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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-01-26 · Heft 5 (26.1.1852) · p. Seite 51

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 5 (26.1.1852)
Date
1852-01-26
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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81 des hiesigen Tempels gegeben wird, daS besteht fast durchgängig aus den von dem Letztem angeeigneten, obwol einigermaßen mehr geordneten Weisen des sefardischen Ritus. Es ist zu bedauern, daß der Verfasser nicht die Ursprungsquellen jedes Stückes angegeben hat. So bemerken wir, daß No. 12 und No. 14 Vm von dem ehemaligen berliner Vorsänger . . . find. Tadeln möchten wir, daß die verschiedenen Psalm- Responsorien, der gewöhnliche Kaddisch u. dgl. mehr als Melodieen aufgesührt sind: diese gehören mehr zum nbvnn nvio und bleiben in der Notenauszeichnung unverständlich, sind unsers Erachtens auch nur durch das Ohr zu erlernen. Der Leser verzeihe diese lange Abschweifung über ein Büchlein von 46 Seiten, eS gab. Anlaß, verschiedene Ideen über unfern Kultus anzuregen, zu denen sonst die Gelegenheit nicht häufig geboten wird. Preußen. Berlin, 16.-Januar. Das Kuratorium der hiesigen, von MoseS Mendelssohn gestifteten WaisenerziehungSanstalt hat dem Magistrat einen Bericht über die Entwicklung jenes Instituts während der letzten vier Jahre abgestattet. Daraus erhellt, daß diese wohlthätige Stiftung des berühmten Denkers sich im segensreichsten Fortgange befindet. Nach den Bestimmungen deS Stifters werden die zu verpflegenden Waisen nicht in einer großen gemeinsamen Anstalt, sondern in sorgfältig auSerwählten und überwachten Familienkreisen erzogen, um sie so viel möglich für den frühzeitigen Verlust des Familienlebens zu entschädigen. Dies System hat sich hier trefflich bewährt.' Die zahlreichen Zöglinge, deren Ausbilbildung allerdings nach ihren Fähigkeiten verschieden war, bewiesen die trefflichste Führung und widmeten sich mit Erfolg den verschiedensten Berufskreisen, dem Handelssache dem Gelehrtenstande, den Gewerben rc. Mehrere Mädchen wurden zu Erzieherinnen ausgebildet. DaS Kapitalvermögen der Anstalt betrug am 1. Januar 1851 in Staateschuldscheinen 6656 Thlr., in auf hiesigen Grundstücken eingetragen Hypothekengeldern 48,160 Thlr., in Summa 54,810 Thlr. Der baare Ueberschuß der laufenden Kaffe war 691 Thlr. 3 Sgr. 6 Pf. ' Steele, 15. Januar. (Privatmitth.) Das Wichtigste, was jetzt die Gemeinden vornehmen können, ist, eine feste Verfassung auf lange hin zu gewinnen, und dies durch ein sorgfältig erwogenes Gemeindestatut. In Preußen/ wo das Gesetz und die Staatsregierung von dem Grundsatz ausgehen, in die inneren Verhältnisse der Israeliten sich nicht einzumischen, und daher üuch bis jetzt die Verhältnisse und Ordnungen der jüdischen Gemeinden sich selbst überlassen sind, ist dies um so wichtiger, und ohne Gesellschaftsstatut die Gemeinde der Zerrüttung und Auflösung stets ausgesetzt. Es ist darum, daß wir hier erwähnen, wie durch die Bemühungen des Herrn Simon Rindskopf die hiesige Gemeinde, nach dem Vorbilde Magdeburgs und Krefelds, deren Statuten in diesem Blatte veröffentlicht worden sind, sich ein festes Gemeindestatut geschaffen hat*). ' F. . Oesterreichischer Kaiserstaat. Trrest, 6. Januar. <Tr. Z.) Gestern sind 21 Macinekadetten, unter welchen dem Vernehmen nach drei der mosaischen Religion angehörige, zu Offizieren befördert worden. Dies wäre ein praktischer Beleg, daß die Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetze in Wahrheit aufrecht erhalten wird. Lemberg, M. Januar. Die mehrfach angeregte und häufig bestrittene, jedoch bis jetzt noch nicht bestimmt entschiedene Frage, das Wohnen und Gewerbetreiben der Juden in „unbefugten" Bezirken betreffend, wird in unserer Hauptstadt einen nicht uninteressanten Rechtsfall zu Folge haben, der in der rechtsgelehrten Welt bedeutendes Aufsehen zu erregen geeignet ist. Es hat.ngmlich ein jüdischer Kaufmann ein Haus in einem „unbefugten" Bezirke an sich gebracht und daselbst auch sein Verkaufsgewölbe eröffnet. Die politische Frage wird also hier eine rein privatrechtliche. Man ist sehr gespannt auf die Entscheidung dieses fraglichen Gegenstandes. (Corrbl. a. Böhm.) - *) Es ist sehr erfreulich zu bemerkest, wie dieses, vom Korresp. mit Recht als höchst wichtig bezeichnete Streben sich kund thut. Wir erhalten häufigst jetzt die Bitte um ein Exemplar der magdehurger Gemeinvestatuten, um sie zu Grunve zu legen, welchen Ansuchen der hiesige Vorstand strtS geneigtest willfahrt.. .... " Redakt. /

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