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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-04-10 · Heft 16 (10.4.1848) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 16 (10.4.1848)
Date
1848-04-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XII. Jahrgang. Allgemeine No. 16* Ein . ' unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig PHLlippson, Baumgärtners Buchhandlung -Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. Leipzig, den 10. April 1848. Diese Zeitung erscheint wöchentlich eintnal, Montags, und wird jährlich 9(3 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen.' In Gemäßheit des Zweckes derselben'die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. .(1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^. Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle- Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspcdition für beide Letztere ' ' hat sich die tönigl. sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. F n h a l t. Leitende. Artikel r Wie steht es? — Polen. ZeitungsnachricKten: Deutschland: Oldenburg, Hannover, Magdeburg, Koblenz, Peckelsheini, Magdeburg, Magdeburg. Ungarn: Preßburg. Galizien: Lemberg.; Hochla«d^MmKertzam>- . v- Korrespondenzr Errichtung eines israMifcheu..LehrersiUtt'- narS im Herzogthum Nassau. Von Dr. 'tzochstad ter. Leitende Artikel. . . Magdeburg, 30. Marz.^ .! Wie steht es? Die''große^ Bewegung in Deutschland ist durchaus nicht mit der ‘ ersten, zweiten' oder dritten französischen Revolution zu vergleichen. Man kann nicht sagen, daß der materielle Druck auf dem deutschen Volke so schwer gelegen, wie auf dem' französischen vor 1789. Hingegen ist in der Masse' des deutschen Volkes lange nicht die politische Intelligenz vorhanden, die 1830 und 1848 im französischen Volke; endlich ist in einem großen Theile des östlichen Theiles von Deutschland ein sehrgroßer Fonds von Anhänglichkeit am Throne wurzelnd, und hiermit verbindet sich ein so panischer Schreck der Besitzenden — daß überall die Momente verschieden hervortreten, und daher auch die Resultate höchst andere sind. Die'französische Revolution von 1789 stellte die Juden mit einem Federstrich auf das Niveau aller Bürger — die von 1830 gab ihnen die Gleichstellung ihres Kultus, also dessen Erhaltung durch den Staat — die von 1848 brachte sogar einen Juden in die provisorische Regierung — und keine einzige Stimme erhob sich dagegen. ' Die Sache war nicht' fraglich,- sie war" ausgemacht und entschieden;' In Deutschland? Was'nur im Ge- /rMstesi'mtDgW-M^fühlt und Äeiß daher,- daß den Zubest' M WeicDelkung' nW steriveigeit'^Wns' ckonsteohne daß man erweise, man sei noch immer das beschrankte, bornirte Wesen von Ehedem; Alles hat auch dafür petitionirt, Alles sie gefordert, so länge man damit Opposition gegen die Regierungen machte — aber in der Stunde des Sieges ist es Allen doch sehr unbequem und unangenehm, daß man nun die Gleichstellung wirklich vollführen solle. So steht es und nicht anders. Wer keck genug ist, sich aus dem Urtheil Nichts zu machen-, der verleugnet so Etwas gar nicht.'--Der frankfurter Senat steht gar nicht an> zu sagen, daß er Alles will, aber die Gleichstellung der Juden nicht;. die bare rsche Regierung steht gar nicht an> blos von einer „Verbesserung" zu sprechen; Hamburg steht gar nicht an, 1>iese Gleichstellung der Juden zu einemantireformistischen Hebel zu machen; Bremen und-Lübeck denken nicht daran, den Juden ihre Thore zu öffnen; Sachsen hat sich in eine Phrase versteckt, die tausendfach zu deuten; Hannover gesteht alle Forderungen zu,-schweigt aber gänzlich von den Juden; die süddeutschen Staaten haben die Gleichstellung verbürgt, aber sie rückt nicht vorwärts; und so beschrankt sich die faktische Gleichstellung bis-jetzt auf — Hessen-Homburg (l4/* Q. M.)-

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