Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1849)
- Date
- 1849-01-29
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XHI. Jahrgang. No. S Allgemeine Zeitung des Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philipps»«, Rabbiner zu Magdeburg. Leipzig. Verlag von Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig. den 29. Januar 1849. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. 7£Ue Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Erpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspcdition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Harfenklänge: Zu Göthe's'neun und neunzigstem Geburtstage. Geister der Paulskirche. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Frankfurt a. M., Braunschweig, Hamm, Berlin, Magdeburg, Olmütz. Frankreich: Parts. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: i. Jüdischsoziale Fragen. Korrespondenzen: Geschichte der einzigen jüdischen Familie in Krain, Kärnthen und Steyermark. (Fortsetzung.) Belletristisches: Hispania und Jerusalem. Novelle aus dem zwölften Jahrhundert. (Fortsetzung.) Harsenklänge. Zu Gölhe's neun und neunzigstem Geburtstage. Geister der Paulskirche.*) Inmitten der Debatten Geschah es jüngst, daß mich In kühlem Säulenschatten Der Schlummer überschtich, So ein gesundes Schläfchen, Wie Kindern nur gelingt, Jndeß Mama von Schäfchen Am Himmel ihnen singt. Durch Nebelmeere schwimmen Sah ich der Kirche Schiff; Fern tönten Rednerstimmen, Gleich Seemannsruf und Pfiff; Den weiten Raum umschwebte Allmälig Nacht und Ruh Die deutsche Fahne bebte Im Luftzug ab und zu. Auf einmal schlürfen Tritte Am Boden hin von Stein; Von rechts und links zur Mitte Zwei Männer treten ein: Der Eine groß und mächtig, Schier wie man Kaiser denkt, Der Andre zart und schmächtig, Das feine Haupt gesenkt. Der Erste, Arm' und Hände Verschlungen hinter sich, Geht längs der tönenden Wände Mit Schritten mächtiglich. Den Nacken aufgerichtet, Im Haare einen Kranz, Die Marmorstirn umlichtet Von wundersamem Glanz. *) Wir theilen dieses sinnreiche Gedicht auf Göthe und Börne von Franz Dingelstedt um so lieber mit, als wir darum ersucht sind. Redakt. Im Rund der Kirche sendet Er groß den Blick herum,