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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-03-23 · Heft 13 (23.3.1846) · p. Seite 195

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 13 (23.3.1846)
Date
1846-03-23
Page
Seite 195 (sequence 15)
Language
German
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19L die Ihnen dargebotene Gelegenheit zu benutzen, um den Bericht zu widerlegen, welcher in der von Johanna Engel Unterzeichneten Schrift enthalten ist: so sind die Mitglieder der Wess-London-Synagoge zu schließen genöthigt, daß jene Angaben wesentlich richtig sind, und diesem Schlüsse angemessen müssen sie ihre Maßregeln einrichten, die sie in Bejug auf diesen Gegenstand zu ergreifen sich verpflichtet fühlen. Mit Bedauern füge ich hinzu, daß das von Ihnen für passend gefundene Verfahren gegen uns der Versammlung nur wenig dafür berechnet schien, die Einigung zu befördern, die Sie so sehnlich zu wünschen angeben. — Ich habe die Ehre zu sein u. s. w. Zweiter Anhang. Ro. I. Warnung an alle, welche den Namen Israel führen, vom Oberrabbiner und denBeth-Dins der verschiedenen Gemeinden Großbritanniens. Unsere Brüder, Kinder Israels, die ihr Gerechtigkeit verfolget, und den Herrn suchet! Verleihet euer Ohr den Worten der Rechtschaffenheit, horchet, damit eure Seelen leben! Unter allen Zerstreuungen Israels ist cs bekannt, daß die Gebete und Segensprüche, welche wir zum Schöpfer des Weltalls richten (gepriesen sei sein heiliger Name!) angeordnet und bestimmt worden sind von den Weisen der großen Synode, unter denen einige unserer Propheten waren; und daß diesen Formen das ganze Haus Israel stets anhing von Geschlecht zu Geschlecht, länger denn zweitausend Jahre hindurch. Nun aber, siche! wir haben kürzlich Neuerungen aufkommen gesehen, und ein neues Gebetbuch, genannt rnbantt, Gebetformeln, gebraucht in der West-London- Synagoge britischer Juden, heransgegeben von D. W. Marks, gedruckt bei I. Wertheimer et Co. 560]. A. M.; und es ist den Augen Aller sichtbar, daß darin die Art und Anordnung unserer Gebete und Segensprüche verkürzt und verändert und anders geordnet worden sind, nicht in Ueberstimmung mit der mündlichen Lehre, von der wir so lange geleitet worden sind in der Vollziehung der Vorschriften des Herrn und von dem es anerkannt ist, daß „wer da verwirft das Ansehen der mündlichen Lehre, widersetzt sich dadurch der heiligen Lehre, welche uns am Berge Sinai überliefert wurde durch Moses, den Diener des Herrn," und ohne welches, wie ebenfalls zugeflanden ist, wir keine wahre Kenntniß von der schriftlichen Lehre haben können. Dieses Hebet sehend haben wir uns erhoben und ermannt für den Dienst des Herrn, um diesen Stein des Anstoßes zu entfernen und zu beseitigen von dem Pfade unserer Brüder, der Söhne Israels, und ermahnen hiermit jeden Menschen, der sich zum Glauben Israels bekennt, und Gottesfurcht im Herzen hat, daß er ja nicht gebrauche oder in irgend einer Weise anerkenne das genannte Gebetbuch; denn cs ist nicht in Uebereinstimmnng mit unsrer heiligen Lehre; und wer da es etwa gebrauchen möchte zum Zwecke des Lebens, wird als sündhaft erkannt werden; denn der Weiseste der Sterblichen hat gesagt, daß, „wer da sein Ohr wegwendet, um das Gesetz nicht zu hören, dessen Gebet sogar wird ein Gräuel sein," wer aber seine Seele bewahrt, wird den hiebei versuchten Weg der Ungerechtigkeit vermeiden, und der Gerechten Pfad verfolgen, auf dem so lange unsere Vorfahren gewandelt. — Und wir flehen zum Herrn, dem Gotte unserer Väter, unsere Herzen geneigt zu machen und zu vereinen, ans daß wir alle ihm einstimmig dienen, und auf daß er Frieden und brüderliche Liebe unter uns bringe, und auf daß der Erlöser für Zion bald komme. Dies sind die Worte der Wahrheit und Gerechtigkeit! S. Hirschel, Oberrabbiner. David Meldota. A. Haliva. Israel Levy. Aaron Levy. A. L. Barnett. London, 9. CheSvan 5602. No. 2. Erklärung. Es ist mir eine Nachricht zu Ohren gekommen, aus der da hervorgcht, daß gewisse Personen, die sich britische Juden nennen, öffentlich und in ihrem Gebetbuche die mündliche Lehre verwerfen. Deshalb finde ich es für meine Pflicht zu erklären, daß gemäß den Gesetzen und Verfassungen, die vom ganzen Hause Israel heilig gehalten werden, jedem oder allen Menschen, die das Ansehen der mündlichen Lehre verwerfen und nicht daran glauben, es nicht gestattet werden kann, irgend eine Gemeinschaft mit uns Israeliten zu haben in irgend einem religiösen Brauche, oder in einer heiligen Handlung. Ich bitte daher ernstlich und ermahne alle gottesfürchtigen Inden, besonders Eltern, daß sie warnen und belehren alle Personen, die unsrem Glauben angehören, damit sie sorgfältig dieser Er-

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