Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 30 (24.7.1843)
- Date
- 1843-07-24
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
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Beilage zur Allgemeinen Zeitung -es Jn-enthnms No. ZV- In unserer Zeit, in welcher mit^Recht große Sorgfalt auf den Unterricht, die Erziehung und Bildung der israelitischen Jugend verwendet wird, vermißt man leider' nur zu sehr die in früherer Zeit in hohem Grade stattgefundene Lheilnahme an dem UnWrichte in unseren religiösen Schriften und unserer Literatur. Die Elementarlehrer können, auch mit dem besten Willen und den größten Fähigkeiten, wegen der vielen Elementarzweige, in welchen sie unterrichten müssen, ihre Schüler mit größter Mühe nur so weit bringen, daß diese einen- Theil der heiligen Schrift und die Anfangsgründe der hebräischen Sprache inne haben. Kommentare zur heiligen Schrift, Mischna und Gemara sind ganz aus der jüdischen Elementarschule verbannt und können auch aus Mangel an Zeit, nicht mehr in diese ausgenommen werden. Die sogenannten rrD*’©*' der frühem Zeiten sind zugleich mit diesen vom Schauplatze abgetreten; die meisten wissenschaftlich gebildeten neuern Rabbiner unserer Zeit sind von den in ihrem Amte so vielfach verzweigten Beschäftigungen zu sehr in Anspruch genommen, als daß denselben noch Zeit und Muße übrig bliebe, um Knaben in den erwähnten Fächern zu unterrichten;, andere neue Anstalten hierzu fehlen aber in den meisten Gemeinden Jsrael's. Die schädlichen Folgen hiervon zeigen sich aber jetzt schon leider zu sehr und sie müssen nothwendig später in ihrer ärgsten Gestalt sich kund geben, so nicht mit Zeiten dem großen Uebel gesteuert wird. Niemals. gab es so viele phKtt w — was früher als der größte Schimpfname betrachtet wurde — als in gegenwärtiger Zeit schon. Und wie kann dieses auch anders sein, da die Knaben, die nur mit sehr dürftigen Kenntnissen im Hebräischen und unfern religiösen Schriften die Schule verlassen, das Meiste auch wieder, sobald sie in's Leben treten und sich anderweitigen Beschäftigungen hingeben, ganz vergessen, was die Erfahrung nur zu sehr bestätigt! Und wenn ös wol auch gewiß noch allenthalben Eltern giebt, die da sehnlichst wünschen, daß ihre Kinder nicht unwissend in religiöser Beziehung bleiben und ihnen gerne, auch mit Kostenaufwand, und nur tröiö tnob, wie früher einen gründlichen Unterricht in toiöö ‘fs'h ertheilen lassen wollen —: Wo, bei wem und in welcher Anstalt finden sie aber Gelegenheit hierzu? Wie und wo sollen ferner diejenigen sich vorbereiten, die sich zum Rabbiner bestimmen wollen? . Dieses Alles bestimmte den Unterzeichneten an hiesigem Orte— wo sich eine sehr gute jüdische Elementar-, eine Bürger- und Gewerbschule und ein vortreffliches Gymnasium befinden und wo auch seit 1842 ein talmudisch und wissenschaftlich gebildeter und sehr thätiger junger Rabbiner angestellt ist — ein solches Institut in's Leben zu rufen, in welchem Knaben noch während den Jahren, so sie die Schulen besuchen und auch nachdem sie diese verlassen, in der hebräischen Grammatik, in ■ffn, in den rabbini-