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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-04-25 · Heft 50 (25.4.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 50 (25.4.1839)
Date
1839-04-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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hi. Jahrgang. Allgemeine No. SO. Zeitung -es Zu-enthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Gsnceffion.) Leipzig, den 25. April 1839. Zeitungsnachrichten. Berlin, 11. April. (Privatmktth.) Schluß. .Wie disparat' sind nicht schon die wiffenschaftlichm Disciplinen, deren ich hier gedachte, und doch habe ich damit nur einen schwachen.Begriff von seiner umfassenden Tätigkeit geben können. Wer aber hiernach der Meinung wäre, daß Moser mit einem bloß encyklopädischen Umblick in den verschiedenen Gebieten sich begnügte, der würde eines großen Jrrthums sich schuldig machen. Ueberall wußte er vielmehr ein Urtheil sich anzueignen, das selbst denjenigen, die sich einem der besonderen Fächer ausschließlich gewidmet, eine schätzbare Autorität war. Aber dieser seiner Universalität ist es vielleicht beizumessen, daß er, ungeachtet vielfacher Aufforderungen, zu einer Niederlegung seiner Gedanken in einem ausgearbeiteten Werke nicht zu bewegen war. Sobald er sich über einen Gegenstand klar gemacht —7 und dies ward ihm nur gar zu leicht — trieb es ihn sofort wieder zu einem andern. 'Gerade die Anstrengung, die manchen Gelehrten seine Wissenschaft kostet, veranlaßt diesen oft, entweder um sich selbst noch klarer darüber zu machen, oder um seine Mühe durch öffentliche Anerkennung belohnt zu sehen, in einem Büche die ganze geistige Arbeit zu recapituliren, die er in einsamen Stunden durchgemacht. Moser aber, dessen übersichtlichem Blicke der Begriff so bald sich darstellte und der nicht erst mit falschen Vorstellungen zu kämpfen hatte, kannte weder das eine yoch das andere Bedürfniß, dem Publikum gegenüber aus seinem Jncognito hervorzuireten. Fast muß man es also bedauern, daß ihm ein solcher Blick gegeben war, denn wol nur diesem haben wir es zuzuschreiben, daß sich in seinem schriftlichen Nachlasse nur einzelne fragmentarische Denkmale seines Geistes gefunden, die jedoch hoffentlich diejenigen seiner Freunde, denen diese Pflicht obliegt, sammeln und einem größern Kreise zugänglich machen werden. Wie aber unser Moser einerseits den ganzen Begriff der Wissenschaft in sich ausgenommen, so gehörte er andererseits auch dem Leben in dessen vollster Bedeutung an. Er schloß sich keiner Freude, keinem Leid der, zahlreichen Familien aus, die ihn, wie einen ihrer Angehörigen, liebten. Unserer Gesellschaft konnte er in beiderlei Eigenschaften, die den wahren Freund bezeichnen, ein Muster sein. Die Freundschaft soll der Freund, als ein Heiligthum, im Innern seines Herzens bewahren; sie bewährt sich meistens in der Noch und insolchen Fällen, die, dem Himmel fei Dank, nur die Ausnahmen unserer Erlebnisse bilden. Aber nicht bloß im Innern seines Herzens, sondern auch im alltäglichen Umgang soll der'Freund, als solcher, sich zeigen. Und diese Freundlichkeit ist es, die unser Moser auch in so hohem Grade besaß. Freundschaft ist eine menschliche Tugend, Freundlichkeit aber eine Eigenschaft Gottes. Mögen Beide, wie sie bei der Begründung unserer Gesellschaft, den edeln Stiftern vorgeschwebt, und wie sie die treuen Leitsterne derselben geblieben sind, auch in dem Andenken Moser's ein beständiges Beispiel zu neuer Anregung finden! Es sei mir noch verstattet, einige Data über das Ver« haltniß des Verstorbenen zu unserer Gesellschaft hinzuzufügen. Am 17. Jan. 1820 ward Moser unter die Zahl ihrer Mitglieder ausgenommen. In dem Triennium von 1823 bis 1825 war er Substitut des Secretairs; im Jahre 1826 zum ersten Secretair erwählt, bekleidete er -dieses Amt bis zum Jahre 1830. Die Vorträge, die er in diesem Zeiträume bei unseren General-Versammlungen gehalten, leben noch in Ihrer Erinnerung, und da davon, Behufs ihrer Mittheilung an die auswärtigen Freunde, ein Abdruck veranstaltet worden, so finden sie sich, als interessante Aktenstücke, in unserm Archive äufbewahrt. Am 2. August 1836 ward Moser, in Folge der von dem Freunds D. A. Ben da als Vorsteher geforderten Entlassung, zu dessen interimistischem Nachfolger gewählt und in der Generalversammlung des Jahres 1837 als Vorsteher bestätigt. Eine neue Aera schien mit ihm für unsere Verwaltung zu beginnen. Kräftigwie der Stamm unseres Bundes ist, weil er in dem Boden der Freundschaft und der Menschenliebe wurzelt,. hatte er unter seiner Obhut noch manchen neuen Zweig, manche unerwartete Blüthe getrieben. Die nun bald fünfzigjährige Stiftung würde an ihrem in drei Jahren unter Gottes Beistand uns bevorstehendem Jubelfeste unter seiner Leitung in verjüngter Gestalt uns erschienen sein. Mag bei diesem schönen Feste dereinst mit dem Andenken der vielen würdigen Männer, die ihm bereits aus unserm Kreise vorangegangen, auch das seinige uns noch vorleuchten! Eine Subskriptionsliste, deren Ertrag dazu bestimmt ist, ein Universitäts-Stipendium unter dem Namen des Verstorbenen zu begründen, ist von zahlreichen Mitgliedern unserer Gesellschaft unterzeichnet worden. Wie unter uns also, geheiligt durch das Band der Freundschaft, so wird dort unter dem Schirme der Wissenschaft seinem Namen ein würdiges Gedächtniß bleiben." Warschau, 1* April. Hier ist der Nabbine Satomon Lipschitz, 75 Jahr-alt, gestorben. Wie sehr er geachtet war, mag man daraus ersehen, daß bei der Nachricht von

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