Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 15 (1919)
- Issue
- Heft 8-12 (August 1919)
- Article
- Demographisches über die böhmischen und Wiener Juden zur Zeit Maria Theresias
- Date
- 1919-08-01
- Page
- Seite 132 (sequence 3)
- Language
- German
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- 132 - 11 f-i 4* C\ U.115.^1 den 40 - 50 jährigen und den über 50 Jahre alten ist die Zahl der Verheirateten bei den Juden größer als bei den Nichtjuden. Bemerkenswert ist, daß die Prozentzahl der Ledigen unter den 20 -40 jährigen Juden in Mähren noch viel kleiner war als in Böhmen. In Mähren waren es noch nicht einmal 5%! Pt « A O in I n r! ö n « <* + « /T^ wi v~ Ai \j iJ&. t_i v.. i! i . « L III- '.J zur christlichen Bevölkerun <r± <"v f> fj c ' T"*1 Ö M tl i < ^> a Iii auiill^iiC — aas 4. M - 1, ~ Geschlecht stärker vertreten als das weibliche. Das schon in jüngster Altersklasse angedeutete konträre Verhalten entwickelt sich mit dem Alter immer deutlicher. Nach erreichter Pubertät Böhmen Jahr 1754: Auf 100 S6 kommen . . . $£. Bei Juden Bei Christen 1 — 15 Jahre..... 90 102 15-20 „ ..... 89 108 20- 40 , ..... 101 124 40-50 , ..... 93 118 über 50 jj . , . . . 87 1 fO Jk JL —' überhaupt 96 113 bezw. mit dem Eintritt ins Berufsleben werden die Unterschiede bedeutender. Im höheren Alter wird bei den Juden der Männerüberschuß größer, bei den Christen der Frauenüberschuß kleiner. Auch anderorts waren in der jüdischen Bevölkerung die Männer in Überzahl; so in Schlesien und vor allem in sehr bedeutendem Ausmaß in Wien, wie dies dem Verzeichnis das Jahres 1753 (siehe Pribram: Urkunden und Akten usw.) zu entnehmen ist. In Mähren überwog zwar auch bei Juden das weibliche Geschlecht, aber bei weitem nicht so wie bei den Nichtjuden. II. Anläßlich einer Untersuchung der gesundheitlichen Verhältnisse Wiens zur Zeit der ersten Volkszählung1) verglich ich an der 0 Peller, Zur Kenntnis der städtischen Mortalität im XVIII. Jahrhundert usw. Erscheint in der Zeitschrift für Hygiene und Infektionskrankheiten. Hand der im Archiv der Stadt Wien aufbewahrten Totenprotokolle die Sterblichkeit der Juden mit der der Christen1). Wien zählte im Jahre 1754: 175401 Einwohner und hatte nach der Zählung im Jahre 1753: 452 Juden. In den Jahren 1748—1755 starben in Wien 69 Juden, Die Zahl schwankte von Jahr zu ViQcntiAcxro rrrr\ft «rar Aia 7oVn1 Afrr T\~ttAn ÜUllij L/V.OV11UX.1Ü <^ i. \J 1,7 VVUt VllV. Z—. UU1 UV1 ± UIVU in den Jahren 1752—1753. Im Durchschnitt der 8 Jahre hatten die Juden eine Sterblichkeit von 18,9°/oo» die Männer von 19,3%0, die Weiber von 17,3%0. Dies sind sehr günstige Zahlen. Die Wiener Gesamtbevöikerung hatte damals eine Sterblichkeit von 33°/oo, d. h. beinahe doppelt so groß wie die Juden. — Leider ist keine genaue Altersgliederung der Juden vorhanden. Jedenfalls kann es nicht in der Altersschichtung liegen, wenn bei der Gesamtbevölkerung 63^ aller Verstorbenen, dagegen beT den Juden nur 37^ im Alter von 0—14 Jahren, bei der Gesamtbevöikerung 40?^ und bei den Juden 1 n 1 / aller Verstorbenen im ersten haben schon Tii A an \J uuv^il 11 U 1 i / yo Lebensjahr standen. Wir im ersten Abschnitt gesehen, daß kinderreicher waren als ihre Wirtsvölker. Nehmen wir an, daß die im Wiener Judenverzeichnis als Kinder angeführten im Alter von 0—14 Jahren waren, und daß sämtliche Berufstätige das 15. Lebensjahr bereits überschritten hatten, so entfielen in Wien 31^ aller Juden auf die Altersklasse 0—14 Jahre. Bei den Christen Wiens beanspruchte diese Altersklasse — nach den Volkszählungsergebnissen — nur 25^' aller. Obige Mortalitätsziffern können daher nur im Sinne einer sehr günstigen Säuglings- und Kinder-!) Die Totenprotokolle der Stadt Wien waren schon einmai — soweit sie Juden betreffen — Gegenstand einer Untersuchung. Schwarz verwertete sie für die Zeit von 1648—1669. Leider kann aus diesen Auszügen in Ermangelung eines Vergleichsmaterials usw. nur wenig gefolgert werden.