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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1919-04-01 · Heft 4 (April 1919) · p. Seite 58

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
15 (1919)
Issue
Heft 4 (April 1919)
Article
Zur Statistik der polnischen Juden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
Date
1919-04-01
Page
Seite 58 (sequence 2)
Language
German
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- 58 - wären 1000000, *) ausmachen. Nach den Steuerlisten an den Reichstag vom Jahre 1784 waren nur 225000 vorhanden.2) Der preußische Statistiker und Geograph Büsching berechnet, daß nach der ersten Teilung (1772) in Polen auf 9327668 Seelen 601 479 Juden trafen; somit machten sie 6,44^ aus. In vielen Nachrichten aus dieser Zeit finden wir auch recht übertriebene Angaben, die gegen 2 bis 3 Millionen - zählen. Der Kastellan J e z i e r s k i zählt sogar drei Millionen, der österreichische Gesandte E. de Cache gibt die Zahl von anderthalb Millionen Judenseelen an. Das Werk „Nachrichten über Polen" teilt von 600000 Juden mit, der Verfasser selbst aber schätzt 1 Million Seelen.3) Der Engländer William Göxe4) berechnet in den 70 er Jahren dieses Jahrhunderts die jüdische Bevölkerung mit 500000 Seelen. Er behauptet zwar, daß es unmöglich sei, ihre genaue Zahl anzugeben, weil ihnen daran liege, scheinbar aus fiskalischen Gründen, ihre Zahl zu verringern und sich zu verbergen. Die Zahl 500000 erhält er dank einer kombinierten Berechnung, indem er analog zur Bevölkerungszahl in Galizien, wo sie auf 2580796 Seelen 144200, somit den 18. Teü der Bevölkerung hilrien. Als --o - - - ^- Grundlage dient ihm die Büsching'sche T~U -11, i X! i f=*!! t 1 Uilav.il die Gesaiii iDc YüiKci 1 ,l\----«11____-! i [ J" \i!!i K "i i i S ■ 9327668 beträgt; auf die Judeu entfallen also 500000 Einwohner. Der Franzose Va utrin5) glaubt, daß die Juden den 10. Teil der Bevölkerung ausmachen. Nach Moszynski, dem hervorragendsten polnischen Finanzpolitiker des 18. Jahrhunderts gab es nach den Kopfsteuerlisten im Jahre 1789/90 in Polen 315267, in Litauen 160018 Judenseelen. Wenn wir keine genaue offizielle Statistik der Juden haben,1) so können wir uns auch nach den einzelnen Angaben einen Begriff über die Entwicklung des jüdischen Elements machen, Das Gros der jüdischen Bevölkerung hielt sich in den Städten auf, ein ziemlich großer Teil ist auch auf dem flachen Lande zerstreut. In vielen Städten bilden sie, wie wir sehen werden, einen integrierenden Teil der Stadtbevölkerung, wir nennen nur Lublin, Opätow, Brody. In der Krakauer Diözese bildet das jüdische Element durchschnittlich 23 % der ganzen Stadtbevölkerung und in der Lubliner Wojewodschaft sogar 33^ der aligemeinen Bevölkerung. 2) In den Wojewodschaften Kiew, Wolhynien, Podolien und Braclaw gestaltet sich die jüdische Bevölkerung in den Städten folgendermaßen:!) Berechnet nach seinen Steuertabellen, beigelegt den Relationen von E. v. Cache vom 19. 11. 1790, IVT- 7no W\. l\J4. 1) Siehe Tabelle XII. 2) Magazin für neue Historie und Geographie, Halle 1788, Bd. XVI, S. 28. 3) In seiner Relation vom 28. 12 1791 im Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv. 4) Nachrichten über Polen. Salzburg 1793, I. Teil, S. 192, W. Göxe, Reise durch Polen etc. Zürich 1780, S. 101. s) Observateur en Pologne, S. 282. Die offiziellen Berechnungen, die wir aus dieser Zeit haben, sind zumeist Teilzählungen, die wir nachstehend in unserer Abhandlung verwerten. Als quasioffizielle Quelle zitieren wir noch den Schatzkommissär T a d e u s z C z a c ki, der in seinem Werkchen über Juden und Kareiten ihre Zahi für das Jahr 1772 auf 900000 berechnet. Als Mitglied der Schatzkommission stand er in fortwährendem Kontakte mit den Gemeinden und hatte vielleicht eine Uebersicht ihrer Steuern wie der Finanz, was nicht ausschließt, daß er auch mit den Bevölkerungsverhältnissen genauer vertraut war. 2) Archivum Kom. hist. der Krakauer Akad. d. Wiss. Bd. VII, S. 281.

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