organistren müssen. Ein großer Th eil der dortigen Juden ist jedoch — wie wir hören — gegen das Zustandekommen dieses Planes. Außer Grätz ist auch noch Pleschen eine große jüdische Gemeinde, welche keine eigne UnterrichtSanstalt hat, sondern ihre Kinder theilö die städtische Simultanschule besuchen, theilS ^durch Privatlehrer instruiren läßt. ( _ Beim Schlüffe dieses Berichtes geht üWnöEauS authentischer Quelle die Mittheilung jir, daß der greise Rabbiner zu Schönlanke (vielleicht der älteste im Großherzogthum) die Absicht hege, im nächsten Frühjahr eine Reise nach Jerusalem zu unternehmen. Oesterreichischer Kaiserstaat. . Wien, 29. Januar. (Privatmitth.) ES freut mich, Ihnen berichten zu können, daß der Vorstand des Handwerkervereins wieder einen Schritt vorwärts gemacht hatum die geistige Bildung der Handwerkslehrlinge zu befördern. ES bestand nämlich bisher ein Wiederholungsunterricht für diese ben. Da aber die Zahl der Lehrlinge mehr als 350 sind (oie' vöm Vereine unterstützt werden, sind etwas mehr als 100)> so versteht eS sich von selber, daß selbst bei zwei Lehrern die Resultate keine günstigen sein konnten. Nun bestehen aber hier christliche Sonntagsschutendie in neuester Zeit in mannichfacher Beziehung verbessert wurden, wenn sie auch bis jetzt nicht ganz so > sind, wie es zu wünschen wäre; dazu kommt noch, daß die Gemeinde nicht verpflichtet ist, selber eine Sonntagsschule zu unterhalten, ihr liegt eS blos ob, für den Religionsunterricht zu sorgen. ES wurde daher beschlossen, die Handwerkslehrlinge an die Schulen-der betreffenden Bezirke, wo sie in Arbeit stehenzu weisen; — dafür aber hat der Verein für'seine Zöglinge einen Sonntagscurs eröffnet. Hoffen wirdaß es nun möglich sein wird, den Lehrlingen die nothwendigsten Kenntnisse für das Leben zu Heben; zunächst, daß sie reden und schreiben lernen, denn es ist nicht zu vergessen, der größte Theil der Lehrlinge hat es kaum über die Volksschulclassen gebracht-und die Volksschulclassen selber boten früher noch eine viel geringere Summa des Wissens als jetzt. *rr;; Ad vocem dieses Vereins erlaube ich mir^Jhneü mitzutheilen, daß sämmtliche Wohlthätigkeitsanstalten der hiesigen Gemeinde um die Bestätigung von Seiten der h. Behörden einkommen müßten; auch würden sie alle aufs Neue bestätigt; blos der „Armenverein" hat den Rainen „Armenanstalt" erhalten.' ,!T! 1 Zu dem Baue des Tempels soll jetzt rasch geschritten werden; es werden bereits alle Vöranstalten dazu'getroffen.-

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