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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1919-08-01 · Heft 8-12 (August 1919) · p. Seite 115

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
15 (1919)
Issue
Heft 8-12 (August 1919)
Article
Aus den Ergebnissen der jüdischen Kriegsteilnehmerstatistik
Date
1919-08-01
Page
Seite 115 (sequence 3)
Language
German
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— 1 15 - Grunde von Bedeutung, weil zur Berechnung der Relativziffern die jüdische Wohnbevölkerung auf Grund der Zählung von 1910 zugrunde gelegt worden ist. Aus dieser Tabelle ergibt sich, daß die Zahl der ermittelten Feldzugsteilnehmer 1900 beträgt, d. h. etwa 15% der gesamten jüdischen Bevölkerung Ostpreußens hat am Kriege teilgenommen. Ob diese Ziffer hoch oder niedrig ist, läßt sich, solange es an Vergieichsmaterial fehlt, nichtbeurteilen. Wir wissen noch nicht, wieviel Prozent der deutschen Bevölkerung im ganzen eingezogen war, wie bei den Katholiken und Protestanten sich das Verhältnis der Kriegsteilnehmer zur Gesamtzahl der Konfessions zugehörigen gestaltet. Aber auch abgesehen hiervon muß man sich, zum besseren Verständnis der gewonnenen Zahlen, über gewisse grundlegende Voraussetzungen eine klare Voro _ ~ "------ c---- --- . - - Stellung bilden. Die Zahl der Eingezogenen ist abhängig von der Zahl der im wehrpflichtigen Alter stehenden Personen. Je größer diese letzte Kategorie war, eine umso stärkere Beteiligung am Heeresdienste war naturgemäß möglich. Hier ist aber wiederum der Altersaufbau, der seinerseits ein Produkt der n o+i'i rli^Vi ati Qoi TrKWrCkV 11 tu re eimrnrö ti rro unrl Hör liciiUiiiv^iJv-ii v uiati ungo vuigung«. miu 1 Wanderungen darstellt, die körnerliche _0__ , *~ Tüchtigkeit, die Durchsetzung mit ausländischen Elementen von entscheidender Bedeutung. Alle diese Momente muß man sorgfältig untersuchen, zergliedern, will man über das Endergebnis — das sich in der absoluten und relativen Zahl repräsentiert — ein abschließendes Urteil fällen. Endlich ist noch darauf hinzuweisen, daß nur die detailgeographische Betrachtung ein der Wahrheit nahekommendes Bild zu geben imstande ist. Der Unterschied von Stadt und Land tritt gerade auf diesem Gebiete so klar zutage, daß er unbedingt berücksichtigt werden muß. Aber auch die einzelnen Städte weichen in ihrer Struktur wesentlich voneinander ab — man denke an den Gegensatz zwischen Industrie- und Handelsstädten —, das Gleiche gilt, wenn auch vielleicht in abgeschwächterem Maße, für die Landgemeinden. Wir kennen nicht die Altersgliederung der jüdischen Bevölkerung im deutschen Reich, auch nicht in den einzelnen Bundesstaaten mit Ausnahme des ehemaligen Großherzogtums Hessen, wir wissen aber einwandsfrei auf Grund amtlichen Materials, daß die Geburtenzahl seit Beginn der 80 er Jahre dauernd in starkem Rückgang begriffen ist, die Sterblichkeit günstig ist. Als Folgezustand ergibt sich eine schwächere Besetzung der jüngeren Altersklassen, welche das Hauptkontingent der Kriegsteilnehmer stellten und eine relativ stärkere Vertretung der in vorgerücktem Alter stehenden Bevölkerungsschichten, die entweder überhaupt nicht mehr für den Kriegsdienst in Frage kamen, oder aus den allgemein bekannten Gründen geschont wurden. Wir wissen ferner, daß in den letzten Jahrzehnten große Verschiebungen in der räumlichen Verteilung der deutschen Judenheit stattgefunden haben. Namentlich die östlichen Provinzen haben einen wesentlichen Teil ihres Bestandes an Mittel- und Westdeutschland abgegeben, und es war hauptsächlich die Jugend, welche die kleineren Orte verließ, um in die Großstadt zu ziehen, so daß die Masse der im wehrpflichtigen Alter stehenden Personen sich noch mehr verringerte. Endlich hat in einzelnen Gegenden, vorwiegend in den Grenzgebieten, eine nicht unbeträchtliche Durchsetzung der jüdischen einheimischen Bevölkerung mit östlichen : Juden sich vollzogen, deren Wirkung in

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