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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-07-03 · Heft 28 (3.7.1848) · p. Seite 407

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 28 (3.7.1848)
Date
1848-07-03
Page
Seite 407 (sequence 11)
Language
German
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407 neuen; Konstitution Frankreichs vor. Im 7tm Kapitel .desselben?. lautet3Crtifel 123 folgendermaßen t ,-EinuJeder bekmnt-frei feine Religion, und empfängt vom Staate--für -die Mebun^ seines Kultuseinen gleichen Schutz. Die Dienerdev durch' das Gesetz anerkannten Kulte haben allein das Recht, eine Staatsbesoldung zu empfangen."; Hiermit wäre m dem bisherigen Verhältnis der Kirche, zum Staate LN Frankreich-wesentlich noch Nichts geändertda es: fraglich ist, ob der Staat nicht das Aüffichtsrecht ferner in Anspruch nimmt, welches er bisher übte. Es ist wenigstens nicht geradezu ausgesprochen, daß dieses Aüssichtsrecht aufgehoben. sei. Man darf nicht übersehen, daß diese. neue französische Verfassung - so viel freiere Bestimmungen sie auch enthält,.-doch den: Charakter der Zentralisirung behalten hat, der allen bisherigen französischen Negierungen eigen war. Diese Zenträlisirung, welche alle Verwaltung nach oben zuwendet, und die Fäden des ganzen gesellschaftlichen -Lebens in die Hände der obersten ^8-ehöxden legt, muß auch das religiöse,, oder besser kirchliche Moment -den. Männern der Gewalt nicht entgehen lassen, und sie werden es früher oder später wieder an sich reißen. Somit ist in diesem Entwürfe zwar ausgesprochen, daß der Staat den Kirchen seine materielle Unterstützung nicht entziehenwill, es ist aber nicht klar gemacht, welche Grundsätze in dem Äerhäiltnißdes^ Maates zur Kirche geltend sein sollen. Es ist nun die Frage, ob die Nationalversammlung hierin einen Schritt weiter gehen werde. KvMefpondettz. Die Geschichte des jüdischm Schulweftns. : Von EManuel Hecht. ' - : Fünfte Periode. , Von Mendelssohn bis zur Gegenwart/ So war die -Lage der Schule, als der dritte Moses (1729—1786) das Licht der Welt erblickte. Es war hohe, hohe Zeit, daß die Religion und.die Bildung der Juden aus ihrer in bloßer Äeüßsrlichkekt versunkenen GestaltunKibus/ rtzrsr >eöWltM WWKm-: .michWrstorbenheit herauskamen,, '.die niedergehaltene Geistesfederkraft neuen Trieb, neue Stärke erhielt. Und devHEHMe sein rechtes Werkzeug erkoren. ‘ Der aus/ dem liefen Sumpfe .der .Unwissenheit, aus dem Schlamme der Vorurtheile heraüsgezogene Moses Mendelssohn, war/es, der der gesummten Judenhiit nach iInnen und: außen den Anstoß der Verbesserung, bas Mi tt'Wrth Verbesserungdas Vo rbild der Verbesserung:gab/ der bas fast erloschene Licht'der Wahrheit im Tempel, der ewigen Liebe wieder Heller anfachte, das im Schlamme des Irrglaubens und Aberglaubens versunkene- Fundament der Kirche, welche die Schute des Menschengeschlechts werden bann und soll, wieder zu Tage: förderte Und reinigte, kurz es war der neue -Moses, der seine Glnubensbrüder: vom Joche fremder Meinungen erlöste, das Wort Gottes auf's Neue in reiner Sprache seinen Glaubmsbrüdern mittheilte, die Schlagbäume einzwängenderftemdet Satzungen sprengte, auf: daß die Vernunft, das Unterpfand himmlischer. Abstammung des Menschen,. erleuchtet und geleitet vom Worte des Ewigen-. die Mettfchheit führe. zum> Tempel be's ewigen Lichts./ Es liegt indessen nicht. imiZwecke dieser Arbeit, Mendelssohns.ewiges)Verdienst hier, vor des Lesers Auge vorübeczuführennur deffeniEinstuß auf den Jugendmtterticht beschäftigt uns -speziell.. Mit gesundem Blicke.erkannte: Mendelssohn die Quelle der Fechter der Juden seiner Zeit; feinem Scharfsinne konnte es nicht entgehen, baß der Grund bev'Fahtgkeit und der.Verknöcherung der religiösen Ansichten der Juden und. der Beschränktheit ihres geistigen Horizontes, so: weit die Schuld an den Juden lag,, in der Mangelhaftigkeit ihres Untervichts, und.dessen Leiter liege,, und daher auf V er b e sseru n g desselben gewirkt werden Muß. Zwar beschäftigte er sich nicht speziell mit Anlegung vonSchulen: und. HerbeifühvMg deren neuen Bedürfnisse.; aber er rief diese Verbesserung hervor durch feine Schriften,-durch seinen Umgang mit zahlreichen Freunden und Schülern, bei denen er die Ueberzeugüng von der Verträglichkeit der allgemeinen Wissenschaften mit dem /Judenthume, von der Nothwendigkeit einer freiecn und remetnExegeft, - wie von der dev Bildung eines bessern- Geschmacks , hervorrief. und bekräftigte: Vorzüglich .wurde er durch feiüe Uebersetzung des Pentateuchs der Luther der deutschen Juden. Dieser Uebersetzung hatte die israelitische Jugend ihre: Kenniniß in der deutschen Sprache ganz allem zu verdanken, selbst dieLehrer:-dedämälitzen die sie bei dem:'Bibelunterrrchte. vor -fich.liegen-' haften schöpften ihb Mb'cuifches: - Wissen ÄusiNesrw D-uelle.-1 Es bildete sich durch diese einfache, leichtverstandliche Version. nicht nur der Geschmack und nicht nur brachte sie dem

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